Diese Liste vermittelt Informationen zu Erdbeben in allen Teilen der Erde, die durch historische Berichte überliefert sind oder wegen ihrer Auswirkungen durch Medienberichte bekannt wurden. Das vorangestellte Kartenmaterial zeigt die Konzentration von Erdbebenepizentren entlang der tektonischen Plattengrenzen.
Erdbeben, die sich unterseeisch am Meeresboden ereignen, werden oft auch als „Seebeben“ oder „Meerbeben“ bezeichnet. Treten dabei großflächig Hebungen und/oder Senkungen auf, werden große Volumina Meerwasser ruckartig verschoben. Die hineingesteckte Energie breitet sich über Wasserwellen aus und birgt die zusätzliche Gefahr von Tsunamis an Küsten.
Karten
Beim Vergleich der Karten ist die Übereinstimmung der Regionen größter Erdbebenhäufigkeit mit den Grenzen der tektonischen Platte deutlich.
Liste Legende: T = Tiefe des Erdbebenherdes in km M = Magnitude MW = Momenten-Magnitude (W von mechanical work (engl.) Arbeit) MS = Oberflächenwellenmagnitude (S von surface (engl.) Oberfläche) ML = Lokalmagnitude keine Angabe = Art der Magnitude unbekannt I = Intensität auf der Modifizierten Mercalliskala Q = Quelle der Informationen (s. Abschnitt Einzelnachweise)
Bis 8. Jahrhundert Datum Ort Land Opfer Bemerkungen T M Q Berg Tai Shan in Shandong China in den Bambusannalen dokumentiert bei Sparta Griechenland ca. 20.000 Golf von Euböa Griechenland Verwüstung zu beiden Seiten des Golfs, s. Erdbeben im Golf von Euböa 426 v. Chr., Tsunami, möglicherweise zwei Beben vor Helike und Bura Griechenland Tsunami, beide Städte wurden ausgelöscht Rhodos Griechenland Der Koloss von Rhodos stürzt ein. Alexandria Ägypten ca. 75.000 Zhucheng, Changle in Shandong China > 6.000 Erdbeben von Zhucheng und Changle in Shandong 70 v. Chr. ≥ 7,0 2 Römische Provinz Palästina 30.000 2 Lydien Plinius der Ältere und Tacitus erwähnten 13 zerstörte Städte Pompeji Italien Zerstörung von Pompeji und anderer Orte in Kampanien 2 Salamis Zypern Große Zerstörungen in SalamisInfobroschüre von Tourismusbüro für Werbung und Marketing von Nordzypern Antiochia (heute Antakya) Römisches Reich, heute Türkei ~260.000 Während des Erdbebens weilte Kaiser Trajan in Antiochia. Tausende starben, Trajan überlebte, s. Erdbeben von Antiochia 115 7,5 178 und 180 Smyrna (heute Izmir) und Pergamon (heute Bergama) Römisches Reich, heute Türkei zwischen 243 und 250 Kaiseraugst Schweiz teilweise Zerstörung der römischen Siedlung Augusta Raurica 4. Jahrhundert Petronell-Carnuntum Niederösterreich schwere Schäden, römische Stadt Carnuntum wird im 5. Jh. aufgelassen Salamis Zypern Große Zerstörungen von Salamis Antiochia (heute Antakya) Oströmisches Reich, heute Türkei 40.000 Wahrscheinlich erste Zerstörung des Leuchtturmes von Pharos und Heraushebung der Küstenlinie Westkretas um bis zu 9 m; s. Erdbeben vor Kreta 365 2 Antiochia (heute Antakya) Oströmisches Reich, heute Türkei 80.000 2 Yuanping, Dai in Shanxi China 5.310 Erdbeben zwischen Yuanping und Dai in Shanxi 512 7,5 2 Sagalassos Oströmisches Reich, heute Türkei Zerstörung von Sagalassos am Fuße des Taurusgebirges Antiochia (heute Antakya) Oströmisches Reich, heute Türkei 250.000 Erdbeben von Antiochia 526 (20.