Hadern ist der Stadtbezirk 20 der bayerischen Landeshauptstadt München.

Lage mini|Stadtbezirk Hadern mit Bezirksteilen

Haderns Grenzen verlaufen ungefähr entlang der Forst-Kasten-Allee im Süden, der Fürstenrieder Straße im Osten, der Senftenauerstraße im Norden sowie der Stadtgrenze im Westen. Der größte Friedhof der Stadt, der rund 170 Hektar umfassende Waldfriedhof, nimmt knapp ein Fünftel der gut 922 Hektar messenden Bezirksfläche ein. Der Bezirk grenzt (aufgezählt im Uhrzeigersinn) an die Stadtbezirke Pasing-Obermenzing und Laim im Norden, Sendling-Westpark im Osten und Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln im Süden sowie die Gemeinden Neuried im Südwesten und Planegg und Gräfelfing im Westen (alle im Landkreis München).

Unterteilung Der Stadtbezirk Hadern ist in drei Bezirksteile unterteilt: Blumenau nördlich der Lindauer Autobahn (Ammerseestraße), Neuhadern zwischen Autobahn und Würmtalstraße und Großhadern südlich der Würmtalstraße. Im Bezirksteil Blumenau liegen die Quartiere Blumenau und Kleinhadern, im Bezirksteil Neuhadern die Quartiere Neuhadern, Kurparksiedlung und der alte Ortskern von Kleinhadern. Der Bezirksteil Großhadern enthält mehrere in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts entstandene Siedlungen und den Waldfriedhof.

Geschichte mini|links|Groß- und Kleinhadern auf einer Karte von 1856

Hadern war ursprünglich ein Bauerndorf und wurde erstmals im 11. Jahrhundert unter dem Namen Harderun erwähnt. Der Name geht auf althochdeutsch Hardaron (‚bei den Waldleuten‘) zurück. Großhadern gehörte zum Kloster Benediktbeuern, Kleinhadern zum Kloster Schäftlarn. Zwischen 1409 und 1425 wurde das Dorfgericht Hadern zusammen mit weiteren Dorfgerichten (Martinsried, Poschetsried, Neuried und Gräfelfing) mit der Burg Planegg vereinigt.Dieter Albrecht: Das Landgericht Starnberg. München 1951 (Historischen Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 3), S. 22 Da die Ortschaft Großhadern bei der Gemeindebildung im Jahr 1818 zu klein war, um eine eigene Gemeinde zu bilden, kam das landgerichtsunmittelbare Kleinhadern hinzu.Dieter Albrecht: Das Landgericht Starnberg. München 1951 (Historischen Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 3), S. 39mini |Gemeinde Hadern 1915 Die Gemeinde Großhadern einschließlich der Ortschaft Kleinhadern wurde 1938 zu München eingemeindet. Die Strukturen der ehemaligen bäuerlichen Siedlung sind in Großhadern um den alten Dorfkern noch deutlich auszumachen. In weiten Teilen Haderns bestimmt lockere Einfamilienhausbebauung das städtebauliche Bild. Auf den früher landwirtschaftlich genutzten Flächen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1980er Jahre Großwohnanlagen wie die Blumenau oder die Komplexe an der Senftenauerstraße und in Neuhadern mit einem hohen Anteil an Sozialwohnungen gebaut.

Südlich des Klinikums Großhadern entstanden in den letzten Jahren neue Wohnbauten.

In jüngerer Zeit knüpfen Betriebe wie die Haderner Bräu München-Biobrauerei an die landwirtschaftlich-handwerkliche Tradition des Stadtteils an.

Verkehr mini|Die A96 durchschneidet das Stadtviertel

Seit der Verlängerung der U-Bahn-Linie U6 zum Klinikum (1993) ist der Bezirk mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erschlossen. Stationen der U6 in Hadern sind Klinikum Großhadern, Großhadern, Haderner Stern und Holzapfelkreuth. Die Linie 18 der Straßenbahn München endet am Gondrellplatz. Buslinien der Münchner Verkehrsgesellschaft verbinden Hadern mit den benachbarten Stadtbezirken und den angrenzenden Gemeinden Planegg, Gräfelfing und Martinsried.

