Adolf Sengel (* 10. Juni 1869 in Forbach; † 11. September 1944 in Darmstadt) war ein deutscher Elektroingenieur. Er war Professor für Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Darmstadt.

Leben Sengel wurde 1869 als Sohn des Mediziners Karl Sengel und dessen Ehefrau Emilie Sengel geb. Wagner im lothringischen Forbach geboren. Nach dem Schulabschluss studierte er ab 1886 Elektrotechnik bei Erasmus Kittler an der Technischen Hochschule Darmstadt und schloss sein Studium im März 1891 erfolgreich ab. Während seines Studiums wurde er 1888/1889 Mitglied der Landsmannschaft Cheruskia Darmstadt.Berthold Ohm, Alfred Philipp (Hrsg.): Anschriftenverzeichnis der Alten Herren der Deutschen Landsmannschaft. Teil 1. Hamburg 1932, S. 84. Nach seinem Studium ging er als Entwickler zur AEG und war bei der Werkstätte für Maschinenbau (vormals Ducommun) in Mülhausen im Elsass beschäftigt.

Ab 1. April 1896 wurde er Konstrukteur am Elektrotechnischen Institut der Technischen Hochschule Darmstadt und hatte ab April 1897 einen Lehrauftrag für elektrotechnische Konstruktionen. Im Mai 1898 erhielt er eine außerordentliche Professur mit dem Lehrauftrag für elektrotechnische Konstruktionen. Sengel war damit neben Erasmus Kittler und Karl Wirtz der dritte Professor für Elektrotechnik an der Hochschule. Das Aufgabengebiet Sengels wurde später um das Fach Projektieren elektrischer Licht- und Kraftanlagen erweitert. Daneben war er für die Leitung der elektrischen Komponenten des Hochschulkraftwerks zuständig. Das 1904 nach Entwurf von Georg Wickop an der Magdalenenstraße neu erbaute Kraftwerk versorgte die gesamte Hochschule mit Wärme und Strom.

Ab 1909 vertrat Sengel auch das Gebiet elektrische Bahnen, das 1911 zum Prüfungsfach wurde. 1920 wurde Sengel Referent für Elektrowesen im Hessischen Ministerium der Finanzen. Im April 1922 wurde er zum Oberbaurat ernannt und war kommissarisches Mitglied der Ministerialabteilung Bauwesen und Vortragender Rat im Ministerium der Finanzen. Adolf Sengel war von 1925 bis 1928 Dekan der Abteilung Elektrotechnik der Technischen Hochschule Darmstadt.

Seit 1903 war Sengel mit Elisabeth Best verheiratet. Aus der Ehe ging die Tochter Lieselotte hervor. Die Familie wohnte im Haus Roquetteweg 15 im Darmstädter Paulusviertel, das ebenfalls von Georg Wickop entworfen wurde.Jürgen Bredow, Johannes Cramer (Hrsg.): Bauten in Darmstadt. Architekturführer. Roether, Darmstadt 1979, ISBN 3-7929-0106-4.

Sengel wurde nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 aus dem Amt gedrängt. Der 64-Jährige wurde aufgefordert, als „nationale Tat“ für einen jüngeren Nachfolger Platz zu machen. Er bat daraufhin im Oktober 1933 um die Versetzung in den Ruhestand bzw. die Emeritierung, die zum 1. April 1934 auch erfolgte. Adolf Sengel starb in der Nacht vom 11. auf den 12. September 1944 bei dem schwersten Luftangriff auf Darmstadt im Zweiten Weltkrieg.

Ehrungen 1911: Verleihung des Ritterkreuzes I. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen

Literatur Andreas Göller: Praxis-Theorie-Innovation. Zur Geschichte der Elektrotechnik an der TH Darmstadt 1882-1945. In: Archiv für hessische Geschichte, 65, 2007, S. 165–198. Die Großherzogliche Technische Hochschule zu Darmstadt 1896-1908. Festschrift zur Feier der Eröffnung der Erweiterungsbauten am 23. Juli 1908. Darmstadt 1908, S. 93–95. Melanie Hanel: Die Technische Hochschule Darmstadt im „Dritten Reich“. Dissertation, Darmstadt 2013. Christa Wolf, Marianne Viefhaus: Verzeichnis der Hochschullehrer der TH Darmstadt. Darmstadt 1977, S. 193.

Einzelnachweise

Kategorie:Elektroingenieur Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität Darmstadt) Kategorie:Träger des Verdienstordens Philipps des Großmütigen (Ritter I. Klasse) Kategorie:Landsmannschafter Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1869 Kategorie:Gestorben 1944 Kategorie:Mann