Cause-de-Clérans (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes des Bastides Dordogne-Périgord. Die Bewohner werden Cléranais und Cléranaises genannt.

Geografie

Cause-de-Clérans liegt etwa 36 Kilometer südsüdwestlich von Périgueux, etwa 43 Kilometer westlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 14 Kilometer ostnordöstlich von Bergerac in der Région naturelle des Bergeracois, Teil des touristisch benannten Périgord pourpre. Die Gemeinde liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von den Flüsschen Clérans und Sérouze, das sie im Norden begrenzt, sowie einem kleineren Fließgewässer.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Cause-de-Clérans liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus Kieselsandsteinablagerungen und Seekalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, einige Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine hügelige Landschaft mit Erhebungen kaum über , die insbesondere nach Norden hin bewaldet ist und dort einen Teil des Forêt de Liorac bildet. Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit Höhe im Nordosten an der Grenze zur Nachbargemeinde Pressignac-Vicq in der Nähe zum Lieu-dit Crocherie. Der tiefste Punkt ist im äußersten Südwesten mit Höhe beim Austritt des Clérans aus dem Gemeindegebiet zu finden. Das Zentrum liegt auf etwa Höhe.

Rund 56 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 44 % werden landwirtschaftlich, hauptsächlich als Grünland genutzt.

Cause-de-Clérans wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:

mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Cause-de-Clérans Natürliche Risiken Naturrisiken manifestieren sich in Cause-de-Clérans als Dürren Waldbrände Bodensetzungen.

Im gesamten Gemeindegebiet bis auf ein kleines Gebiet nordöstlich des Zentrums besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.

Wie die Risikokarte zeigt, sind insgesamt etwa zwei Drittel des Gebiets von Cause-de-Clérans von der starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 2005 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.

Etymologie und Geschichte Der Name von Cause ist seit dem 12. Jahrhundert bekannt. Er erschien 1142 in der latinisierten Form Cauzia, in seiner heutigen Form im 13. Jahrhundert und später in der Variante Cauze (1338). Er kommt zweifellos vom altokzitanischen cause, das zu causse wurde und im Französischen als solches übernommen wurde (Causse). Es bezeichnet ein Gebiet mit steinigem und kalkhaltigem Boden. Causse und cause kommen aus einer späten Ableitung des lateinischen calx, aus dem das französische chaux und das deutsche „Kalk“ gebildet wurde. Eine andere Hypothese gibt die Herkunft von Cause aus dem lateinischen causa in der Bedeutung „Anwesen“ an.

Die Form Clérans erschien zu einem früheren Zeitpunkt mit Cla- als erste Silbe im Zusammenhang mit der Zerstörung der ersten Burg als castro de Clarens, in den Schreibweisen Clarentium (1158) und Clarenx, Clarens im 13. Jahrhundert, Clarenx erneut im 15. Jahrhundert in Hospitale de Clarenx. Der Name des Dorfes wurde mit einem gallischen Wortstamm, vielleicht sogar einem vor-indoeuropäischen °kl-ar- von °kal () in Verbindung gebracht, was nahe an der Bedeutung von Cause läge. Er könnte auch von einer gallorömischen Person namens Clarentius stammen.Tanet, Hordé, Seiten 87–88

Cause-de-Clérans ist ein Zusammenschluss zweier eigenständiger mittelalterlicher Dörfer. Cause, Sitz der kirchlichen Macht, beherbergte die Kirche, während Clérans, ein befestigtes Dorf, das um die Burg herum angelegt war, Sitz der herrschaftlichen Macht war. Diese Unterscheidung ist bis heute relevant: Cause ist das religiöse Zentrum (mit der Kirche) und Clérans ist das Verwaltungszentrum (mit der Mairie).

Zahlreiche Fundstätten aus der Alt- und Jungsteinzeit belegen die menschliche Besiedlung. Das Vorhandensein historischer Überreste aus der gallorömischen Zeit und dem Spätmittelalter muss noch bestätigt werden. Clérans scheint bereits im fünften Jahrhundert besiedelt gewesen zu sein. Vor 1100 war die Burg von Clérans wahrscheinlich aus Holz erbaut, auf einem Erdhügel errichtet und von Palisaden umgeben. Um 1100 wurden die Burg und das Dorf vom Vizegrafen von Turenne niedergebrannt. Doch im 12. Jahrhundert erreichte Clérans seine größte Bedeutung. Seine Seigneurs standen an der Spitze einer Kastellanei, die ein Dutzend Pfarreien umfasste.

Ursprünglich ein Vasallenstaat der Seigneurs von Bergerac, wurde die Burg Clérans 1267 vom englischen König der kurz zuvor gegründeten Bastide Lalinde zugesprochen. Zu Beginn des Hundertjährigen Krieges beherbergte die Burg eine Garnison von Söldnern, die je nach Auftragslage bereitwillig die Seiten wechselten. Tatsächlich war Clérans eine Kriegsbeute in den französisch-englischen Kämpfen, die 1376 in der Belagerung unter Bertrand du Guesclin gipfelten. Um 1380 begann die Ära der „seigneurs capitaines“. In Clérans sammelten sich Söldnerbanden unter dem Kommando von Kriegsherren wie Amanieu de Mussidan. Von ihrem Stützpunkt aus führten die Truppen Angriffe durch, plünderten und erpressten Lösegelder im reichen Dordogne-Tal. Nach dem Ende des Hundertjährigen Krieges wurde die Burg Clérans entwaffnet.