–29. Mai) 7,0 2 Antiochia (heute Antakya) Oströmisches Reich, heute Türkei 4.870 7,1 2 Aleppo Syrien 130.000 2 Antiochia (heute Antakya) Oströmisches Reich, heute Türkei 30.000 2 Antiochia (heute Antakya) Oströmisches Reich, heute Türkei 60.000 2 Mitte des 7. Jahrhunderts Sagalassos Oströmisches Reich, heute Türkei endgültige Zerstörung von Sagalassos Damghan und Qumis Iran 40.000 2 Q: christlich-syrische Weltchronik (Übersetzung), Katherinenkloster, Sinai, Ägypten 2 Tianshui in Gansu China ca. 40.000 Erdbeben nahe Tianshui in Gansu 734 > 7,0
9. Jahrhundert DatumOrtLand Opfer Bemerkungen T M Q St Andrews Schottland 1.400 2 Ferganatal Usbekistan 15.000 2 Nisa Turkmenistan 5.000 2 –847 Damaskus, Mosul Islamisches Kalifat, Provinzen Syrien und Irak 50.000–70.000 Verschiedene Angaben für Erdbeben im Gebiet von Damaskus und Mosul 2 Rey Islamisches Kalifat, Provinz Persien, heute Iran 45.000 2 Dvin Armenien 12.000 10 5,2 2 Damghan und Qumis Islamisches Kalifat, Provinz Qumis, heute Iran 200.000(?)Sorkhabi, Rasoul: 856 December 22 Komesh (Modern Damghan) Earthquake. In: Tectonic Evolution, Collision, and Seismicity of Southwest Asia: In Honor of Manuel Berberian's Forty-Five Years of Research Contributions. Geological Society of America, 2017, ISBN 978-0-8137-2525-3, S. 145–147. (englisch) Erdbeben von Qumis 856. Für diesen Monat sind Erdbeben aus Tunesien, Syrien, Ägypten, Jemen, Iran und Griechenland mit jeweils mehreren 10.000 Toten angegeben. 6,5 1/2 vor der Sanriku-Küste Provinz Mutsu, Japan 1.000 Jōgan-Sanriku-Erdbeben 869. Tsunami entlang Ostküste von Tōhoku. 8,6 2 Wasit Islamisches Kalifat, Provinzen Irak und Persien, heute Iran/Irak 20.000 2 Ardabil Islamisches Kalifat, Provinz Persien, heute Iran 150.000–180.000 Für 893 sind für das Islamische Kalifat, Provinz Persien (heute Iran), Armenien und die Region des Kaukasus mehrere Erdbeben mit vielen 10.000 Toten angegeben 1/2
11. Jahrhundert DatumOrtLand Opfer Bemerkungen T M Q Bagdad Islamisches Kalifat, Provinz Irak 10.000–100.000 Für 1007/1008 sind fünf Erdbeben mit hohen Opferzahlen verzeichnet 2 Ramallah, Gaza, Nablus Islamisches Kalifat, Provinz Palästina 70.000 2 Taiyuan in Shanxi China 23.000 Schwere Zerstörungen im Umkreis von Taiyuan.Tracy G. Miller: Water sprites and ancestor spirits: reading the architecture of Jinci, The Art Bulletin, 2004Comments for the Significant Earthquake. National Geophysical Data Center, Boulder (Colorado) (englisch)Comments for the Significant Earthquake. National Geophysical Data Center, Boulder (Colorado) (englisch) Täbris Islamisches Kalifat, Provinz Persien, heute Iran 50.000 15 7,6 2 Zhili und Peking China 25.000 6,8 2 Eilat, Ramla, Damaskus Islamisches Kalifat; Provinzen Palästina (heute Israel/Palästinensische Autonomiegebiete), Ägypten, Syrien 25.000 6,5 2
