Der Gelbkopfkarakara (Milvago chimachima) ist ein kleiner Karakara, der hauptsächlich im nördlichen und zentralen Südamerika vorkommt. Sein Name bezieht sich auf seine Gefiederfarbe.
Merkmale Der Gelbkopfkarakara hat ein creme- bis beigefarbenes Gefieder. Seine Flügeldecken sind schwarzbraun. Am Kopf hat er einen schwarzen Streifen hinter dem Auge. Sein Schwanz ist leicht gebändert. Er erreicht eine Größe von 40 bis 46 cm und eine Spannweite von 81 bis 95 cm. Wie bei den meisten Falkenartigen und Greifvögeln ist das Männchen etwas kleiner als das Weibchen. Die männlichen Exemplare wiegen um 300 g (235 bis 329 g), die weiblichen um 330 g (297 bis 364 g).John B. Dunning, Jr.: The CRC Handbook of Avian Body Masses, Second Edition. CRC Press, 2007, ISBN 1420064452, S. 63 (Vorschau bei Google Books).
Verbreitung Die Art lebt im größten Teil von Südamerika östlich der Anden, vom Norden Argentiniens bis nach Mittelamerika.Factsheet auf BirdLife International In Costa Rica wird sie seit 1973 beobachtet und hat seitdem ihr Areal merklich vergrößert.Carrol L. Henderson: Field Guide to the Wildlife of Costa Rica. University of Texas Press, 2002, ISBN 029273459X, Yellow-headed Caracara, S. 197.
Habitat Der Gelbkopfkarakara bevorzugt offene, unbewaldete Habitate, er ist häufig in Kultur- und Weideland. Innerhalb geschlossener Waldgebiete kommt er vor allem entlang der großen Flüsse vor.
Nahrung und Nahrungserwerb Als Geierfalke frisst er Aas, meist von kleineren Tieren. Sehr oft kann man den Gelbkopfkarakara auf Weidevieh und anderen größeren Tieren beobachten, die er nach Zecken und Insekten absucht. Wie viele andere Karakaras scharrt er oft nach Insekten, Würmern und anderen Wirbellosen. Des Weiteren kann man ihn ebenfalls als Nahrungsopportunisten bezeichnen.
Phylogenese Nach einer Multigen-phylogenomischen Untersuchung von Jerome Fuchs et al. 2012Jerome Fuchs, Jeff A. Johnson, David P. Mindell (2012): Molecular systematics of the caracaras and allies (Falconidae: Polyborinae) inferred from mitochondrial and nuclear sequence data. Ibis (2012), (open access) ist die Gattung Milvago polyphyletisch. Nächster Verwandter von Milvago chimachima wäre danach Daptrius ater, der Gelbkehlkarakara.
Unterarten mini|Verbreitung (grün) des Gelbkopfkarakaras Es sind zwei Unterarten bekannt:IOC World bird list Seriemas, falcons Milvago chimachima cordata & , 1918Outram Bangs u. a. (1918), S. 35. kommt im südlichen Costa Rica bis über Südamerika nördlich des Amazon vor Milvago chimachima chimachima (, 1816)Louis Pierre Vieillot (1816), S. 259. ist vom Amazon südlich bis ins nördliche Argentinien verbreitet.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung der Gelbkopfkarakara erfolgte 1816 durch Louis Pierre Vieillot unter dem wissenschaftlichen Namen Polyborus chimachima. Zum Verbreitungsgebiet des Typusexemplar nannte er kein Details.Louis Pierre Vieillot (1816), S. 259–260 Bereits 1824 führte Johann Baptist von Spix die Gattung Milvago für Milvago ochrocephalus , 1824, ein Synonym zum Gelbkopfkarakara, ein.Johann Baptist von Spix (1824), S. 12 Dieser Begriff ist das lateinische Wort für einen habichtartigen Greifvogel.Milvago The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname »chimachima« beschreibt im argentinischen Raum den Laut der Karakaras.chimachima The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling »Cordata« leitet sich vom lateinischen cordatus, cor, cordis für weise, klug gescheit, Herz ab.chimachima The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann erwähnte in seinem Werk Die Vögel von Paraguay, dass die Art in Paraguay relativ häufig anzutreffen ist und auf der deutschen Gran Chaco Exepetion oft gesichtet wurde.Alfred Laubmann (1939), S. 147–148
Einzelnachweise
Literatur
Weblinks
Kategorie:Falkenartige