mini|Zentrum mit Stadtbrunnen mini|Fürstenhof und Getreidekasten mini|hochkant=0.7|Stadtgraben mit Zinnenringmauer aus dem 13. Jahrhundert mini|hochkant=0.7|Stadtpfarrkirche Heiliger Barthlmä

Friesach (Frühmittelalter-. (PDF; 143 kB) In: volksgruppenbuero.at, abgerufen am 27. Februar 2014.) ist eine Stadtgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Norden Kärntens. Sie ist für ihre gut erhaltenen mittelalterlichen Bauwerke wie die Stadtbefestigung samt wasserführendem Stadtgraben, bekannt.

Geographie Die Gemeinde liegt im Norden des Bezirks St. Veit an der Glan. Sie umfasst Teile des Metnitztals und des Friesacher Felds, der Metnitzer Alpen, des Mödringbergzugs und des Guttaringer Berglands. Im Gemeindegebiet mündet die Olsa in die Metnitz. Der Gemeindehauptort liegt an der Friesacher Straße und an der Rudolfsbahn.

Stadtgliederung Katastralgemeinden Friesach ist in drei Katastralgemeinden gegliedert: Katastralgemeinde Friesach Katastralgemeinde St. Salvator Katastralgemeinde Zeltschach

Ortschaften Die Gemeinde umfasst 43 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Zählsprengel Für statistische Zwecke ist das Gemeindegebiet in sieben Zählsprengel unterteilt: 000 Friesach-Altstadt: Zentrum der Ortschaft Friesach. 001 Altstadt-Umgebung-Süd: Südteil der Ortschaft Friesach. 002 Olsa-Grafendorf: die Ortschaften Olsa, Grafendorf, wenige Häuser von Friesach. 003 St.Salvator-Zentrum: das Zentrum der ehemaligen Gemeinde St. Salvator, also die Ortschaften St. Salvator, St. Johann, Wels, Mayerhofen (teilweise). 004 St.Salvator-Umgebung: die Peripherie der ehemaligen Gemeinde St. Salvator, also die Ortschaften Engelsdorf (kleiner Teil), Guldendorf, Gunzenberg, Gwerz, Hundsdorf, Ingolsthal, Judendorf (teilweise), Leimersberg, Mayerhofen (teilweise), Moserwinkl, Oberdorf I, Reisenberg, Roßbach, Schratzbach, St. Stefan, Staudachhof, Stegsdorf, Timrian, Wiesen, Zienitzen, Zmuck. 005 Zeltschach: das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Zeltschach, also die Ortschaften Dobritsch, Gaisberg, Gundersdorf, Harold, Hartmannsdorf, Judendorf (teilweise), Kräuping, Oberdorf II, Pabenberg, Sattelbogen, Schwall, Silbermann, Wagendorf, Wiegen, Zeltschach, Zeltschachberg. 007 Altstadt-Umg.-N-Engelsd: nördlicher Teil der Ortschaft Friesach, Großteil der Ortschaft Engelsdorf; Dörfl.

Nachbargemeinden

Klima Die folgende Klimatabelle bezieht sich auf den Gemeindehauptort, der auf einer Höhe von 630 m liegt. Da das Siedlungsgebiet in der Gemeinde bis auf über 1300 m Seehöhe liegt, sind diese Daten nicht für das gesamte Gemeindegebiet aussagekräftig.

Geschichte Frühe Geschichte, Antike Silber- und Eisenfunde aus der La-Tène- und der Römerzeit im heutigen Gemeindegebiet weisen darauf hin, dass das Gebiet, das die Stadt heute einnimmt, schon früh besiedelt wurde. Die römische Reichsstraße Via Julia Augusta führte mitten durch die heutige Stadt: Sie verlief von Zwischenwässern bis nach Wildbad Einöd in etwa entlang der heutigen Trasse der B 317.

Mittelalter und Frühe Neuzeit Von der Besiedlung der Region im späten 6. Jahrhundert durch die Slawen zeugen zahlreiche Orts- und Flussnamen; auch Friesach ist vom slawischen Breže (Ort bei den Birken)Siegfried Hartwagner: Der Bezirk St. Veit an der Glan. Seine Kunstwerke, historische Lebens- und Siedlungsformen (= Österreichische Kunstmonographie. Band 8). Verlag St. Peter, Salzburg 1977, ISBN 3-900173-22-2, S. 50–68, hier S. 50. abgeleitet. Der Unterwerfung der Karantanerslawen um 740 folgte eine Besiedlung durch Bajuwaren, die insbesondere über den Neumarkter Sattel nach Kärnten gelangten. In und um Friesach entstand eine Reihe von Wirtschaftshöfen. Im Jahr 860 übereignete Ludwig der Deutsche mehrere Güter dem Salzburger Erzbischof Adalwin, unter anderem den Hof ad Friesah (vor Friesach), was als älteste urkundliche Erwähnung des Ortes gilt.Dehio-Handbuch Kärnten. Wien 2001, S. 151.

