mini|Zeichnung von Johann Gottfried Schadow, Kreide und Graphit, 26. Oktober 1824 (Ausschnitt) Harry Maitey (* 23. April 1807Ein „gegebenes“ Datum nach dem Taufschein von April 1830Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 150. im Königreich Hawaiʻi; † 26. Februar 1872 in Klein-Glienicke) war der erste Hawaiier, der nach Preußen kam.

Leben Herkunft Über das Leben Maiteys im Königreich Hawaiʻi ist wenig bekannt. Die Informationen über seinen hawaiischen Namen Kaparena werden von anderen Quellen nicht bestätigt.Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 127; Fußnote 12, S. 156 Der Name Harry Maitey wurde ihm von Deutschen gegeben. Nach den Aufzeichnungen Wilhelm von Humboldts gab er Teoni als den Namen seines Vaters und Bete als den seiner Mutter an. Als die Handelsfregatte Mentor aus Bremen am 28. November 1823 in Honolulu ankam, hatte am Tag zuvor der französische Walfänger L’Aigle den Hafen mit dem hawaiischen König Liholiho und dessen Frau Kamāmalu verlassen. Während der König abwesend war, versammelten sich Aliʻi von anderen Inseln auf Oʻahu, und auch der Tod von Keoua, dem Gouverneur von Maui, verursachte eine Atmosphäre der politischen Unruhe.Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 127 Es ist nicht bekannt, ob Maitey durch diese Situation dazu gedrängt wurde, darum zu bitten, an Bord der Mentor genommen zu werden, des ersten preußischen Schiffs, das sowohl die Welt umrundete als auch Hawaii besuchte. Die Erkundigungen, die über den Jugendlichen eingeholt wurden, bestätigten, dass er keine Verwandten hatte, und so durfte er Hawaii verlassen. Der Name Maitey wurde von den Deutschen als Henrys (oder Harrys) Familienname aufgezeichnet, aber es ist offensichtlich, dass es sich dabei um eine Ableitung vom hawaiischen maikaʻi oder maitaʻi (deutsche Übersetzung: gut) und nicht um seinen tatsächlichen Namen handelt.gut, in Ordnung, gut aussehend, schön, gerecht, gesund; vgl.

Reise nach Preußen Für die Reise war das Schiff von der Preußischen Seehandlung gechartert und noch während der Fahrt als erstes einer eigenen Flotte gekauft worden.Heinz Burmester: Weltumseglung unter Preußens Flagge: die Königlich Preussische Seehandlung und ihre Schiffe. Kabel, Hamburg 1988, ISBN 978-3-8225-0062-0, S. 22. Da die Seehandlung dem preußischen König Friedrich Wilhelm III. unterstand, wurde nach der Ankunft der Mentor in Swinemünde am 14. September 1824 der König über den Sandwich-Insulaner informiert und dieser entschied am 27. September, dass der Präsident der Seehandlung Christian Rother ihn nach Berlin zu bringen habe.Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 128–130 Maitey blieb dort in Rothers Haus, bis der König am 15. Oktober festlegte, dass er die deutsche Sprache lernen und nach den Prinzipien des Christentums erzogen werden solle.Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 130

Bildung mini|Karte mit der Erziehungs-Anstalt vor dem Halleschen Tor (1848) Maitey lebte bis 1827 bei der Familie von Präsident Rother, als er in das Erziehungshaus vor dem Halleschen Tor umzog, eine Schuleinrichtung, kreuzberged.com die er seit 1825 besucht hatte.Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 136–137 Im Jahr 1827 wurde Maitey eingeladen, mit Wilhelm von Humboldt Gespräche über die hawaiische Sprache zu führen, deren Ergebnisse Humboldt zunächst 1828 in der Berliner Akademie der Wissenschaften vorstellte.Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 138–139 Das auf der Grundlage der Gespräche angelegte Sandwich-Wörterverzeichnis diente von Humboldt als Grundlage seiner Forschungen zu den malayo-polynesischen Sprachen und Maiteyzitiert als Harres Maitai in verschiedenen Publikationen von Humboldts: als seine wichtigste Quelle für das Hawaiische.„Die wichtigsten Quellen auf diesem letzten Weg Humboldts sind William Mariner für das Tongische (ein Schiffbrüchiger), Thomas Kendall für das Neuseeländische (ein Missionar) und Harres Maitai für das Hawaiische (ein Eingeborener).“

Ab Herbst 1829 hatte er im Erziehungshaus für etwa acht Monate einen hawaiischen Gefährten: Jony Kahopimeai, der mit dem preußischen Schiff Princess Louise nach Deutschland gekommen war.Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 145 Nachdem Maitey seinen Dienst auf der Pfaueninsel begonnen hatte, besuchte ihn Jony gelegentlich,Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 149 doch im Februar 1831 wurde er krank, starb an einer Lungenentzündung und wurde am 2. März 1831 begraben.Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 146

Dienst auf der Pfaueninsel mini|hochkant|Harry Maitey um 1850 Am 23. April 1830 wurde Maitey getauft und konfirmiert. Bei der Taufe erhielt er die deutschen Namen Heinrich Wilhelm.Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 143–144 Im August übernahm man Maitey in den königlichen Haushalt und wies ihn als Assistent dem Maschinenmeister auf der Pfaueninsel zu. Die Akten führten ihn als Mündel des Königs und Assistenten des Maschinenmeisters.Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 146–147 In den Dokumenten findet sich auch ein Vorschlag, dass Maitey Fährmann der Pfaueninsel werden solle, aber offensichtlich bot ihm die schließlich übertragene Aufgabe viel bessere Perspektiven.Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 148

Im Sommer 1834 kamen zwei Hawaiigänse (nēnē) auf die Insel, die ebenfalls mit dem Schiff Princess Louise nach Deutschland gebracht worden waren.Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 147

Der Maschinenmeister Franciscus Joseph Friedrich bildete Maitey zum Drechsler, Schlosser und Tischler aus.

