miniatur|hochkant|Hans Mokka, um 1940 Hans Mokka, Pseudonyme Peter Andres, Christian Schwärmer,William Totok: Bibliotecar la Auschwitz - Bibliothekar in Auschwitz. In: Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik, 7. November 2011, teils in rumänischer Sprache Adalbert RantschekIrene Mokka, Horst Fassel (Hrsg.): Tagebuch 1948–1973, AT Edition, LIT Verlag, Münster, 2007, ISBN 3-89781-128-6, 347S., S. 24 (* 16. Mai 1912 in Temesvár, Komitat Temes, Königreich Ungarn, Österreich-Ungarn; † 9. Januar 1999 in Darmstadt)Siebenbürger Zeitung, Folge 13, 15. August 1999, S. 10 war ein deutscher Sänger klassischer Musik und Literat.Joachim Wittstock: Schriftsteller in Hermannstadt/Sibiu während der „Jahre der Volksmacht“ (vor und nach 1960), 41S., S. 42
Leben Hans Mokka wuchs in der Rosengasse im Stadtteil Iosefin von Timișoara auf. Bis 1926 besuchte er das Piaristengymnasium.Dávid Gyula: Romániai magyar irodalmi lexikon. Szépirodalom, közírás, tudományos irodalom, művelődés III. (Kh–M). Főszerk. Eintrag: Mokka, Hans, Kriterion Verlag, Bukarest, 1994, ISBN 9-73260-369-0, in ungarischer Sprache Darauf begann er eine Lehre als Buchdrucker. Während dieser Zeit gründete er im Arbeiterheim einen Literaturzirkel für Jungbuchdrucker. In den späten 1930er Jahren wurde er zum technischen Leiter eines Verlagshauses ernannt und war dort bis 1944 beschäftigt. Mokka nahm Geigenunterricht beim Béla Tomm und ließ sich in Timișoara und München zum Bariton ausbilden. Seine ersten Aufführungen von Opern und Operetten fanden ein geneigtes Publikum, so wurde er nach Beginn des Zweiten Weltkriegs einem Fronttheater zugeteilt. Mokka geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft und kehrte 1947 nach Timișoara zurück. Nach einem halben Jahr Untersuchungshaft ehelichte er 1948Ildico Achimescu: In: Bănățeanul vom 2. Februar 2006, in rumänischer Sprache. die Pianistin und Lyrikerin Irene Mokka.Susanne Führer: "Da wurde Rufmord begangen gegen Autoren." Schriftsteller Richard Wagner greift Banater Schwaben an. In: Deutschlandradio Kultur, 21. Dezember 2009 In Timisoara war er bis 1956 als Opernsänger und von 1957 bis 1968 als Schauspieler am Deutschen Staatstheater Temeswar tätig. Zwischen 1956 und 1968 wirkte er im Bachchor von Sibiu und als Solist. Nach dem Tod seiner Ehefrau Irene 1973 wirkte Hans Mokka vor allem bei musikalischen Veranstaltungen in Kirchen in Timișoara und bei volkstümlichen Kulturereignissen mit.
Schriftstellerisch äußerte sich Hans Mokka als Arbeiterdichter zuerst in ungarischen, dann in deutschen Versen. Seine ersten Gedichte veröffentlichte er 1928 in einer Schülerzeitung. 1938 und 1939 erschienen seine ersten Gedichtbände als Privatdrucke. Nach 1948 schrieb er neben seinen Publikationen in der „Temesvarer Zeitung“ auch in vielen deutschsprachigen Periodika Rumäniens sowie in den ungarischen Zeitungen Utunk, Igaz Szó, A Hét, und Előre. Während der Zeit des Stalinismus publizierte er zahlreiche „proletkultistische Texte“ und später einige „didaktizistische Jugendbücher“. Mokka war Mitautor der Anthologien „Friede und Aufbau“ (1950), „Deutsche Dichter der RVR (Rumänischen Volksrepublik)“ (1953), „Deutsche Erzähler der RVR“ (1955). Sein Zyklus „Erlebnisse in der Sowjetunion“ erschien in dem letztgenannten Sammelband. Dazu gehört auch das Prosastück „Der zerbrochene Hammerstiel“. 1971 erschienen patriotische Texte Mokkas in der rumänischen Propagandaanthologie „Înfrăţiţi slăvim partidul“ (). In den 1960er Jahren veröffentlichte er unter anderem auch in Deutschland und Österreich. 1991 emigrierte Mokka nach Deutschland und ließ sich in Darmstadt nieder.
