Friedrich August von Leutsch (* 28. Februar 1757 in Sangerhausen; † 3. Juli 1818 in Celle) war von 1791 bis zur Auflösung des Gerichts 1806 Assessor (Richter) am ReichskammergerichtJahns, S. 282., anschließend im diplomatischen Dienst Kursachsens tätig und ab 1817 Vizepräsident des Oberappellationsgerichts Celle.
mini|Wappen des Friedrich August von Leutsch (1791)
Herkunft und Familie Sein Vater war David Ernst von Leutsch, kursächsischer Hauptmann. Seine Mutter, Christiane Eleonore war eine geborene von Hoyquesloot. Die freiherrlichen Familie von Leutsch gehört zum sächsischen Uradel.Jahns, S. 282f.
Friedrich August von Leutsch heiratete 1796 Karoline Luise Johanna Christiane Wilhelmine Hoffmann (1775–1820). Die Familie der Ehefrau gehörte der hohen Beamtenschaft der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt an.Jahns, S. 284. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervorJahns, S. 283 (zu den Kindern 1–6).: Friedrich Ernst (1797–1852), Königlich hannoverscher Justizrat Karl Christian (1798–1882), Historiker und Autor Auguste (1800–1806) Albert Levin Maximilian (1802–1867), k. u. k. Rittmeister Ernst Ludewig (1808–1887), Altphilologe, Professor an der Universität Göttingen Otto Wilhelm (1811–1884), k. u. k. Hauptmann Auguste (1812–1817).
Ausbildung Friedrich August von Leutsch studierte von 1774 bis 1778 an der Universität Wittenberg Rechtswissenschaften und beendete das Studium ohne formalen Abschluss.Jahns, S. 284.
Wirken Seine berufliche Laufbahn begann Friedrich August von Leutsch als Assessor im Dienst der kursächsischen Regierung und wurde nach zwei Jahren Hof- und Justizrat, 1790 Hofgerichts-Assessor (Richter).Jahns, S. 285.
Nachdem am 22. Januar 1791 Hans Christoph von Leipziger verstorben war, der die durch Kursachsen zu besetzende Assessorenstelle am Reichskammergericht innegehabt hatte, präsentierte Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen dem Gericht Friedrich August von Leutsch als Nachfolger. Das Akkreditierungsverfahren verlief für die Verhältnisse am Reichskammergericht sehr zügig und Friedrich August von Leutsch leistete bereits am 22. Oktober 1791 seinen Amtseid.Jahns, S. 286.
Nach Auflösung des Heiligen Römischen Reichs – und damit auch des Reichskammergerichts – 1806 kehrte er 1807 in kursächsische Dienste zurück. Als Gesandter wurde er zu Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg nach Frankfurt am Main entsandt (1807 bis 1812) und auch als kursächsischer Gesandter für den Bundestag des Rheinbundes verpflichtet – der allerdings nie zusammentrat. 1817 wechselte er in die Dienste des Königreichs Hannover und wurde Vizepräsident des Oberappellationsgerichts Celle. In diesem Amt verstarb er 1818.Jahns, S. 285.
Literatur Gothaisches genealogisches Taschenbuch der uradeligen Häuser, Band 16 (1919). Sigrid Jahns: Das Reichskammergericht und seine Richter. Verfassung und Sozialstruktur eines höchsten Gerichts im Alten Reich – Teil 2, Band 1: Biografien (= Friedrich Battenberg, Albrecht Cordes, Ulrich Eisenhardt, Peter Oestmann, Wolfgang Sellert (Hg.): Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, Band 26). Böhlau, Köln u. a. 2003. ISBN 3-412-06503-X
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