Willy Geisler (* 2. August 1886 in Wölfelsgrund, Landkreis Habelschwerdt, Provinz Schlesien; † 7. Februar 1952 in Berlin) war ein deutscher Komponist.
Leben Willy Geisler war der Sohn eines Holzbildhauers im Höhenluftkurort Wölfelsgrund in der Grafschaft Glatz. Nach seiner musikalischen Ausbildung komponierte er zunächst Operetten. Über 30 Operettenbühnen in Deutschland führten in den 1920er Jahren seine Werke auf. Den größten Erfolg hatte Liebling der Welt mit über 300 Aufführungen am Theater am Gärtnerplatz in München nach dessen Ausrichtung auf die Revue-Operette durch Fritz Fischer.
Mit dem Aufkommen des Rundfunks schuf er zahlreiche Kompositionen der gehobenen Unterhaltungsmusik wie Orchestersuiten, Serenaden und Romanzen, die meist für Salonorchester vorgesehen waren und durch das neue Medium weit bekannt wurden. Er war auch als Filmkomponist tätig.
Die musikalische Bildung für Kinder und Jugendliche lag Willy Geisler am Herzen. Er schrieb einige Kinderlieder und stellte in einer kleinen, mit Text unterlegten Komposition in einfacher Weise einige Orchesterinstrumente vor. Zusammen mit Erich Gottwald gab er 1927 ein zweiteiliges Werk Musik für Mittelschulen heraus.Willy Geisler, Erich Gottwald: Musik für Mittelschulen, Verl. Ferd. Hirt, Breslau 1927
Zum 1. September 1932 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.331.699)Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/10591279Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, 2. Auflage, S. 2081. und komponierte Marschlieder für HJ, SA und SS.
Werke (Auswahl) Mara Santro, Operette, 1919 Heideröschen, Operette, 1919 Friedemann Bach, Stück mit Musik in 7 Bildern, 1930 Ehestreik, Filmmusik, 1935 Der Liebling der Welt. Operette. UA 04.12.1942 im Metropol-Theater Berlin. Libretto: Richard Bars & Christof Schulz-Gullen Aus dem Stegreif, Serenade Endspurt, Galopp Liebeslied ohne Worte, Suite Mein Lieblingslied, Romanze Melodia, Suite Musikanten-Suite, 6 Stücke für Salonorchester Vom Menuett zum Walzer, Tanz-Suite für Salonorchester Über Länder und Meere, Suite Bin nur ein armer Dichter, Lied Kinderlieder
Literatur Aloys Bernatzky: Lexikon der Grafschaft Glatz. Marx Verlag, Leimen/Heidelberg 1984, S. 69 Geisler, Willy, in: Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main : S. Fischer, 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 175f. Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, 2. Auflage, S. 2081–2084. online
Weblinks
Deutsches Lied (mit Porträt) Erhältliche Notenausgaben beim Musikverlag Ries & Erler
Einzelnachweise
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