12. Jahrhundert DatumOrtLand Opfer Bemerkungen T M Q Khorasan Islamisches Kalifat, Provinz Persien, heute Iran 60.000 10 6,5 2 Epizentrum bei Verona Oberitalien, Schweiz Die dem Erdbeben von Verona 1117 zugeschriebenen Schäden, im fast gesamten Mitteleuropa, gehen wahrscheinlich auf mehrere Ereignisse zurück Catania Italien 15.000 2 Aleppo Islamisches Kalifat, Provinz Syrien 230.000 Erdbeben von Aleppo 1138 1 Gəncə Islamisches Kalifat, Provinz Persien, heute zu Aserbaidschan 230.000 Auch in Syrien soll es 1139 ein Erdbeben mit über 200.000 Toten gegeben haben. Eventuell wurden von frühen Historikern verschiedene Erdbeben der damaligen Zeit vermischt. In den Kreuzrittergeschichten wird zu diesem Zeitpunkt und in dieser Region von gewaltigen Beben berichtet.Comments for the Significant Earthquake. National Geophysical Data Center, Boulder (Colorado) (englisch) Ningxia China 10.000 6,0 2 Butrint Albanien 2/ Damaskus Islamisches Kalifat, Provinz Syrien 80.000 2 Syrakus Italien 16.000 2
13. Jahrhundert DatumOrtLand Opfer Bemerkungen T M Q Katschberg Herzogtum Kärnten, heute Österreich Das früheste bekannte Erdbeben in Österreich. 8 6,1Erdbeben in Österreich und Stärkste Erdbeben %5Bin Österreich%5D. Webpräsenz der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), Lexikon bzw. Themenbereich Geophysik, zuletzt abgerufen am 3. September 2017.Katschberg 1201. Webpräsenz der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), Themenbereich Geophysik, zuletzt abgerufen am 3. September 2017. Nablus Islamisches Kalifat, heute Palästinensische Autonomiegebiete 30.000 Das Erdbeben wurde in Armenien, Anatolien, im Iran, in Ägypten und zwischen Sizilien und Mesopotamien wahrgenommen. Die genaue Anzahl der Opfer ist unklar. Arabische Quellen sprechen von mehr als einer Million Toten in den Jahren 1201 und 1202. Diese Zahl schließt wahrscheinlich auch die mittelbaren Opfer von Seuchen und Hungersnöten (in der Folge des Erdbebens und anderer Ursachen) mit ein. 6,8–7,5Comments for the Significant Earthquake. National Geophysical Data Center, Boulder (Colorado) (englisch) Ningxia China 10.000 2 Paphos Königreich Zypern Das Erdbeben auf Zypern 1222 zerstörte Paphos und Limassol fast vollständig und löste im östlichen Mittelmeer einen Tsunami aus. 15 7,0–7,5 Brescia Italien 12.000 2 KindbergHerzogtum Steiermark, heute Österreich 8 5,4 Adana Königreich Kleinarmenien 60.000 1/2 Peking China 10.000 2 Chihli, Innere Mongolei China 100.000 6,8 1/2 Kamakura Japan 23.024 2 Churwalden Schweiz < 500 12 6,5
14. Jahrhundert DatumOrtLand Opfer Bemerkungen T M Q Khaf Islamisches Kalifat, heute Iran 20.000 6,5 2 Friaul Italien Auch bekannt als „Das große Villacher Beben von 1348“. Das Erdbeben von Friaul 1348 führte auch zu einem Bergsturz am Dobratsch und zerstörte in Kärnten mindestens elf Burgen (namentlich genannt sind die Ortenburg und Kellerberg). Wiederholt wird eine Opferzahl von 5.000 genannt, worin aber auch die Pesttoten desselben Jahres enthalten sind. 8 6,8Das Erdbeben von 1348 in Friaul. Webpräsenz der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), Themenbereich Geophysik, abgerufen am 20. September 2013 Basel Nordschweiz 300 Einsturz des Münsters; siehe Basler Erdbeben. Stärkstes historisch überliefertes Beben nördlich der Alpen.6,0-7,1
15. Jahrhundert DatumOrtLand Opfer Bemerkungen T M Q Nemrut Dağı Osmanisches Reich, heute Türkei 30.000 2 Neapel Italien 30.000–40.000 Palästina, Syrien heute Israel/Syrien 30.000 2 Erzincan, Erzurum Osmanisches Reich, heute Türkei 32.000 7,5 2 Dodekanes Griechenland 30.000 7,1 2 Yunnan China 10.000 2
16. Jahrhundert