Nach einigen Schwierigkeiten bekam Maitey mit Hilfe von Christian Rother die königliche Erlaubnis zur Hochzeit und heiratete Dorothea Charlotte Becker am 25. August 1833 in der Kirche von Stolpe. Nach Anneliese Moore am 28. August, vgl. Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 149–150 und Fußnote 112 auf S. 159: Archiv der Kirchengemeinde Wannsee [formerly called Stolpe] per Pfarrer Hauschild, 1 Berlin 39, Schuchardtweg 5 Nach der Hochzeit zog das Paar nach Klein-Glienicke, daher musste Maitey nun eine größere Strecke zur Arbeit auf der Pfaueninsel zurücklegen. Später fehlte er immer öfter, was zu Schwierigkeiten in seiner Beziehung zu Friedrich führte. Schließlich wurde entschieden, Maitey dem königlichen Hofgärtner Gustav I. Adolph Fintelmann zuzuordnen.Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 150–151

Während der Arbeit unter Meister Friedrich half Maitey ihm offenbar, Miniaturrepliken berühmter Schlösser und Kathedralen aus Elfenbein und Perlmutt anzufertigen.Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 152 Der Anteil seiner Schnitzkunst schien unentbehrlich zu sein, denn später wurde festgestellt, dass Friedrich keine Modelle mehr herstellte, nachdem ihn sein Assistent Maitey verlassen hatte.Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 152–153; Caesar von der Ahé: Heinrich Wilhelm Maitey, der Südsee-Insulaner auf der Pfaueninsel. In: Heimat und Ferne, Nr. 36/37 (9. und 16. September 1930), keine Seitenzählung Es wird auch angenommen, dass Maitey der Künstler war, der einige gelbe Raumteiler im Schloss schuf, die ebenfalls Friedrich zugeschrieben werden.

Familie Mit seiner Frau Dorothea Charlotte hatte Maitey drei Kinder. Ihr Sohn Heinrich Wilhelm Otto (* 2. Dezember 1837, † 2. März 1838) nennt den 12. Februar als Geburtsdatum. Dagegen 2. Dezember 1837 als Geburtsdatum bei Anneliese Moore (Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 151 und Fußnote 116, S. 160: Church register Klein-Glienicke, per Pfarrer Joachim Strauss, letter August 29, 1973, to author). Das Kirchenbuch bestätigt den 2. Dezember 1837 (Landeskirchliches Archiv in Berlin: Klein Glienicke, Gesamtkirchenbuch 1837–1879) und seine jüngere Schwester Friederike Wilhelmine (* 7. Januar 1846, † 11. Januar 1846) starben als Kleinkinder, während ihr zweiter Sohn Heinrich Wilhelm Eduard (* 8. Dezember 1839, † 1906)Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 155 seine Eltern überlebte. Seine Tochter Martha (* 28. Juni 1869), das einzige Enkelkind Maiteys, welches das Erwachsenenalter erreichte, blieb unverheiratet.Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 151; Fußnote 117, S. 160 Bekannt sind außerdem ihre zwei Brüder Ernst David Johann, der im Alter von 8 Monaten am 19. Oktober 1871 verstarb, und der als Sekundaner am 21. November 1881 verstorbene Eduard Heinrich Waldemar.

Späte Jahre und Nachleben mini|Grab von Harry Maitey: Inschrift für ihn selbst und seine Frau mini|Grab von Harry Maitey: Inschrift für seine Schwiegereltern Maitey verbrachte den Rest seines Lebens in Klein-Glienicke (Kurfürstenstraße 10). Er starb im Alter von 64 Jahren durch eine Pockenerkrankung am 26. Februar 1872 in seinem Haus als Rentenempfänger des Königs.Kirchenbuch Klein-Glienicke, nach einem Brief von Pfarrer Strauss vom 29. August 1973, nach Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 154, Fußnote 128, S. 160 Sein Grab befindet sich auf dem kleinen Friedhof nicht weit von der Kirche St. Peter und Paul auf Nikolskoe in der Nähe der Pfaueninsel und ist auch die letzte Ruhestätte seiner Frau und seiner Schwiegereltern.Anneliese Moore: Harry Maitey: From Polynesia to Prussia. In: Hawaiian Journal of History, 1977, 11, S. 125–161, hier S. 154 Die Inschriften auf dem Grabkreuz lauten:

Die Bezeichnung Sandwichs-Insulaner geht auf die Benennung der Hawaii-Inseln durch James Cook nach Lord Sandwich zurück und nicht auf die Südlichen Sandwichinseln.

Maiteys Sohn Eduard glaubte, dass sein Vater ein hawaiischer Prinz gewesen sei. Caesar von der Ahé, der 1930 und 1933 Artikel über Maitey veröffentlicht hatte, bezweifelte dies. Von der Ahé erwähnte als wahrscheinlichen hawaiischen Namen Maiteys Kaparena, aber es gibt keinen Nachweis dafür in den preußischen Dokumenten. Er schrieb auch mit Verweis auf Akten des früheren preußischen Hofes, dass Maiteys Vater ein Soldat war.