Im 14. Jahrhundert geriet die Burg Clérans unter die Herrschaft der Herren von Limeuil, die ihrerseits erneut Vasallen der Vizegrafschaft Turenne waren. Clérans zählte damals über zweitausend Einwohner. Im 15. und 16. Jahrhundert errichteten niedere Adlige das Herrenhaus, dessen Überreste noch heute zu sehen sind. Diese neuen Familien schlossen sich rasch der Reformation an, und bis ins frühe 19. Jahrhundert beherbergte Clérans eine protestantische Gemeinde, die mit Familien aus der Region Bergerac verbündet war. Während der Französischen Revolution diente die Burgruine als Steinbruch, bis sie schließlich in den Besitz der Familie Laurent überging.

Im 19. Jahrhundert war die Gemeinde durch einen regen Steinbruchbetrieb in Tagebauen geprägt, der mit mehreren Kalköfen verbunden war. Diese Branche ist eng mit den architektonischen Errungenschaften der Umgebung von Lalinde verbunden.

Bevölkerungsentwicklung

Die Gemeinde hatte im 19. Jahrhundert zeitweise über 700 Einwohner. Infolge der Reblauskrise im Weinbau und der Mechanisierung der Landwirtschaft sanken die Bevölkerungszahlen bis auf die Tiefststände in den 1970er und 1980er Jahren ab.

Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Burgruine Clérans mini|hochkant|Pfarrkirche Notre-Dame-de-l’Assomption mini|Mégalithe de la Malroussie Die Burg Clérans im gleichnamigen Ortsteil existierte bereits im 11. Jahrhundert, doch wurde sie von Raimund I. von Turenne um das Jahr 1100 niedergebrannt. Im 12. und 13. Jahrhundert wiederaufgebaut, wechselte es in der Zeit des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) wiederholt den Besitzer. Während der Französischen Revolution als Nationalgut verkauft, wurde es im 19. Jahrhundert als Steinbruch genutzt, doch sind der viereckige Donjon sowie Teile des Wohntrakts noch zu erkennen. Die ehemalige Burgkapelle mit ihrem spätgotischen Portal ist bewohnt. Die Ruine des Donjon ist seit 1948 als Monument historique eingeschrieben, die restlichen Teile der Burg seit 2007. Die Pfarrkirche Notre-Dame-de-l’Assomption im Ortsteil Cause ist ein einschiffiger, teils romanischer, teils frühgotischer Bau. Die Ostteile (Apsis und Vierungsturm) sind vollkommen schmucklos, was auf eine frühe Datierung ins ausgehende 11. Jahrhundert schließen lassen könnte, wäre das verwendete Steinmaterial nicht so exakt behauen. Das Langhaus und die Westfassade sind etwas stärker gegliedert und haben große maßwerklose Fenster; überdies verfügen die drei Langhausjoche über Rippengewölbe – all dies sind Hinweise für eine deutlich spätere Datierung ins 13. Jahrhundert oder sogar noch später. Die Vierung ist im Innern von einer Kuppel auf Pendentifs überdeckt und die im Erdgeschoss durch Blendarkaden aufgelockerte Apsis zeigt die übliche Kalottenwölbung. Die Kapitelle im Bereich der Vierung und an den Arkaden der Apsis zeigen ‚primitiv‘ anmutende und kaum zu deutende tierische und menschliche Figuren sowie Blattwerk. Der gesamte Innenraum der Kirche ist beinahe einheitlich mit Fugenmalereien bedeckt und sogar die Ecksteine sind aufgemalt, was dem Raum insgesamt ein sehr solides Aussehen verleiht. Chor und Kirchturm sind seit 1948 als Monument historique eingeschrieben.

Ein etwa zwei Meter hoher, unbearbeiteter, senkrecht stehender Stein (Mégalithe de la Malroussie) könnte der Zeit der Megalithkulturen zuzurechnen sein. Ein Taubenhaus steht isoliert auf dem Gelände der Burg. Ein aus quadratisch behauenen Holzbalken zusammengesetzter Klauenstand (travail) aus dem 19. Jahrhundert bereichert das heutige Ortsbild.

Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 133 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Cause-de-Clérans erwerbstätig, entsprechend 68,6 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Frauen (70,0 %) höher war als bei den Männern (67,3 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 13 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (17). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 11,6 % (2016) auf 10,1 % (2022).

Branchen und Betriebe 23 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Cause-de-Clérans wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Gesamt23Fertigung, Bergbau und andere Industrien417,4 %Baugewerbe313,0 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie313,0 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten521,7 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln417,4 %Andere Dienstleistungen417,4 %

Landwirtschaft Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 27 bei der Landwirtschaftszählung von 1988, auf 19 im Jahr 2000, auf 12 im Jahr 2010 und auf 6 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 77,8 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 538 Hektar im Jahre 1988 auf 181 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 19,2 auf 30,2 Hektar.

Wanderweg Durch Cause-de-Clérans verläuft der 14 Kilometer lange Rundwanderweg GRP „Entre Dordogne Louyre et Lindois“.

Verkehr Cause-de-Cléran liegt relativ fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden die beiden Zentren der Gemeinde mit den Weilern und Nachbargemeinden.

Literatur

Weblinks

Cause-de-Clérans, Burgruine – Video

Einzelnachweise

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