Karl Michel (auch Carl Michel, * 6. März 1885 in Leipzig; † 12. April 1966 in Zwickau) war ein deutscher Maler, Grafiker, Kupferstecher, Radierer, Lithograf, Illustrator, Holzschneider und Exlibrist.

Leben Karl Michel absolvierte zunächst eine Lehre zum Elektromechaniker. Von 1903 bis 1909 studierte er an der Akademie in Leipzig, zunächst in der Abteilung für angewandte Grafik bei Georg Belwe und Friedrich Wilhelm Kleukens, dann in der Abteilung grafische Techniken bei Schelter und Buthold und schließlich in der Abteilung Malerei und Grafik bei Fritz Rentsch. Anschließend studierte er in der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin und war dort Meisterschüler von Emil Doepler. Michel war dann künstlerischer Berater des Berliner Textilunternehmens Gustav Cords und arbeitete als freischaffender Werbegrafiker mit einem Atelier in der Teltower Straße 33. Als Holzschnitte entwarf u. a. Kinoplakate, Programmhefte, Prospekte, Kataloge, Briefmarken, Glückwunschkarten und Buchillustrationen. Seine Arbeiten fanden in Fachkreisen große Aufmerksamkeit. Im Allgemeinen Briefmarkenwettbewerb errang er 1920 den ersten Preis. 1920 veröffentlichte der bedeutende Kunstkritiker Max Osborn einen umfangreichen lobenden Essay über Michels Arbeiten.

Michel war ab 1912 Lehrer und Leiter einer Werkstatt für Radieren und Lithografie an der Unterrichtsanstalt, unterbrochen durch Militärdienst im Ersten Weltkrieg, und dann von 1924 bis 1945 an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst. 1924 (?) veröffentlichte der Greifenverlag zu Rudolstadt in der Reihe Kunst der Jugend. Eine Folge neudeutscher Schwarzweisskunst acht Holzschnitten Michels zu Goethes Faust in kubismustisch-abstrahierten Formen.Karl Michel (1885-1966) :: museum-digital:deutschland

Um 1930 wurde Michel der Titel Professor verliehen. In der Zeit des Nationalsozialismus war er obligatorisch Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste.

Das Berliner Adressbuch verzeichnete ihn 1943 als "Prof. Maler und Graphik" in der Cauerstraße 32. Das Gebäude fiel den Luftangriffen der Alliierten auf Berlin zum Opfer.

1948 bis 1952 war Michel als Dozent an der Mal- und Zeichenschule Zwickau tätig und seit 1952 deren Leiter. Eine bedeutende Zahl von späteren Malern, Grafikern und anderen bildenden Künstlern oder Kunsthandwerkern hat diese Schule besucht. Ab 1946 bis zu seinem Tod war Michel freischaffend in Zwickau tätig. Er war Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR. Mit Wolfgang Berndt, Heinz Fleischer, Alfred Tröger, Karl-Heinz Schuster, Albert Schwarz und Erich Schulz war er Mitglied der losen Zwickauer „Gruppe 1950“. Diese schrieb im Katalog ihrer Ausstellung 1950: „Deren Streben und Ziel ist es: an ihrem Platz ehrlich ihrer Berufung zu folgen und fortschrittlich zu wirken für die Beziehung zwischen Künstler und Gesellschaft.“

Michel gilt als einer der stilistischen Erneuerer der Exlibris-Kunst.

Michel war verheiratet. Für sich selbst, seine Frau Elise und für das Paar schuf er mehrere Exlibris.

Werkbeispiele Siehe auch Bildindex der Kunst & Architektur

Friede (Holzstich; 1958 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung)

Ausstellungen (unvollständig)

1935: Leipzig, Museum der Bildenden Künste („Deutsche Graphikschau“) 1935: München, Neue Pinakothek („Berliner Kunst“) 1941: Flensburg, Grenzlandmuseum („Deutsche Kupferstecher der Gegenwart“)

1947: Leipzig, Museum der bildenden Künste („Buch – Schrift – Werbekunst. Schau des graphischen Schaffens seit 1945“)

1948 Freiberg, Stadt- und Bergbaumuseum (3. Ausstellung Erzgebirgischer Künstler) 1949: Glauchau, Stadt- und Heimatmuseum („Frühjahrs-Kunstausstellung 1949“ des Zwickauer Künstlerkreises) 1950: Zwickau, Städtisches Museum („Gruppe 1950“) 1958: Chemnitz, Schlossbergmuseum („Mittelsächsische Kunstausstellung“)                              1963: Karl-Marx-Stadt, Museum am Theaterplatz („10 Jahre Architektur, bildende Kunst und bildnerisches Volksschaffen in Karl-Marx-Stadt“)

Postum 1984/1985 Karl-Marx-Stadt, Städtisches Museum am Theaterplatz („Retrospektive 1945 – 1984. Bildende Kunst im Bezirk Karl-Marx-Stadt“) 1986: Gotha, Schlossmuseum („Das Urteil des Paris in der bildenden Kunst der DDR“) 2006: Zwickau, Galerie am Domhof („In Memoriam“; mit Tatjana Lietz und Edgar Klier)Flyer_In_Memoriam.pdf

Ehrungen 1921 Erster Preis beim Wettbewerb „Deutsche Reichspostmarke“ 1926 Erster Preis beim Wettbewerb Plakat zum Faust-Film der Ufa

Literatur

Michel, Carl. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 604. Werkverzeichnis: Horst Sparke: Karl Michel. Werkliste. In: DEG Jahrbuch 2010. Exlibriskunst und Graphik 2010. Deutsche Exlibris-Gesellschaft, Frankfurt am Main 2010, S. 23–27 De Gruyter. Allgemeines Künstler-Lexikon. Band 89, 2016, S. 339/340

Weblinks

https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/567501/10 Selbstreflexion

Einzelnachweise

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