Das Straßenverkehrsnetz wird durch die Bundesautobahn 96 dominiert, die Hadern durchteilt und zwei Ausfahrten (Ausfahrt 37: Großhadern / Blumenau und Ausfahrt 38: Laim) in Hadern bietet. Weitere Achsen in Ost-West-Richtung sind die Guardinistraße und die Würmtal- / Waldfriedhofstraße. Im Südosten begrenzt die Bundesautobahn 95 den Stadtbezirk. In Nord-Süd-Richtung trennt die Fürstenrieder Straße Hadern von Laim bzw. Sendling-Westpark ab. Die Waldwiesen- / Sauerbruchstraße verbinden das Klinikum und die A 96.

Wirtschaft Der größte Arbeitgeber Haderns ist die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Neben den Einrichtungen der LMU (vor allem dem Klinikum) und denen des Augustinums finden sich in Hadern vornehmlich kleinere Betriebe.

In Hadern ist auch die Haderner Bräu München‑Biobrauerei, Münchens erste zertifizierte Bio‑Brauerei, im denkmalgeschützten Stürzerhof ansässig. Sie betreibt einen Hofladen, eine Schaubrauerei, einen Veranstaltungsraum und ein kleines Brauhaus vor Ort.

Öffentliche Einrichtungen Das Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München ist der größte Krankenhauskomplex Münchens. 1994 wurde das Genzentrum der LMU in Betrieb genommen, 1999 wurde die gesamte chemisch-pharmazeutische Fakultät nach Hadern umgesiedelt. 2004 wurde mit der Aufnahme des Vorlesungs- und Forschungsbetriebs im Department Biologie II des Biozentrums der HighTech CampusLMU zwischen Großhadern und Martinsried weiter ausgebaut. Hier sollen mittel- und langfristig zusätzlich die gesamte biologische Fakultät und weitere naturwissenschaftliche Fakultäten und Institute zusammengeführt werden. mini|links|Bettenhaus des Klinikums Großhadern

Mit dem Kinderzentrum des Bezirks Oberbayern und angeschlossener Montessorischule sowie dem Altenwohnstift Augustinum und der Klinik Augustinum München (früher Stiftsklinik Augustinum) sind weitere soziale Einrichtungen im Stadtteil beheimatet.

Bevölkerungsstruktur Die soziale Zusammensetzung der Bevölkerung ist geprägt von jüngeren, meist qualifizierten Erwerbstätigen sowie älteren Menschen vor allem in den älteren Sozialbauten und Einfamilienhausquartieren. Der Ausländeranteil in Hadern liegt unter dem Durchschnitt der Stadt.

Politik

Der Bezirksausschuss von Hadern wurde zuletzt am 08. März 2026 gewählt. Die Sitzverteilung lautet wie folgt: CSU 8, Grüne 6, SPD 5, FDP 1, FW 1, AfD 1, Linke 1. Von den 34.327 stimmberechtigten Einwohnern Haderns haben 18.131 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 52,8 Prozent lag.

Den Vorsitz hat Gabriele Radeck (CSU), vertreten von Irmgard Hofmann (SPD) und Tobias Giese (Grüne).

