Annot [] ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Alpes-de-Haute-Provence in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Sie gehört zum Arrondissement Castellane, zum Kanton Castellane und zum Gemeindeverband Alpes Provence Verdon.

Lage Die Gemeinde Annot liegt in den Seealpen auf 680 Meter Höhe im engen Tal der Vaïre, etwa zwei Kilometer vor deren Mündung in den Coulomp. Nachbargemeinden von Annot sind Le Fugeret im Norden, Braux im Nordosten, Saint-Benoît im Osten, Ubraye im Süden, Vergons im Südwesten sowie Allons im Westen.

Geologie mini|Sandsteinfelsbrocken auf dem Dorfplatz Annot befindet sich im Kalksteingebirge inmitten eines dort zutage tretenden Sandsteinvorkommens. Die teilweise herabgefallenen Trümmer des Felsenriegels am östlichen Ortsrand weisen eigenwillige Formen auf, sie wurden bereits 1920 unter Schutz gestellt.

Geschichte mini|Mittelalterliche Bauten im Ortskern In der Römerzeit existierte am Hang ein Oppidum an einer Stelle, die den Namen Vers-la-Ville trägt. Spuren der an die Felswände gebauten Häuser und in Stein gehauene Wegstufen sind noch zu erkennen.

Der heutige Ort im Tal der Vaïre ist jüngeren Datums. 1042 wurde er um die Kirche Saint-Pons befestigt, 1084 wurde er urkundlich erwähnt., abgerufen am 9. Februar 1014 Grundherr war zunächst die Abtei Saint-Victor in Marseille, die sich bestimmte Rechte mit dem Templerorden teilte. Nach der Auflösung des Ordens kamen dessen Güter zur Abtei Saint-Pons in Nizza.

Später gehörte das Gebiet zur Grafschaft Provence (Comté de Provence). Im Laufe der dem Tod Johannas I. folgenden Erbfolgestreitigkeiten im 14. Jahrhundert wechselte die Gemeinde die Seite und schloss sich, auf Vermittlung Maries von Châtillon-Blois, dem Lager Ludwigs von Anjou an. 1388 richtete Marie einen Jahrmarkt ein und genehmigte dem Ort das Abhalten von Wochenmärkten. Im 15. und 16. Jahrhundert war die Familie Saint-Pons örtlicher Grundherr.

Während der Hugenottenkriege wurde Annot 1574 von den Protestanten angegriffen. Von den Pestepidemien von 1626 und 1670 blieb die Gemeinde verschont. Ende des 17. Jahrhunderts wurde sie in den zweimonatlichen Postdienst mit Maultieren von Entrevaux nach Aix einbezogen. 1680 gab es in Annot vier Notare, im 18. Jahrhundert wurde eine Viguerie (Sitz eines königlichen Verwaltungs- und Justizbeamten) eingerichtet. Eine 1704 im Zuge des Spanischen Erbfolgekriegs eingerichtete Gemeindemiliz musste nach deren Niederlage für 1200 Pfund ausgelöst werden.

Im 19. Jahrhundert begann eine bescheidene Industrialisierung durch Spinnereien und Webereien. 1856 beschäftigten zwei der ursprünglich drei Betriebe insgesamt 40 Arbeiter. 1863 gab es in der Gemeinde zwei Grundschulen für Jungen, denen wenig später eine Mädchenschule folgte. 1908 erhielt der Ort einen Bahnanschluss nach Nizza, dem 1911 die Verbindung nach Digne folgte. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurde in der Gemeinde Wein angebaut.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2022Einwohner 920 746 859 1035 1053 988 1019 1013 Quellen: Cassini und INSEE

Verkehr Annot liegt an der Departementsstraße D 908, die von Barcelonnette kommend südlich des Ortes in die Nationalstraße 202 (Barrême – Nizza) mündet. Die Schmalspurbahn Chemins de fer de Provence verbindet den Ort mit Nizza und Digne-les-Bains.

Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Jean-Baptiste (ehemalige Kirche Saint-Pons), deren Ursprünge ins 10. Jahrhundert zurückreichen Mittelalterlicher Ortskern Sandsteinformationen Les grès d’Annot Denkmalgeschützte Brücke über die Vaïre

Belege

Weblinks

Website von annot.com mit Fotos und aktuellen Informationen (französisch)

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