Gemäß der Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller war Hans Mokka „ein wichtiger Zuträger“ des ehemaligen rumänischen Geheimdienstes Securitate, „der über alle Autoren der Aktionsgruppe Banat berichtet hat und häufig mit Aufträgen der Securitate aus Rumänien nach Deutschland kam.“Wilhelm Triebold: „Weder erhärten noch entkräften.“ Herta Müller fordert externen Sachverstand bei Aufklärung von Spitzelvorwürfen gegen Horst Fassel. In: Schwäbisches Tagblatt, 14. April 2010 Auch die rumäniendeutschen Schriftsteller Richard WagnerRichard Wagner: Kam die Securitate bis Tübingen oder war es bloß die Landsmannschaft der Banater Schwaben? In: Achse des Guten, 12. April 2010 und William Totok erhoben Vorwürfe über eine Agententätigkeit Mokkas von 1962 bis 1989, der in den Akten des Nationalen Rats für das Studium der Archive der Securitate unter den Codenamen MayerWilhelm Triebold: Spitzelvorwurf gegen Horst Fassel erneuert. „Ich bin nicht Filip“., In: Schwäbisches Tagblatt, 12. Juli 2010 und Hans MüllerWilliam Totok: "Mayer". Dialoge. In: Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik, 14. Oktober 2010 geführt worden sein soll. Die eingesehenen Unterlagen beschreiben weiter, dass Mokka bei einer Befragung 1962 geäußert haben soll, 1943 Mitglied der Waffen-SS geworden zu sein und dass er als Wächter und Bibliothekar im KZ Auschwitz und 1945 als Koch im KZ Ravensbrück tätig gewesen sei. In Auschwitz habe er auch für Offiziere des Lagers gesungen.
Ehrungen Preis der Bukarester Zeitung Neuer Weg, 1953
Veröffentlichungen (Auswahl) Stille Jugendtage, 1938 Improvisationen, 1943 Das Durchgangszimmer, Einakter, 1957 Spitzbuben, Einakter, 1958 Licht im Dorf, Schwank in zwei Bildern, 1959 Die Hahnenfeder, Jugendverlag, Bukarest, 1967 Urlaubsfreuden, Szenette, 1968 Traumboot, Editura Kriterion, Bukarest, 1971 Das Lebenselixier, Theaterstück, Rat für Kultur und sozialistische Erziehung, Bukarest, 1985 Innere Landschaft. Gedichte, Albatros Verlag, Bukarest, 1985 Traumhansl und Traumlieschen. Märchen und Volkserzählungen aus Temeswar, Ion Creangă Verlag, Bukarest, 1985 Das unerwartete Geschenk. Anekdoten, Editura Kriterion, Bukarest, 1987 Fröchliche Flunkereien, Ion Creangă Verlag, 1989, ISBN 9-73250-109-X Promenada amintirilor, Excelsior Verlag, 1992, ISBN 973-9015-25-5 Der Stromonkel und das Wassermännlein, Editura Kriterion, Bukarest, 1992 Erlebtes Temeswar: Alttemeswarer Mosaik, Elwert Verlag, Marburg, 1992, ISBN 3-77080-994-7 Cadențe timișorene, Excelsior Art Verlag, ISBN 9-73901-562-X Umbre sub stele, Excelsior Art Verlag, ISBN 9-73901-554-9Mitverfasser von: Friede und Aufbau, Anthologie, 1950 Deutsche Dichter der RVR, Anthologie, 1953 Deutsche Erzähler der RVR, 1955 Das Lied der Unterdrückten, 1963 Lirica Timisoreana, 1970 Monumentul iubirii (Das Monument er Liebe), 19711 Infratiti slavim partidul (Verbrüdert lobpreisen wir die Partei), 1971 Jahrbuch deutscher Dichtung, 1978
Schallplatten: Schubert-Chor Temeswar: Mein Heimatland, Banaterland, Werke von Johannes Brahms, Felix Mendelssohn Bartholdy, Franz Schubert, Robert Stolz, Leo Lehner, Josef Linster / Wilhelm Ferch, Quirin Rische; Bearbeitungen von Franz Stürmer, Viktor Loidl, Walter Michael Klepper. Solisten: Hans Mokka (Bass), Walter Berberich (Tenor), Liana Oarcea-Costin (Sopran), Werner Stein (Bariton); Leitung: Franz Metz. Konzertmitschnitt vom 16. Dezember 1983, Timișoara.
Weblinks Bayerische Staatsbibliothek: Nachlass von Hans Mokka (1912–1999) – BSB Ana 566 / 0: Repertorium des Nachlasses von Hans Mokka (1912–1999)
William Totok, Elena-Irina Macovei: Între mit şi bagatelizare. Despre reconsiderarea critică a trecutului, Ion Gavrilă Ogoranu şi rezistenţa armată anticomunistă din România, (), Editura Polirom, Iaşi 2016 [siehe Kapitel: Bibliotecarul de la Auschwitz, Hans Mokka – Bibliothekar in Auschwitz]
Einzelnachweise
Kategorie:Bassbariton Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Musiker (Timișoara) Kategorie:Banater Schwabe (Rumänisches Banat) Kategorie:Rumänischer Emigrant in Deutschland Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1912 Kategorie:Gestorben 1999 Kategorie:Mann