Südöstlich dieses Hofes gründete Graf Wilhelm zwischen 1016 und 1028 aufgrund eines von König Konrad II. verliehenen Privilegs einen Markt. Nach zwischenzeitlichen Schwierigkeiten (zwischen 1124 und 1130 wurde der Markt wieder aufgegeben) stieg er durch seine günstige Lage an einer der Haupthandelsrouten zwischen Wien und Venedig zu einem wichtigen Handelszentrum auf. Der Ort war ein Hauptstapelplatz im Italienverkehr. So wurde der Markt im Jahre 1215 zur Stadt erhoben. Seine Blütezeit erlebte Friesach unter Erzbischof Eberhard II. (1200–1246) und entwickelte sich zur zweitgrößten Stadt des Erzstiftes Salzburg und zur wichtigsten Stadt des heutigen Kärnten. Die Erzbischöfe prägten erstmals 1130 den Friesacher Pfennig, der über zwei Jahrhunderte überregionales Zahlungsmittel bis nach Ostungarn blieb. Das in der Münze verwendete Silber wurde zum Teil im nahen Zeltschach gefördert.

Friesach war nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein religiöses Zentrum dieser Zeit. So ließen sich die Salzburger Erzbischöfe eine Residenz in Friesach bauen und auch zahlreiche kirchliche Orden siedelten sich an. Ende des 13. Jahrhunderts wurde die Stadt als Folge von Auseinandersetzungen der Salzburger Erzbischöfe mit den Habsburgern und mit Böhmen innerhalb weniger Jahrzehnte dreimal erobert, geplündert und durch Brandschatzung zerstört. Am 20. März 1292 wurde durch den Vergleich von Friesach in der Friesacher Burg der Aufstand des Landsberger Bundes gegen Herzog Albrecht I. vorläufig beendet, nachdem die Stadt davor von den Truppen Albrechts gestürmt und eingeäschert worden war.

19. Jahrhundert 1803 kam das Erzbistum Salzburg im Zuge der Koalitionskriege unter Napoleon in Bedrängnis und verlor seine Besitzungen im Süden der Tauern – dazu gehörte im Rahmen des Reichsdeputationshauptschlusses auch Friesach. Damit geriet Friesach unter die Herrschaft des Habsburger Kaiserreichs und wurde als Kameralstadt bezüglich seiner Verwaltung und Finanzen zentralstaatlich gelenkt. Die Friesacher wurden somit auch Kärntner.

Danach verlor die Stadt allmählich an Bedeutung und konnte an die wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit während des Mittelalters nicht mehr anknüpfen.

Seit sich Friesach 1850 als politische Gemeinde konstituiert hatte, wurde sie in ihrem Umfang mehrfach verändert. Vom ursprünglichen Gemeindegebiet spalteten sich die Katastralgemeinde Töscheldorf (1873) sowie die Ortsgemeinden Zeltschach (1890) und Micheldorf (1892) ab.

Im Zuge des aufkommenden Sommerfrischetourismus in Kärnten wurde im Jahr 1881 in Friesach ein Verschönerungsverein gegründet, der unter anderem das Ziel hatte, „die Zerstörung von Ruinen und Verschleppung von Alterthümern hintanzuhalten“.Förderung des Fremdenzuzuges nach Kärnten durch Vereine. In: Kärntner Gemeindeblatt. Nr. 14/1881, S. 212–217, hier: S. 215. Entlang der Bahnhofstraße wurde ein Gehsteig gebaut, die in der Stadt verstreuten Römer- und Judensteine wurden gesammelt, Parkbänke, Tische und Hinweistafeln aufgestellt, am Stadtplatz und bei den Ruinen für eine „bengalische Beleuchtung“ gesorgt. Anfang der 1890er Jahre entstand ein Schwimmbad, das im Jahr 1900 vom Verein übernommen wurde, weitere Sportangebote folgten mit der Anlage von Tennisplätzen und der Organisation von Ausflügen durch den Radfahrverein.Heidi Rogy: Tourismus in Kärnten. Verlag des Geschichtsvereines für Kärnten, Klagenfurt 2002, S. 175 f. Damit wurden in Friesach in dieser Zeit wichtige Grundlagen der touristischen Infrastruktur geschaffen.

20. Jahrhundert Anlässlich der Kärntner Gemeindestrukturreform 1973 wurde die Gemeinde Friesach neu gegründet. Sie entstand aus der alten Gemeinde Friesach (damals 12 km², 3347 Einwohner) und den ehemaligen Gemeinden St. Salvator (75 km², 2059 Einwohner), Micheldorf (17 km², 1206 Einwohner) und Zeltschach (33 km², 645 Einwohner).

1992 wurde durch Wiedererrichtung der Gemeinde Micheldorf ein Teil dieser Gemeindefusion rückgängig gemacht.

