Matwejew Kurgan (; auch in der Schreibweise Matwejew-Kurgan, ) ist eine Siedlung (possjolok) in der Oblast Rostow in Russland mit Einwohnern (Stand ).

Geographie miniatur|links|Bahnhof Matwejew Kurgan Der Ort liegt etwa 75 km Luftlinie nordwestlich des Oblastverwaltungszentrums Rostow am Don am linken Ufer des Mius, knapp 20 km von der Staatsgrenze zur Ukraine entfernt.

Matwejew Kurgan ist Verwaltungszentrum des Rajons Matwejewo-Kurganski sowie Sitz der Landgemeinde Matwejewo-Kurganskoje selskoje posselenije, zu der außerdem die Dörfer Kamyschowka (24 km östlich), Marjewka (21 km östlich), Nowoandrianowka (13 km östlich), Petrowka (18 km ostnordöstlich) und Sokolowka (23 km östlich), die Siedlungen Krasny Bumaschnik (5 km westlich) und Suchoretschenski (4 km südlich) sowie die Weiler (chutor) Daraganow (7 km westlich), Kolesnikowo (3 km südsüdöstlich), Samoilowo (15 km westsüdwestlich) und Starorotowka (3 km nördlich) gehören.

Geschichte Der Ort wurde 1780 vom Ataman der Donkosaken Alexei Ilowaiski († 1797) gegründet. Die Bedeutung des Dorfes wuchs erst nach der Vorbeiführung der Eisenbahnstrecke Charkow – Taganrog der damaligen Kursk-Charkow-Asowschen Eisenbahn, die auf dem Abschnitt am 23. Dezember 1869 den Betrieb aufnahm.

1923 wurde Matwejew Kurgan Verwaltungszentrum eines Rajons. Im Zweiten Weltkrieg war der Ort vom 17. Oktober 1941 bis 17. Februar 1943 von der deutschen Wehrmacht besetzt. Nach der Rückeroberung durch die Rote Armee verlief die Front noch etwa ein halbes Jahr in unmittelbarer Nähe des Ortes, da die Wehrmacht entlang dem Mius starke Verteidigungsstellungen errichtet hatte, die erst im Juli bis August 1943 im Rahmen der Donez-Mius-Offensive überwunden werden konnten.

Von 1962 bis 1993 besaß Matwejew Kurgan den Status einer Siedlung städtischen Typs.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1872 682 1939 5.812 1959 6.735 1970 11.318 1979 12.512 1989 13.892 2002 14.364 2010 15.590 Anmerkung: ab 1939 Volkszählungsdaten

Verkehr Matwejew Kurgan liegt an der auf diesem Abschnitt seit 1961 elektrifizierten Eisenbahnstrecke Moskau – Charkiw – Rostow am Don (Streckenkilometer 1237), die in der Sowjetunion Teil der wichtigsten Verbindung im Personenverkehr zwischen Moskau und dem Kaukasus sowie der kaukasischen Schwarzmeerküste war. Nach dem Zerfall der Sowjetunion hat die Strecke aufgrund ihres Verlaufes durch die Ukraine diese Bedeutung an die östlichere Verbindung über Woronesch verloren.

Am östlichen Ortsrand führt die Regionalstraße 60K-5 vorbei, die östlich von Taganrog von der föderalen Fernstraße A280 (vormals M23) abzweigt und zur ukrainischen Grenze führt (danach weiter Richtung Charzysk; Teil der kürzesten Verbindung zwischen den Millionenstädten Rostow am Don und Donezk).

Söhne und Töchter des Ortes Oleksandr Onischtschenko (* 1969), ukrainischer Unternehmer, Pferdesportler und Sportfunktionär

Weblinks

Offizielle Website der Rajonverwaltung (russisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Oblast Rostow Kategorie:Ort im europäischen Russland