Montcaret (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes de Montaigne Montravel et Gurson. Die Einwohner werden Montcaretois und Montcaretoises genannt.

Geografie

Montcaret liegt etwa 63 Kilometer südwestlich von Périgueux, etwa 33 Kilometer westlich von Bergerac und etwa 25 Kilometer ostsüdöstlich von Libourne am südwestlichen Rand des Départements in der Landschaft des Bergeracois und im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre. Ihr Gebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Lidoire, die es im Norden begrenzt, vom Estrop, der es im Südosten begrenzt, vom Ruisseau du Grand Rieu und von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Montcaret liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakustrischen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine spärlich bewaldete, aber mit zahlreichen Weinbergen bedeckte, gewellte Landschaft auf, die sich markant als Plateau von der Schwemmebene der nahen Dordogne abhebt. Der topografisch höchste Punkt mit Höhe befindet sich nördlich des Zentrums mit der Ortskirche. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Süden mit Höhe beim Austritt des Ruisseau du Grand Rieu aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum mit der Ortskirche liegt auf etwa Höhe. Das Bürgermeisteramt befindet sich etwa 350 Meter südöstlich.

Rund 74 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen, genutzt, rund 18 % sind bewaldet, rund 8 % entfallen auf bebaute Flächen (Stand: 2018).

Montcaret ist von folgenden sechs Gemeinden umgeben:

Klima Die vorherrschenden klimatischen Bedingungen in Montcaret sind durch warme und gemäßigte Temperaturen gekennzeichnet. Es ist bemerkenswert, dass die Gemeinde das ganze Jahr über eine beträchtliche Niederschlagsmenge aufweist, einschließlich des Monats Juli mit der geringsten Luftfeuchtigkeit. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Montcaret beträgt 13,8 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 6,1 °C, die höchste im Juli und im August mit 21,8 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 768 mm.

Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Montcaret Naturrisiken manifestieren sich in Montcaret als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang der Schwemmebene der Dordogne Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen Radonemanationen.

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982, 1986, 1993, 1996, 1999, 2001 und 2005 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

Obwohl das Gemeindegebiet nur in geringen Maße mit Wald bedeckt ist, besteht in einem größten Teil des Gemeindegebiets zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern. Die Wälder der Départements der ehemaligen Regionen Aquitanien und Poitou-Charentes gelten als besonders brandgefährdet. Für diese Gebiete wurde ein Département- oder départementsübergreifender Plan zum Schutz der Wälder vor Bränden entwickelt.

Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet von einer mittleren bis starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Das Gebiet mit einer mittleren Gefahr erstreckt sich über die Schwemmebene der Dordogne im Süden, das Gebiet mit einer starken Gefahr über den nördlich davon befindlichen Teil. Seit dem 1. Oktober 2020 werden in Anwendung des Gesetzes über die Entwicklung von Wohnraum, Entwicklung und digitaler Technologie verschiedene Beschränkungen für Verkäufer, Projektleiter oder Bauherren von Immobilien in einem als mittel- oder hochgefährdet eingestuften Gebiet auferlegt. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1999, 2008 und 2012 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.

In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde der Zone 2 von 3 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein mittleres Radonpotenzial besteht. Technische Lösungen zur Reduktion der Radonexposition sollten individuell für jedes Gebäude ausgewählt und angepasst werden. Nach der Umsetzung dieser Maßnahmen wird empfohlen, deren Wirksamkeit durch erneute Radonmessungen zu überprüfen.

Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Montcaret besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.

Ein technologisches Risiko besteht durch den Verlauf einer Erdgasleitung, die das Gemeindegebiet unterquert. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.

Ein weiteres technologisches Risiko bilden verschmutzte oder potenziell verschmutzte Standorte, die weniger als 500 Meter vom Zentrum entfernt sind. Es handelt sich im Falle von Montcaret um ein früheres Lager für brennbare Flüssigkeiten.