21. Jahrhundert Die Kärntner Landesausstellung des Jahres 2001 unter dem Motto Schauplatz Mittelalter zeigte als zentrales Thema die Stadt im Mittelalter, was nachhaltige Impulse für den Tourismus bewirken sollte. Im Mai 2009 wurde eine Baustelle für ein Burgbauprojekt nach dem Vorbild von Guédelon auf einem Hügel im Süden der Stadt feierlich eröffnet. Dieses Projekt sollte zeigen, wie mit mittelalterlichen Arbeitsmethoden eine Burg erbaut werden könnte. 2011 wurde die Projektorganisation allerdings tiefgreifend geändert, der begonnene Bergfried aus statischen Gründen gesprengt und die Anlage mit mehr touristischem Schwerpunkt weitergeführt.Renate Jernej: Der Burgbau in Friesach. Die Geschichte und das Ende einer Idee. In: Netzwerk Geschichte Österreich. Jahresschrift 2014. Jahrgang 3. Kirchham bei Vorchdorf 2014, ISBN 978-3-200-03639-0, S. 20–26.

Bevölkerung Staatsbürgerschaft, Religion Friesach hatte zum Zeitpunkt der Volkszählung 200120505 – Friesach. Gemeindedaten, Stand Volkszählung 2001. In: statistik.at, abgerufen am 9. November 2021. 5462 Einwohner, davon sind 96,2 % österreichische Staatsbürger. 89,8 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen Kirche, 2,6 % zur evangelischen Kirche und 1,5 % zum Islam. Die Zeugen Jehovas haben einen Königreichssaal in Friesach. 4,8 % der Bevölkerung sind ohne religiöses Bekenntnis.

Bevölkerungsentwicklung

Wirtschaft und Infrastruktur Ansässige Unternehmen Friesach verfügt über klein- und mittelständische Unternehmen der metallverarbeitenden und Textilindustrie. Das Deutsch-Ordens-Krankenhaus und Einrichtungen der Kärntner Caritas wie das Hemma-Haus weisen auf die Bedeutung des sozialen Dienstleistungsbereichs hin. Das Stadtgebiet ist geprägt von einer Vielzahl kleiner, am Tourismus orientierter Betriebe.

Verkehr Die Friesacher Straße (B 317) verläuft in nord-südlicher Richtung durch das Gemeindegebiet und verbindet Friesach mit der 45 km entfernten Landeshauptstadt im Süden sowie der Steiermark im Norden. Von ihr zweigt nördlich der Stadt eine Landesstraße in Richtung Westen ab, die durch das Metnitztal führt.

Der Bahnhof Friesach liegt am Teilstück St. Michael–St. Veit/Glan der Rudolfsbahn.

Etwa 3 km südlich des Gemeindezentrums liegt der Flugplatz Friesach/Hirt. Etwa 4 km nordwestlich des Gemeindezentrums liegt der Flugplatz Mayerhofen bei Friesach.

Bildung und Soziales Kindergarten: In der Stadtgemeinde Friesach gibt es zwei Kindergruppen und einen Pfarrkindergarten. Schulen: Für die schulische Ausbildung der Jugend sorgen die Volksschulen in Friesach und St. Salvator sowie die Neue Mittelschule. Gesundheit: Für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung stehen mehrere Ärzte der Allgemeinmedizin sowie Fachärzte zur Verfügung. In Friesach gibt es eine Apotheke und ein vom Deutschen Orden betriebenes Krankenhaus. Pflege: Der Kärntner Caritasverband betreibt ein im Stadtzentrum gelegenes Pflegeheim.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Dominikanerkirche und Dominikanerkloster mini|Kirchenruine Virgilienberg mini|Burgruine Petersberg und Peterskirche mini|Bühnenaufbau im Burghof mini|Heiligblutkirche Siehe auch: Denkmalgeschützte Objekte in Friesach (Kärnten) (führt zu drei Denkmallisten der einzelnen Katastralgemeinden)

Bauwerke Burg Petersberg mit 28 m hohem Bergfried Stadtbefestigung Friesach Burg Geiersberg Burg Lavant Fürstenhof Friesach mit historischem Getreidespeicher Pfarrkirche Friesach Deutschordenskirche Dominikanerkirche und Kloster der Dominikaner Stadtbrunnen Friesach Kirchenruine Virgilienberg Heiligblutkirche Friesach (Seminarkirche) Filialkirche St. Peter

Haager Konvention Die Altstadt von Friesach ist nach der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten geschützt.

Theater Friesacher Burghofspiele (seit 1950, zeitweise als „Friesacher Sommerspiele“)

Museen Stadtmuseum am Petersberg Erlebnis Burgbau Friesach Porsche-Museum St. Salvator Wachszieher & Lebzelter Museum

Chöre Burgenchor Friesach MGV Friesach Regenbogenchor Zeltschach Sängerrunde St. Salvator MGV Ingolsthal Grenzchor

Musik Musikschule Friesach