Ritter dunklen Rufs (Originaltitel: Knights of Dark Renown) ist ein Fantasyroman von David Gemmell aus dem Jahr 1989. Er ist Gemmells siebter Roman und zugleich der erste, der in Deutschland veröffentlicht wurde. Er erschien erstmals 1991 unter dem Titel Ritter dunklen Rufes im Laurin-Verlag und wurde 2014 als Ritter dunklen Rufs (ohne Fugenlaut) von Blanvalet neu veröffentlicht.
Der Roman handelt von den Rittern der Gabala, ehemals edlen Kämpfern für das Gute. Geblendet von ihrem eigenen Stolz verfallen sie einer bösen Macht und stoßen das Land der Gabala ins Chaos. Eine zusammengewürfelte Gruppe Ausgestoßener nimmt den Kampf gegen die Ritter auf und besiegt diese letztendlich. Sie werden die neuen Ritter der Gabala.
Inhalt
Handlung Sechs Jahre sind vergangen, seit die legendären Ritter der Gabala durch ein magisches Tor ritten, um eine jenseits gelegene fremde Welt vom Bösen zu befreien. Entgegen allen Plänen kehrten sie nicht zurück. Seitdem verfällt das Land der Gabala zusehends. König Ahak hat ein Terrorregime errichtet. Er lässt die nomadischen Einwohner seines Reiches enteignen, deportieren und ermorden. Unterstützt wird Ahak von acht Rittern in roten Rüstungen. Die „Roten Ritter“ sind furchtbare, durch dunkle Magie gestärkte Krieger. Zu diesem Zeitpunkt weiß noch niemand, dass es sich bei den Roten Rittern um die ehemaligen Ritter der Gabala handelt, die dem Bösen verfallen sind.
Manannan ist der einzige der Gabala-Ritter, der damals das magische Tor nicht passierte: Aus Angst ließ er seine Gefährten im Stich, versteckte sich und zog anschließend jahrelang ziellos umher. Nunmehr ist er auf der Suche nach Ollathair, dem ehemaligen Waffenmeister der Gabala-Ritter. Dieser soll den magischen Helm entfernen, den Manannan seit sechs Jahren unfreiwillig trägt. Der einst einflussreiche Ollathair wird als angeblicher Verräter von den Soldaten des Königs gejagt. Unter dem Namen Ruad Ro-fhessa verbirgt er sich im Wald des Ozeans, wo ihn Manannan schließlich findet.
Im Herzogtum Mactha flieht der Sklavenjunge Lámfhada vor seinem Herrn Errin, dem Grafen von Laene. Zwar gelingt Lámfhada die Flucht in den Wald des Ozeans, jedoch wird er durch einen Pfeilschuss schwer verletzt. Die zufälligen Augenzeugen Llaw Gyffes und Nuada kommen Lámfhada zu Hilfe und bringen ihn in ein Dorf. Llaw Gyffes ist ein ehemaliger Grobschmied, der fälschlicherweise des Mordes an seiner Frau angeklagt worden war, seinen Kerkermeistern jedoch entfliehen konnte. Da er auf seiner Flucht vielen anderen Gefangenen beim Entkommen half, gilt er beim gemeinen Volk als Held und Rebell. Nuada ist ein Sagendichter und Frauenheld, der sich nicht für Politik interessiert.
Währenddessen werden auf Geheiß des Königs auch Adlige mit nomadischen Vorfahren entrechtet, darunter die Dame Dianu und der Adlige Kester. Treibende Kraft hinter der Nomadenverfolgung sind der Rote Ritter Cairbre und der Seher Okessa. Ihr Ziel ist es, das Land der Gabala vom nomadischen Blut zu „reinigen“. Dianus Verlobter Errin, Graf von Laene, setzt sich für sie ein. Er unterliegt jedoch Cairbre im Zweikampf. Dianu stirbt auf dem Scheiterhaufen, Errin und seinem nomadischen Freund und Diener Ubadai gelingt die Flucht. Für Kester stellt sich Elodan, der Champion des Königs, dem Duell mit Cairbre. Auch er unterliegt und verliert dabei seine Schwerthand.
Der Anführer der Roten Ritter, Samildanach, befürchtet derweil, dass Llaw Gyffes im Wald des Ozeans eine Rebellenarmee aufbaut. Er beschwört menschenfressende Ungeheuer aus einer anderen Dimension. Die Monster sollen den Wald unsicher machen und Llaw Gyffes, Ollathair und ihre Anhänger in die Enge treiben.