Die Gemeinde liegt flussabwärts des Staudamms Bort-les-Orgues im Département Corrèze, einem Bauwerk der Klasse A (Höhe des Stauwehrs ≥ 20 Meter), das seit 2009 einem sog. Spezifischen Interventionsplan (PPI) unterliegt. Dieser findet Anwendung bei diesem Staudamm der Klasse A mit einem Stauseevolumen von über 15 Millionen m3. Er ist ein Notfallplan, der die Maßnahmen zur Alarmierung der Behörden und der Bevölkerung, die Organisation der Hilfsmaßnahmen und die Umsetzung von Evakuierungsplänen detailliert beschreibt. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Gemeinde von der Hochwasserwelle betroffen sein wird, die durch den Bruch dieses Bauwerks entstünde.

Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes erschien am Ende des 11. Jahrhunderts in der latinisierten Form Mons Caretus (1081), im 16. Jahrhundert in der Schreibweise Montkaret und im 19. Jahrhundert zuweilen als Mont-Caret. Das okzitanische mont stammt vom lateinischen mons, montis ab, das einen erhöht gelegenen Ort bezeichnet. Der Ursprung des Namensteils Caret ist hingegen unklar. Für den Sprachwissenschaftler Albert Dauzat könnte es eine Weiterführung der präkeltischen Wurzel °kar () sein. Montcaret wäre demnach eine steinige Erhebung.Siehe Tanet, Hordé, Seite 233

Die seit prähistorischer Zeit bewohnte Stätte von Montcaret verfügt über ein sehr vielfältiges Erbe, dessen bemerkenswerte gallorömische Überreste das Herzstück und eine der Haupttouristenattraktionen des Dorfes bilden. mini|Lageplan der Villa (1 = Große Halle mit Apsis, 2 = Bereich des Hypokaustums, 3 = Kreuzförmige Halle, 4 = Rundbau, 5 = Vorraum der großen Halle; 6, 7, 8, 9 = Galerien, 10 = Innenhofgarten, 11 = Terrasse, 12 = Eingang zu den Thermen, 13 = Schwimmbecken) Diese wichtige gallorömische Stätte wurde im 19. Jahrhundert rund um die Kirche auf den Höhen von Montcaret entdeckt. Nach Ausgrabungen, die zwischen 1921 und 1939 von Pierre Martiel Tauzuac unter der Leitung von Jules Formigé durchgeführt wurden, wurde eine gallorömische Villa rustica aus dem 1. bis 5. Jahrhundert n. Chr. ans Licht gebracht. Die meisten der damals entdeckten Mosaike sind heute vor Ort erhalten. Das an das Gelände angrenzende Museum zeigt auch Objekte aus verschiedenen Ausgrabungen, die in der Nähe des Hauptgeländes durchgeführt wurden.

Montcaret und seine gallorömische Villa lagen am Schnittpunkt der Römerstraßen von Divona (Cahors), Diolinum (Lalinde), Burdiglia (Bordeaux) und Lugdunum (Lyon). Die Villa überragte das rechte Ufer der Dordogne und erreichte im 4. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Sie war eine ländliche Adelsresidenz, die einen Wohnsektor (pars urbana) und ein landwirtschaftliches Zentrum (pars rustica) umfasste, das lokalen Wein produzierte. Der luxuriöse Wohnbereich, die pars urbana*, gruppierte sich um einen von Galerien (überdachten Gängen) umschlossenen Hof, mit weitläufigen Empfangsräumen im Westen und einer Thermenanlage im Osten. Die privaten Thermen (ebenso wie übrigens die öffentlichen) umfassten ein Caldarium (Warmbad), ein Tepidarium (Lauwarmbad) und ein Frigidarium (Kaltbad).

In den tiefen Schichten der damals durchgeführten Untersuchungen kam Keramikmaterial aus der jüngeren Eisenzeit (Latènezeit) zutage. Es wurden sogar einige Keramikscherben aus der älteren Eisenzeit (Hallstattzeit) gefunden, was belegt, dass bereits in der Vorgeschichte eine menschliche Besiedlung genau an jener Stelle bestand, an der später die römische Anlage errichtet wurde.Siehe Berthault, Kapitel 4: Le site dans ses différents contextes