Saint-Pierre-des-Corps ist eine französische Stadt an der Loire mit Einwohnern (Stand: ). Sie liegt in Mittelfrankreich im Département Indre-et-Loire der Region Centre-Val de Loire, etwa drei Kilometer östlich vom Stadtzentrum von Tours, zwischen Loire und Cher. Sie ist Hauptort (chef-lieu) des gleichnamigen Kantons. Die Einwohner nennen sich Corpopétrussiens. Der Name der Stadt leitet sich vom lateinischen Wort corbus ab, das Rabe bedeutet.
Geographie Die Gemeinde liegt am linken Ufer der Loire, das Gemeindegebiet wird auch vom Flüsschen Filet durchquert. Sie grenzt im Norden an Rochecorbon, im Osten an La Ville-aux-Dames, im Südosten an Larçay, im Süden an Saint-Avertin und im Westen an Tours.
Geschichte Eine bronzezeitliche Besiedlung ist archäologisch für das Gemeindegebiet nachweisbar.
Während der Französischen Revolution wurde dem Ort der Name La Clarté-Républicaine gegeben. Mit der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts erfuhr der Ort auch einen wirtschaftlichen Aufschwung. Nach dem Zweiten Weltkrieg, der im Ort erhebliche Schäden hinterließ, stieg die Bevölkerungszahl auf über 10.000 Einwohner an und erreichte Anfang der 1980er Jahre mit über 18.000 einen Höchststand.
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2011 2017Einwohner 14.172 15.232 18.292 18.313 17.947 15.773 15.260 15.838 Quellen: Cassini und INSEE
Verkehr mini|Bahnhof Der Bahnhof Saint-Pierre-des-Corps liegt an der Bahnstrecke Paris–Bordeaux, die in diesem Abschnitt am 2. April 1846 eröffnet wurde. Die Bahnstrecke Vierzon–Saint-Pierre-des-Corps wurde am 18. Oktober 1869 in Betrieb genommen. Als bedeutender Knotenpunkt wurde der Bahnhof im Zweiten Weltkrieg wiederholt zum Ziel alliierter Luftangriffe.
Mit der Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsverbindung LGV Atlantique erhielt er 1990 ein modernes Empfangsgebäude. Um den Fahrtrichtungswechsel im Kopfbahnhof von Tours zu vermeiden, halten viele TGV zwischen Paris und Bordeaux in Saint-Pierre-des-Corps. Zudem wird er von Regionalzügen des TER Centre-Val de Loire, Ouigo-Zügen klassischen Typs, Intercité- und Interloire-Zügen bedient.
Persönlichkeiten Xavier Gravelaine (* 1968), Fußballspieler (Stürmer) und -trainer Franck Rabarivony (* 1970), ehemaliger Fußballspieler Jean-Marc Lelong (1949–2004), Comiczeichner Cyril Lemoine (* 1983), Radrennfahrer Franck Silvestre (* 1967), ehemaliger Fußballspieler Mikaël Silvestre (* 1977), Fußballspieler
Literatur Le Patrimoine des Communes d’Indre-et-Loire. Flohic Editions, Band 2, Paris 2001, ISBN 2-84234-115-5, S. 1209–1217.
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Einzelnachweise
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