In Sicherheit angelangt beschließt Errin, nach Dianus Schwester Sheera zu suchen. Diese will den Tod ihrer Schwester rächen und Okessa töten. Errin begibt sich mit Ubadai in den Wald des Ozeans, den Sheera mit zwei Führern durchqueren will. Sheera und ihre Begleiter werden im Wald von einem der Ungeheuer angegriffen. Während die beiden Männer sterben, wird Sheera im letzten Augenblick von Errin und Ubadai gerettet. Sheera berichtet Errin von König Ahaks Schreckensregime, das sie bekämpfen will. Sie glaubt ebenso wie Samildanach, dass Llaw Gyffes eine Rebellenarmee aufbaut; dieser Armee will sie sich anschließen. Sheera überzeugt Errin, mit ihr zu gehen. Auch Ubadai kommt widerwillig mit.
Llaw Gyffes und Nuada leben mittlerweile im Lager des Räuberhauptmanns Grunzer. Ihnen angeschlossen hat sich Arian, eine junge Dorfbewohnerin, die in Llaw Gyffes verliebt ist. Grunzer, ein grausamer und brutaler Mann, will Arian beeindrucken. Weil die von Samildanach beschworenen Ungeheuer im Wald ihr Unwesen treiben, macht er sich gemeinsam mit Llaw Gyffes auf die Jagd nach den Bestien. Es gelingt Grunzer, eines der Ungeheuer zu töten, woraufhin der Sagendichter Nuada eine Heldengeschichte über diese Tat vorträgt. Grunzer gefällt es, als Held gefeiert zu werden. Er gesteht Nuada, dass dies der schönste Tag seines Lebens ist.
Als Nuada das Leben im Räuberlager satt hat, verlässt er Grunzer und seine Gesetzlosen heimlich. Auf seinem Weg durch den Wald stößt er auf Nomaden, die auf der Flucht vor Ahaks Schergen in einen Schneesturm geraten sind und zu erfrieren drohen. Nuada kehrt zu Grunzers Lager zurück und bittet dort zunächst Llaw Gyffes um Hilfe für die Flüchtlinge. Als Llaw Gyffes ablehnt, wendet sich Nuada an Grunzer. Dieser verspricht Hilfe, knüpft dies jedoch an die Bedingung, dass Nuada solange im Wald bleibt, bis er ihm erlaubt zu gehen. Nachdem Nuada zugestimmt hat, retten Grunzer und seine Männer die Nomaden vor dem Kältetod. Die Geretteten halten Grunzer kurzzeitig für den „Helden Llaw Gyffes“. Grunzer klärt die Verwechselung zwar sogleich auf, fühlt sich aber in der Rolle des Helden nicht unwohl.
Nachdem Ruad den feigen Ritter Manannam von seinem magischen Helm befreit hat bittet er ihn, alleine durch das Tor zu reiten und nach den verschollenen Rittern der Gabala zu sichern. Manannan weigert sich zunächst, stellt sich dann aber doch seinen Ängsten. Alleine reitet er durch das von Ruad geöffnete magische Tor und erreicht, verfolgt von schrecklichen Bestien, auf der anderen Seite das Reich der Vyre. Die Vyre leben ein scheinbar friedliches Leben und widmen sich vornehmlich Kunst, Philosophie und körperlichen Freuden. Grundlage ihrer Zivilisation ist das Ambria, ein belebendes und heilendes Getränk. Manannan erkennt zunächst nicht, dass es sich bei den Vyre um Vampire handelt, welche das Ambria aus der Lebensenergie „minderer“ Menschen gewinnen.
Erst die Vampirin Morrigan klärt Manannan über das Geheimnis der Vyre und des Ambrias auf. Morrigan, einst die Geliebte Samildanachs, war von diesem in das Land der Vyre geholt und zur Vampirin gemacht worden. Manannan gelingt es mit letzter Kraft, sich der suchtartigen Wirkung des Ambrias zu widersetzen. Gemeinsam mit Morrigan gelingt ihm die Flucht zurück durch das Tor. Auf der anderen Seite finden sie den ermordeten Ruad. Ruad hatte es zwar geschafft, mit seinen Zauberkräften die magischen Rüstungen der Gabala-Ritter aus dem Land der Vyre zurückzuholen. Dadurch offenbarte er sich jedoch unfreiwillig Samildanach, von dem er getötet wurde.
Auf ihrem Weg zu Llaw Gyffes übernachten Errin, Ubadai und Sheera im Haus eines alten Mannes, des „Dagda“. Der Dagda prophezeit, dass der Kampf gegen das Böse von „der Laune eines Diebes und eines Mörders“ abhängt. Errin vermutet, dass der Dagda damit auf Llaw Gyffes anspielt. Tatsächlich ist jedoch der Räuber Grunzer gemeint. Am folgenden Tag begibt sich der Dagda in Grunzers Lager und sagt auch dort die Zukunft voraus: Im Frühling werde Grunzer sterben und furchtbare Feinde würden versuchen, Llaw Gyffes zu vernichten. Aufgrund dieser Prophezeiung entschließt sich Llaw Gyffes, tatsächlich eine Rebellenarmee aufzustellen und seine Feinde zu bekämpfen. Grunzer erklärt hingegen, sich mit seinem Schicksal nicht abzufinden.
