Die Reise nach Marrakesch ist ein deutsches Filmmelodram aus dem Jahre 1949 von Richard Eichberg.

Handlung Armande Colbert, eine ebenso verwöhnte wie gelangweilte Frau der gehobenen Pariser Gesellschaft und Gattin eines berühmten Chirurgen, verbringt ihre Zeit mit zahlreichen Liebesabenteuern. Eifrigster Verehrer ist der Spekulant Orliac, der jedoch nicht so recht zum Zuge kommt. Armandes derzeitiger Geliebter ist der Kunstmaler Jacques, der jedoch in ihre beste Freundin Liliane verliebt ist. Während seines Aufenthaltes im marokkanischen Casablanca kommt es seinetwegen zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen den beiden Rivalinnen um seine Gunst. Jacques bekommt diesen Streit eher zufällig mit, springt daraufhin in sein Auto und verursacht wenig später einen schweren Unfall, bei dem er stirbt.

Armande Colbert tröstet sich bald darauf mit einem anderen Mann, Capitaine Blanchard. Eines Tages erreichen Armande anonyme Briefe, in denen ihr Tod innerhalb der kommenden zwölf Monate avisiert wird. Armande tippt auf Orliac als die „giftige Feder“, da sie ihn allzu oft hat abblitzen lassen. In Todesangst gesteht Armande ihrem Mann alles und gelobt für die Zukunft reumütig Besserung. Professor Colbert verzeiht ihr und kauft für sich und seine Frau in Marrakesch ein Palais. Dort will er nach all den turbulenten Ereignissen der vergangenen Zeit und den ehezerstörenden Männerbeziehungen Armandes mit seiner Frau endlich zur Ruhe kommen. Doch in der Nacht vor der Abreise erfüllt sich der in den Briefen angekündigte Fluch: Die von Armande betrogene Liliane erschießt diese aus Rache für den Verlust des geliebten Jacques.

Produktionsnotizen Dem Film liegt ein französischer Dreiakter von Benno Vigny zugrunde: Le voyage à Marrakech, „ein mondänes Cocktail-Schauspiel mit einem Schuß moralisierender Gesellschaftskritik und etlichen Prisen lesbischer Capricen zwischen dem Frauenpaar Armande-Rosine.“

Die Reise nach Marrakesch war Eichbergs letzte Filmregie. Im Januar 1949 war er aus den USA, wo er rund zehn Jahre lang im Exil gelebt hatte, nach Deutschland heimgekehrt und ließ sich in München nieder. Mitte desselben Jahres reiste er mit einer Crew nach Marokko, um dort in Casablanca und dessen UmgebungAlfred Bauer: Deutscher Spielfilm Almanach. Band 2: 1946–1955, S. 74 die Außenaufnahmen für diesen Film herzustellen.Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 150. Die Atelieraufnahmen entstanden in Geiselgasteig und wurden vom 29. August bis zum 15. Oktober 1949 angefertigt. Die Uraufführung von Die Reise nach Marrakesch fand am 21. Dezember 1949 in Frankfurt am Main und in München statt.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 1,5 Millionen DM.CineGraph: Richard Eichberg, Lieferung 4 vom Juli 1985

Eichbergs letzte Arbeit vor Die Reise nach Marrakesch war der zwölf Jahre zuvor in Indien gedrehte Zweiteiler Der Tiger von Eschnapur und Das indische Grabmal gewesen. Der überwältigende Publikumserfolg dieses Filmstoffs im Kinojahr 1938 und die erfolgreiche Wiederaufführung in den Westzonen ließen in Eichberg die Idee reifen, seine Regiekarriere mit einem erneut an exotischen Schauplätzen spielenden Film wiederaufzunehmen. Das Ergebnis war ein einziges Fiasko, wie Curt Riess in seinem Erinnerungsband 'Das gibt‘s nur einmal' schreibt.Curt Riess: Das gibt‘s nur einmal. Das Buch des deutschen Films nach 1945, Hamburg 1958. S. 247 f.

In Österreich lief der Film unter dem Titel Liebesabenteuer in Casablanca.

Die Filmbauten stammen von Willi A. Herrmann und Heinrich Weidemann.

Kritiken Die Illustrierte Film-Bühne fand, dass Die Reise nach Marrakesch „ein bisschen wie eine Lobbyarbeit für die sich etablierende Reisebranche wirkt“.IFB, Ausgabe Nr. 495

Das Lexikon des Internationalen Films urteilte kurz: „Triviale Liebes- und Abenteuerschnulze.“

Auch die Frankfurter Rundschau und die Süddeutsche Zeitung besprachen zum Jahresende 1949 den Film negativ; der Kritiker des letztgenannten Blattes, Alfred Dahlmann, befand, es handele sich bei Die Reise nach Marrakesch um den schlechtesten Film, den er je gesehen habe.

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Kategorie:Filmtitel 1949 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Schwarzweißfilm