Anières [] ist eine politische Gemeinde des Kantons Genf in der Schweiz.

Geographie Die Gemeinde befindet sich am linken Ufer des Genfersees, im nordöstlichen Teil des Kantons Genf, etwa 9 m Kilometer von der Stadt Genf entfernt. Im Norden grenzt sie an Hermance, im Süden an Corsier und Gy. Ein Teil der Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz verläuft an Anières, Veigy-Foncenex befindet sich auf der gegenüberliegenden Grenzseite.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Fläche von 3,86 km². Das Gemeindegebiet umfasst zu einem großen Teil (62,3 %) landwirtschaftliche Flächen, weitere 4,6 % sind Waldflächen. Wohn- und Infrastrukturflächen machen 31,7 % der Gesamtfläche aus, die letzten 0,3 % sind unproduktive Flächen.

Zur Gemeinde am südlichen Ufer des Genfersees gehören die Weiler Bassy und Chevrens. Mit der Hermance und der Nant-d’Aisy verlaufen zwei Flüsse durch Anières.

Geschichte Die ältestes Spuren von Siedlungen auf dem Gebiet der Gemeinde reichen bis 3000–2500 v. Chr zurück.https://ge.ch/geodata/SIAMEN/PDL/PDCom_Anieres/PDCom_Anieres_2.pdf Am Genfersee existierte eine Pfahlbaustation und zur römischen Zeit wurde das Gebiet stärker bewohnt.

Die Siedlung ist 1179 als (Guillelmus) dasneres erwähnt. Aufgrund der Nähe zum See wurde in dieser vor allem Fischfang und Landwirtschaft betrieben.

Vom 14. Jahrhundert bis zur Französischen Revolution gehörte die Gemeinde zur savoyischen Vogtei Chablais, unterbrochen durch die bernische Besatzung von 1536 bis 1564/1567. 1816 wurden Anières und Corsier zusammengefügt. Sie trennten sich jedoch 1858 auf Grund von Differenzen bei der Ausgabenpolitik wieder.

Die Bevölkerung stieg ab 1950 stark an, womit das Villenviertel am See entstand.

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Jahr 1860 1900 1930 1950 1990 2000 2010 2012 2014 2015 2016 2017 Einwohner 315 508 374 491 1446 2031 2327 2265 2398 2426 2495 2557

Politik

Legislative – Gemeinderat Die gesetzgeberische Gewalt wird durch den Munizipalrat (Conseil municipal) wahrgenommen. Er zählt 13 Sitze und wird alle fünf Jahre direkt vom Volk im Proporzwahlverfahren mit einer 7-Prozent-Hürde gewählt. Der Munizipalrat bestimmt das Stadtbudget und stimmt über Vorlagen der Stadtregierung (Conseil administratif) ab. Ausserdem kann er selber Vorstösse lancieren. Die oben stehende Grafik zeigt die Sitzverteilung nach den letzten Gemeindewahlen vom März 2025.

Exekutive – Gemeinderegierung Die Gemeinderegierung (Conseil administratif, CA) besteht aus drei gleichberechtigten Mitgliedern, die alle fünf Jahre vom Volk in einer Majorzwahl einzeln gewählt werden. Bis zum 1. Juni 2025 bestand die Exekutive aus einem Bürgermeister und zwei Stellvertretern, seitdem wechselt das Amt des Stadtpräsidenten (Maire) jährlich im Turnus zwischen den Regierungsmitgliedern. Für den Zeitraum 2025 bis 2030 setzt sich die Gemeinderegierung wie folgt zusammen: RegierungsmitgliedParteiRessortPascal WassmerFDP Abwasserentsorgung, Straßen, Sicherheit, Nachhaltige EntwicklungClaudine HentschEPAStadtplanung & Bauwesen, Frühkindliche Bildung Claire Thibault BulliardFDPFinanzen, Soziales, Kultur, Freizeit

Nationalratswahlen Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2023 betrugen die prozentualen Wähleranteile in Anières: FDPSVPGLPMitteGPSSPMCRPOP/SolEVP30,8820,7311,539,028,888,096,760,950,3

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft mini|Rebbau in Anières Wie in großen Teilen des Kantons wird in Anières vor allem Landwirtschaft und Rebbau betrieben, wobei der Boden vor allem für letzteren sehr gut geeignet ist. Vereinzelte Lokalunternehmen sind vorhanden, darunter einige Restaurants und Cafés. Ein großer Teil der Einwohner pendelt jedoch in die dichter besiedelten Teile des Kantons.

Das Hospice général betreibt auf dem Gemeindegebiet ein Aufnahmezentrum für Asylsuchende.

Entlang der Route de Thonon befindet sich der Grenzübergang Anières.

Transport Die Gemeinde ist mit dem Netzwerk der Transports publics genevois verbunden und subventioniert die Nutzung der öffentlichen Transportmittel durch ihre Einwohner. Der Kauf von Fahrrädern ist ebenfalls subventioniert. mini|Pont de Crévy Es führen mehrere Brücken in der Gemeinde über die Hermance, welche einen Grenzübergang bilden, darunter die Steinbrücke Pont de Crévy. Weitere sind der Pont des Golettes und der Pont Neuf.

Bildung Es gibt in Anières eine Kindertagesstätte sowie eine Primarschule, aufgrund der geringen Einwohnerzahl müssen Schüler für die Sekundarstufe in benachbarte Gemeinden zur Schule gehen. Die Primarschule wird von circa 215 Schülern besucht.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Architektur und Ortsbild mini|270px|Chapelle AnièresDer bebaute Teil des Gemeindegebiets befindet sich größtenteil an der Seeküste, wo das Ortsbild vor allem durch eine Mischung aus historischen Häusern und modernen Villen geprägt ist. Die Chappelle d'Anières ist ebenfalls nahe am See gelegen und fungiert als protestantisches Zentrum für die umliegenden Gemeinden.

Wappen

Literatur

Weblinks

Website der Gemeinde Anières

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kanton Genf Kategorie:Schweizer Gemeinde