Die Bergstadt Bad Grund (Harz) ist mit 2281 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2021) der größte und namensgebende Ortsteil der Gemeinde Bad Grund (Harz) im niedersächsischen Landkreis Göttingen. Zur Abgrenzung vom Namen der jetzigen Einheitsgemeinde und früheren Samtgemeinde Bad Grund (Harz) führt sie den Namenszusatz „Bergstadt“. Die Ortschaft ist nicht der Verwaltungssitz der Gemeinde; dieser befindet sich im Ortsteil Windhausen. Die Bergstadt Bad Grund ist das einzige Moorbad im Harz und Kurort mit Heilstollen-Therapie für Atemwegserkrankungen.

Geographie Lage Die Bergstadt liegt im Naturpark Harz an der Bundesstraße B 242. Wenige Meter vor dieser Straße befindet sich der Hübichenstein, nordöstlich dieser Straße der Iberg.

Ortsgliederung Bergstadt Bad Grund (Harz) Laubhütte (Kleinsiedlung) Taubenborn (Kleinsiedlung)

Geschichte mini|Zentrum von Bad Grund um 1950 mini|Sankt-Antonius-Kirche am Markt

Die heutige Ortschaft Bergstadt Bad Grund (Harz) ist die älteste der sieben Oberharzer Bergstädte. Die Stadt wurde 1317 erstmals urkundlich als Forstort erwähnt. Um 1450 hatte sich die Siedlung bereits zum Berg- und Hüttenort des Erzbergbaus entwickelt. Herzog Heinrich der Jüngere verlieh dem Ort 1524 die Bergfreiheit. Das gewonnene Erz wurde in anderen Orten, wie Gittelde, Laubhütte und Teichhütte geschmolzen. 1572 zählte Grund 366 Einwohner.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Bergstadt Grund vom 10. bis 13. Februar 1626 ausgeplündert und vollständig zerstört. Auch die St. Antoniuskirche wurde nicht verschont, in ihrem Eingang wurde brennbares Material aufgehäuft und angesteckt. Die Kirche brannte bis auf die Grundmauern nieder. In der Kirche verbrannten viele Menschen, die hier Zuflucht vor den wilden Truppen gesucht hatten. Auch die letzten Häuser gingen in Flammen auf. Die Einwohner waren in die Wälder geflohen und versteckten sich dort. Erst im April 1626 zogen Tillys Truppen aus dem Harzgebiet ab. Nach und nach kamen die Grunder Einwohner zurück und bauten ihre Häuser wieder auf. 1631 begann man auch die Kirche wieder aufzubauen, nur der Kirchturm wurde erst 1640 fertiggestellt. 1654 gab es in Grund schon wieder 54 Häuser. 1677 waren es 114 Wohnhäuser mit ca. 600 Bewohnern.Als die Bergstadt Grund im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. In: Harz Kurier vom 11. Februar 2026.

Im 18. Jahrhundert wurde der Tiefe Georg-Stollen vorgetrieben. Im 19. Jahrhundert ging die Bedeutung des Harzer Eisenerzbergbaus zurück, bedingt durch das bessere und preisgünstigere rheinische Eisen. Der Eisenerzbergbau kam auf diese Weise 1885 völlig zum Erliegen. Einen Ausweg fand der Ort durch die Gruben Bergwerkswohlfahrt und Hilfe Gottes, in denen silberhaltiger Bleiglanz, Zinkblende, Kupferkies und Schwerspat gefunden wurde. Das geförderte Erz wurde in Bad Grund aufbereitet und zur Verhüttung u. a. nach Nordenham gebracht. Durch diesen Abbau konnten höhere Erträge erzielt werden als vormals mit dem Eisenerz. Daneben konnte sich Bad Grund als einziges Moorbad des Harzes günstig entwickeln.

1854 gab Wilhelm Trenkner gemeinsam mit Georg Schulze die Bilder und Skizzen aus dem Harze heraus, den ersten Reiseführer über Grund.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Ort zum Kurort und erhielt 1906 die offizielle Bezeichnung Bad.

Das Erzbergwerk Grund der Preussag war als letzte der Westharzer Gruben noch bis 1992 in Betrieb.

2009 wurde die Heilstollen-Therapie für Atemwegserkrankungen staatlich anerkannt. Patienten mit Asthma bronchiale, Pollenasthma, Heuschnupfen, Neurodermitis, obstruktiver Lungenkrankheit, chronischer Nasennebenhöhlenentzündung, Durchschlaf- und psychischer Störungen bei intrinsischem Asthma werden erfolgreich im Heilstollen behandelt.https://www.bad-grund.de

Ortsname → Zum Ursprung des Ortsnamens siehe auch: Bad Grund (Harz) – Ortsname

Bad Grund bzw. Grund hat seine Ursprünge im Bergbau am oberhalb der Siedlung liegenden Iberg. Die Siedlung entwickelte sich unten, „im Grunde“, wo für eine Besiedlung wesentlich bessere Bedingungen wie Wasser und fruchtbarer Boden vorhanden waren. Norddeutsch bedeutet grund „eine Niederung zwischen Bergen“, „ein kleines Tal“.

Eingemeindungen Mit Auflösung der Samtgemeinde Bad Grund (Harz) am 1. März 2013 wurde die Bergstadt Bad Grund (Harz) ein Ortsteil der neugegründeten Einheitsgemeinde Bad Grund (Harz).

