Die Überschwemmungen in England 2013–2014 richteten von Anfang Dezember 2013 bis Mitte Februar 2014 besonders in den Regionen South West England und South East England schwerste Schäden an.
Meteorologie Grund für die Überschwemmungen waren die laut Met Office stärksten Niederschläge im Winter seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1910. Die Phase Dezember–Januar war die nasseste seit 1876. Die Niederschläge waren das Resultat von zahlreichen kräftigen Nordatlantiktiefs, darunter etlichen schweren Stürmen,→ 2013–2014 Atlantic winter storms in Europe, englische Wikipedia. wie Orkan Dirk am Weihnachtsabend. Diese steuerten intensive atmosphärische Flüsse gegen Westeuropa, von denen mindestens 18 vom Dezember 2013 bis zum Februar 2014 auf das englische Festland trafen.Successive storms batter Western and Central Europe. EUMETSAT, abgerufen am 7. Juli 2014. Andererseits verharrten die Tiefkerne dann lange über den Britischen Inseln, mit kräftigen Südströmungen über dem Festland, was zu einer ausnehmend milden Wintersaison führte, in den Alpen extrem reich an Föhnstürmen,Ungewöhnlich viele Tage mit Föhnsturm, ZAMG, 14. Februar 2014. aber auch mit schweren Unwettern in Südeuropa.
Es wird ein Zusammenhang der verschiedenen extremen Wetterverhältnisse Anfang 2014 wie der Überschwemmungen in England, der Kältewelle im Nordosten der USA und der Dürre in Kalifornien, und die mögliche Verbindung zum Klimawandel diskutiert.Wetterchaos wegen Jetstream. In: Neue Zürcher Zeitung online, 17. Februar 2014 – zu einem Treffen des Wissenschaftsverbandes American Association for the Advancement of Science in Chicago im Februar 2014. Schaller u. a. (2016) gelang mithilfe eines Wetter- und Klimamodells der Nachweis, das sich die Überschwemmungen in der Tat auf den vom Menschen verursachten Klimawandel zurückführen lassen.Nathalie Schaller u. a. (2016). Human influence on climate in the 2014 Southern England winter floods and their impacts. Nature Climate Change, 6(6), 627.
Zwei Jahre später traten ab Dezember wieder schwere Hochwässer in ähnlicher Großwetterlage ein.
mini|hochkant=1.4|Anomalie der Windgeschwindigkeiten, Nordhemisphäre, Januar–Februar 2014 (NOAA) x200pxWeltkarte der kombinierten Druck- und Temperaturanomalie, 6. Dezember 2013 – 5. Januar 2014, Amerika Mitte rechts: Die Animation zeigt die BlockadesituationMildes Europa, kaltes Nordamerika, ZAMG → Wetter → News, 7. Januar 2014 der stark gedämpften Westwinddrift durch die extrem starke Arktische Oszillation bis Ende Dezember und das explosive Ausbilden der Sibirien-Wärmeanomalie, mit den Kältewellen über Nordamerika und Zentralasien. Die Warmluft über dem Atlantik mit den auf die Britischen Inseln gerichteten Luftmassengrenzen steuert tropische Luftmassen nach Europa. Die Südhalbkugel ist abnorm ruhig.(NOAA/NCEP/CPC 10-hPa Temp Anoms, gleitendes 11-Tages-Mittel) 150pxDie Nördliche Hemisphäre mit Tiefdruckgebieten, Höhentrögen und Jetstream, 5. Januar 2014, Europa rechts: Gegen Amerika verlagertes hohes Polartief und südgedrängtes Tief über Zentralkanada (unten). Parallel ein mächtiges Islandtief (Hercules), ein Höhentief über Zentralsibirien (oben) und ein kräftiges Nordpazifiktief (links).(NOAA/NCEP/CPC Northern Hemisphere, Potential 500 hPa)
Folgen Besonders betroffen waren die Grafschaften Surrey, Berkshire, Somerset und Kent. Bis Mitte Februar 2014 wurden insgesamt rund 5000 Häuser überflutet,Land unter: England versinkt im Hochwasser. In: Der Tagesspiegel online, 13. Februar 2014. zudem waren ungefähr 140.000 Häuser und Wohnungen von Stromausfällen betroffen. Euronews, 16. Februar 2014.
In Berkshire und Surrey erreichte die Themse Pegel wie seit den 1980er-Jahren nicht mehr gemessen.Die Briten müssen sich auf weitere Flutschäden einstellen. In: Neue Zürcher Zeitung online, 16. Februar 2014. Auch in London, wo die Themse über ihre Ufer trat und der höchste Wasserstand seit 60 Jahren erwartet wurde, In: Tageblatt online, 13. Februar 2014. mussten Einwohner ihre Häuser räumen. Eine umfassendere Überflutung Londons wurde durch die Thames Barrier verhindert.Ein gigantisches Bollwerk schützt das britische Herz. In: Die Welt online, 14. Februar 2014.
Betroffen waren auch die Küsten, wo es mehrfach schwere Erosionsschäden gab.
Angaben der Flutschäden liegen bei einer Summe von zumindest 1,5 Milliarden Dollar (etwa 1 Milliarde Euro, 1,4 Milliarden Pfund), eines der 20 schwersten Schadensereignisse des Jahres weltweit.
Das Krisenmanagement der Regierung von David Cameron und die spät einsetzende Katastrophenhilfe gerieten in die Kritik, und dem Leiter der staatlichen Umweltbehörde Lord Smith wurde der Rücktritt nahegelegt.Flut in Großbritannien – Hochwasser macht Politik. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung online, 11. Februar 2014.
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Einzelnachweise
England 2013-2014 Kategorie:Naturkatastrophe 2013 Kategorie:Naturkatastrophe 2014 Kategorie:Englische Geschichte (21. Jahrhundert) Kategorie:Wetterereignis (Europa)