Bildung und Kultur Münchner Stadtbibliothek, Stadtteilbibliothek Hadern Münchner Volkshochschule, Außenstelle Hadern Kultur in Hadern e. V. Galerie Richter Masset HeiglhoftheaterHeiglhoftheater Geschichtsverein HadernWebsite des Geschichtsvereins Hadern Haderner Bräu, Kultur, Brauereiführungen, Braukurse

In Hadern finden sich folgende Schulen: Grundschule am Hedernfeld Grund- und Hauptschule Blumenauer Straße Grundschule Menaristraße Grundschule Großhaderner Straße Grund- und Mittelschule Guardinistraße Grundschule Canisiusplatz Lukasschule (private Grundschule, Realschule und Gymnasium) Derksen-Gymnasium (privates Gymnasium)

Religiöses Leben mini|St. Canisius in Hadern

Folgende Kirchen befinden sich in Hadern: Pfarrei Erscheinung des Herren, Blumenauer Straße (römisch-katholisch) Pfarrei Fronleichnam, Senftenauerstraße (römisch-katholisch) Pfarrei St. Ignatius, Guardinistraße (römisch-katholisch) Pfarrei St. Canisius, Canisiusplatz (römisch-katholisch), zu der auch die alte Kirche St. Peter gehört

Simeonsgemeinde, Stiftsbogen, Pfarramt: Veilchenstraße (evangelisch-lutherisch) Reformations-Gedächtnis-Kirche, Ebernburgstraße (evangelisch-lutherisch)

Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde München-Hadern

Sport

In Hadern gibt es zwei Bezirkssportanlagen (eine am Wolkerweg, eine in der Ludwig-Hunger-Straße am Hedernfeld).

Folgende Sportvereine sind in Hadern angesiedelt: FC Neuhadern TSV Großhadern SV Sentilo Blumenau FTM München BlumenauWebsite des Vereins FTM Blumenau. Abgerufen: 2. November 2016. Münchner Kickers 2015 München Rugby Football Club

Baudenkmäler Liste der Baudenkmäler im Stadtbezirk 20 Hadern:

Statistik

(Stand jeweils am 31. Dezember, Einwohner mit Hauptwohnsitz) Jahr Einwohner davon Ausländer Einwohnerje km² 2000 41.689 7.526 (18,1 %) 4.524 2001 41.858 7.614 (18,2 %) 4.542 2002 42.563 8.051 (18,9 %) 4.618 2003 42.823 8.364 (19,5 %) 4.642 2004 43.396 8.683 (20,0 %) 4.704 2005 43.981 9.024 (20,5 %) 4.768 2006 44.993 9.218 (20,5 %) 4.878 2007 46.059 9.744 (21,2 %) 4.993 2008 46.385 9.947 (21,4 %) 5.029 2009 46.490 9.973 (21,5 %) 5.040 2010 46.851 10.076 (21,5 %) 5.079 2011 47.459 10.419 (22,0 %) 5.145 2012 47.949 10.914 (22,8 %) 5.198 2013 48.945 11.715 (23,9 %) 5.306 2014 49.874 12.587 (25,2 %) 5.407 2015 50.257 13.198 (26,3 %) 5.449 2016 50.567 13.796 (27,3 %) 5.482 2017 49.626 13.210 (26,6 %) 5.380 2018 49.898 13.598 (27,3 %) 5.410 2019 50.165 14.042 (28,0 %) 5.439 2020 49.770 13.999 (28,1 %) 5.396 2021 50.290 14.727 (29,3 %) 5.452 2022 51.239 15.789 (30,8 %) 5.555 2023 51.446 16.041 (31,2 %) 5.577 2024 51.637 16.427 (31,8 %) 5.598 2025 51.809 16.554 (32,0 %) 5.617

Quelle mit weiteren DatenStatistische Daten zur Münchner Bevölkerung. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 15. August 2026.

Literatur

Siehe auch Die 25 Stadtbezirke und Stadtbezirksteille in der Landeshauptstadt München nach Nummern und Darstellung der Lage in Stadtbezirksgrafik:

Weblinks

Stadtteil Hadern – Landeshauptstadt München Stadtbezirk und Bezirksausschuss 20 Hadern – Landeshauptstadt München

Einzelnachweise

Kategorie:Stadtbezirk von München Kategorie:Stadtteil von München

Kategorie:Ersterwähnung im 11. Jahrhundert