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1765 1157 1794 780 1813 876 1823 960 1830 1162 1852 1536 1861 1445 1871 1560 1895 2051 1910 2234 1925 2219 1933 2418 1939 2610 1950 4300 1956 4162 1973 3804 1975 3579 ¹ 1980 3248 ¹ Jahr Einwohner Quelle 1985 3081 ¹ 1990 3175 ¹ 1995 3108 ¹ 2000 2665 ¹ 2005 2527 ¹ 2010 2346 ¹ 2012 2400 ¹ 2013 2398 2021 2281 ¹ ¹ jeweils zum 31. Dezember

Politik

Ortsrat Der Ortsteil Bergstadt Bad Grund besitzt einen Ortsrat, der sich aus fünf Ratsfrauen und Ratsherren zusammensetzt. SPD: 4 Sitze (±0) Wählergruppe PRO Bad Grund: 1 Sitz (+1) (Stand: Kommunalwahl am 13. September 2026, Veränderungen zu 2021)

Ortsbürgermeister

Holger Diener ist seit dem 3. September 2019 der Ortsbürgermeister der Bergstadt Bad Grund. Holger Diener, zuvor stellvertretender Ortsbürgermeister, übernimmt den Posten zunächst bis zum Ende der laufenden Wahlperiode (2021). Er folgt auf Manfred von Daak, der im Juli verstorben war. Sein Stellvertreter ist Florian Albrecht. Beide gehören der SPD an.

Wappen Die Farben des historischen Kommunalwappens sind unklar.

Das obere offizielle Wappen wird von der schwarz-grün-gelben Flagge abgeleitet, aber es verstößt gegen die heraldische Farbregel.

Die untere Wappenvariante von Klemens Stadler und Otto Hupp zeigt einen rotbewehrten Löwen und im unteren Schildteil Silber statt Grün sowie goldene Stiele der Werkzeuge.

Offizielles Wappen

Wappenvariante

Flagge 100px|Flagge Hissflagge: „Die Flagge ist schwarz-grün-gelb quergestreift.“

Vereine Angler-Interessengemeinschaft Bad Grund/Taubenborn Bürgergenossenschaft Bad Grund eG Deutsches Rotes Kreuz Ortsverein Bad Grund/Harz e.V. Die Kirche bleibt im Dorf e.V Dorfmoderator und Engagementlotse FC Westharz Förderverein "Glück-Auf-Kampfbahn" Bad Grund (Harz) e.V. Förderverein Bergbau- und Heimatmuseum Bad Grund e.V. Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Bad Grund (Harz) Förderverein der Grundschule Gemeinde Bad Grund (Harz) e.V. Harzklub-Zweigverein Bad Grund (Harz) e.V. Heimat- und Geschichtsverein Hundeverein Bad Grund e.V. IGBCE Ortsgruppe Bad Grund (Harz) Johannigemeinde Adeles Eck Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Ortsverband Bad Grund (Harz) Knappenverein Bad Grund (Harz) und Umgebung e.V. Männerturnverein Bad Grund (Harz) e.V. Motorradfreunde "Fichtenflitzer" Osteoporose Selbsthilfegruppe Bad Grund (Harz) e.V. Realverband Gesamtheit der Umlegungsbeteiligten Reit- und Fahrverein Samtgemeinde Bad Grund (Harz) Schützengesellschaft Bad Grund (Harz) Siedlergemeinschaft "Grüne Tanne" Bad Grund (Harz) Ski-Club Bad Grund (Harz) e.V. Sozialverband Deutschland Ortsgruppe Bad Grund (Harz) SV Viktoria Bad Grund (Harz) Tennis-Club Bad Grund (Harz) e.V. Theatergruppe St. Georg Verein der Südtiroler in Niedersachsen e.V. ZukunftsBergstadt Bad Grund / Harz

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortsteils

Konrad Julius Hieronymus Tuckermann (1765–1831), Jurist und Bürgermeister von Göttingen

Personen, die mit dem Ortsteil in Verbindung stehen

Georg Andreas Steltzner (1725–1802), Bergbeamter, besondere Verdienste erwarb er sich beim Bau des Tiefen Georg-Stollens zwischen Clausthal und der Bergstadt Grund, den er von 1777 bis zu seiner Pensionierung 1797 leitete Johann Christoph Röder (1729–1813), Bergmeister, er plante im Jahre 1765 eine Wasserkunst für die Grunder Bergwerke Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), Dichter, Politiker und Naturforscher. Er besuchte auf seiner „dritten Harzreise“ den Hübichstein, den Iberg, den Magdeburger Stollen und den Tiefen Georg-Stollen Georg Friedrich Witte (1799–1865), Stadtsyndikus und Appellationsgerichtsrat, verstarb in Grund Christian Morgenstern (1871–1914), Dichter und Schriftsteller, Kurgast in der Bergstadt. Hier im Harz begann er mit der Arbeit an seiner zyklischen Dichtung In Phanta’s Schloß. Während seines Aufenthalts in Grund entstanden auch einige Gedichte Carl Bauer (1909–1999), Architekt, Bauhaus-Schüler und Bau-Sachverständiger, er arbeitete als örtlicher Vermesser der entworfenen Bergarbeiter-Siedlung Bad Grund

Weblinks

Gemeinde Bad Grund (Harz) Bergstadt Bad Grund

Einzelnachweise

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