Llaw Gyffes und Grunzer sowie Nuada machen sich auf die Suche nach Ruad, von dem sie sich Hilfe bei ihrem Kampf gegen Samildanach und Ahak versprechen. Schließlich führen die Wege der Protagonisten an Ruads Leichnam zusammen: Grunzer, Llaw Gyffes und Nuada treffen auf Manannan und Morrigan.
Nachdem auch Lámfhada und Elodan dazugestoßen sind, halten die Rebellenanführer Kriegsrat. Sie erfahren vom Schicksal der Gabala-Ritter. Lámfhada überzeugt Grunzer, Elodan, Morrigan, Nuada und Llaw Gyffes, die Rüstungen der Ritter anzulegen und selbst zu Rittern einer neuen Gabala zu werden. Sie sollen die Werte vertreten, die von Samildanach verraten wurden. Elodan wird trotz seiner Verkrüppelung zum Ersten Ritter gewählt; Lámfhada übernimmt anstelle des ermordeten Ruads die Rolle des Waffenmeisters. Kurze Zeit später werden die neuen Gabala-Ritter noch durch Errin und Ubadai ergänzt.
Während Llaw Gyffes die Rebellion anführt, reiten Morrigan und Grunzer zu einer benachbarten befestigten Siedlung, um dort um Unterstützung zu werben. Nuada wird beauftragt, die Menschen in den umliegenden Dörfern mit seinen Heldensagen auf die Seite der Rebellion zu ziehen. Manannan reitet derweil nach Mactha. Dort ist Roem, der Herzog von Mactha, in Ungnade gefallen, weil er Llaw Gyffes entkommen ließ. Manannan fordert ein Gottesurteil und tötet im darauffolgenden Schwertkampf den Roten Ritter Caibre. Gemeinsam mit Roem gelingt ihm anschließend die Flucht. Roem legt die letzte verbleibende Gabala-Rüstung an. Die Ritter der neuen Gabala sind nun komplett. Sie sind die Ritter dunklen Rufs.
König Ahak, Samildanach und Okessa bereiten derweil den vernichtenden Schlag gegen die Rebellion vor. Um des Sagendichters Nuada habhaft zu werden, schicken sie den Roten Ritter Edrin in den Wald. Edrin lässt Dorfbewohner als Geiseln nehmen und droht deren Ermordung an. Daraufhin ergibt sich Nuada dem Roten Ritter. Als er den Zweikampf verweigert, wird er hingerichtet. Lámfhadas Versuch, Nuada durch Magie wiederzubeleben, scheitert zwar. Die Dorfbewohner laufen aber zu den Rebellen über.
Grunzer und Morrigan werden derweil vom Roten Ritter Bersis und dessen Gefolgsmännern angegriffen. Auf einer Hängebrücke kommt es zum Kampf zwischen Grunzer und Bersis, den letzterer für sich zu entscheiden scheint. Angesichts seines sicheren Todes umklammert Grunzer den Roten Ritter und reißt ihn mit sich in den Abgrund unter der Hängebrücke.
Die Vampirin Morrigan kann, obwohl sie zu den Gabala-Rittern gehört, nicht auf das Blut anderer Menschen verzichten. Als Manannan ihr Tun entdeckt, verstößt er sie aus dem Orden. In ihrer Verzweiflung begibt sich Morrigan nach Mactha und lässt sich dort König Ahak, der mittlerweile ebenfalls ein Vampir ist, als „Opfer“ zuführen. Sie tötet Ahak und schneidet sich dann die Pulsadern auf. Sterbend in Samildanachs Armen liegend mahnt sie diesen an seine Zeit als strahlender, junger Ritter.
Nach einigen Scharmützeln, in denen auch der Seher Okessa und der entrechtete Herzog Roem sterben, kommt es schließlich zum entscheidenden Zusammentreffen des Königsheers mit der Rebellentruppe. Da die Rebellen unterlegen sind, schlägt Manannan Samildanach vor, die Entscheidung durch ein Duell zweier Ritter herbeizuführen. Samildanach willigt ein und stellt sich als Anführer der Roten Ritter dem Zweikampf. Als Gegner akzeptiert er nur den Ersten Ritter der Gabala, also den verkrüppelten Elodan.
Samildanach, der trotz seiner Verderbtheit immer noch für ritterliche Werte zu stehen glaubt, rät Lámfhada, Elodans Verkrüppelung mittels Magie zu heilen. Lámfhada folgt diesem Rat. Elodans rechte Hand wird regeneriert, sodass er eine echte Chance gegen Samildanach zu haben glaubt.