Grand Budapest Hotel (Originaltitel: The Grand Budapest Hotel) ist eine deutsch-US-amerikanische Filmkomödie beziehungsweise Tragikomödie aus dem Jahr 2014. Regie führte der US-Amerikaner Wes Anderson, das Drehbuch stammt ebenfalls von ihm. Premiere hatte der Film am 6. Februar 2014 bei den 64. Internationalen Filmfestspielen in Berlin, die mit ihm eröffnet wurden. Kinostart in Deutschland und in der deutschsprachigen Schweiz war am 6. März 2014, in Österreich und im Vereinigten Königreich am 7. März 2014.

Handlung Die Handlung des Films ist in der Republik Zubrowka angesiedelt, einem Staat „an der östlichsten Grenze des europäischen Kontinents“, „unterhalb des alpinen Sudetenwaldes“ während der Zwischenkriegszeit. Ein zentraler Handlungsort ist das titelgebende Grand Budapest Hotel. Das heruntergekommene, weitläufige, jedoch schwach besuchte Grand Hotel hat noch einen Rest des Glanzes der Habsburgerzeit.

Der Regisseur verwendet das Stilmittel der Rahmenerzählung auf vier Zeitebenen in fünf verschiedenen Kapiteln:

Prolog Der Film beginnt in der Gegenwart. Eine junge Frau nähert sich auf dem alten Friedhof der Kleinstadt Lutz der Büste eines in Zubrowka verehrten Schriftstellers mit dessen Buch in den Händen, das wie der Film heißt. Sie beginnt ein Kapitel zu lesen.

Darin erzählt der gealterte, namenlose Verfasser aus der Perspektive des Jahres 1985 von einem leichten Schreiberlingsfieber, welches ihn im August 1968 zu einer Reise in den Luftkurort Nebelsbad zum Grand Budapest Hotel veranlasste. Der alte Stammgast Zéro Moustafa, der bald als der Hotelbesitzer erkannt wird, lädt den jüngeren Schriftsteller zu einem Abendessen ein. In dem von einem riesigen, alpinen Wandbild mit steilem Wasserfall und Steinbock auf spitzem Felsen gezierten großen Speisesaal erzählt er ihm seine Erlebnisse als Lobby Boy in der Zeit zwischen Erstem und Zweitem Weltkrieg. Der junge Hotelpage war Lehrling und Protegé des Concierge Monsieur Gustave H. Die Erlebnisse der beiden behandelt der Film im Folgenden.

Teil 1 – M. Gustave Es folgt in einer weiteren Zeitebene Zéros Bericht, der 1932 beginnt, als der Flüchtlingsjunge im letzten ruhmreichen Jahr des Hotels seine Arbeit als „Lobby Boy“ beginnt. Zubrowka befindet sich am Vorabend des Zweiten Weltkrieges, was jedoch für den galanten und immer mit „L’Air de Panache“ reichlich parfümierten Gustave von untergeordneter Bedeutung ist. Er weiß sich die Gunst von Frauen und Männern zu sichern. Eine der von ihm auf besondere Weise betreuten älteren Damen ist die 84-jährige Witwe Céline Villeneuve Desgoffe und Taxis, genannt Madame D., mit der Gustave bei ihrem letzten Aufenthalt im Hotel die Nacht verbringt, ehe sie voller böser Vorahnungen abreist.

Teil 2 – Madame C. V. D. u. T. Zéro holt beim Zeitungshändler die neuesten Tageszeitungen ab. Auf der Titelseite liest er, dass die reiche Madame D. unter mysteriösen Umständen verstorben ist. Gustave und Zéro reisen mit dem Zug zum in einiger Entfernung gelegenen Schloss Lutz. Unterwegs kann Gustave seinen staatenlosen Schützling Zéro vor einer Verhaftung wegen dessen provisorischer Reisedokumente retten, denn der zuständige Inspektor Henckels ist schon als kleiner Junge Hotelgast gewesen. Bei der Testamentseröffnung in Lutz stellt sich heraus, dass Madame D. Gustave das unbezahlbare Gemälde Jüngling mit Apfel des (fiktiven) niederländischen Renaissancemalers Johannes van Hoytl d. J. vermacht hat. Aufgrund dessen bahnt sich ein Konflikt mit ihrem Sohn Dmitri Desgoffe und Taxis an. Um das Gemälde vor der gierigen Familie zu retten, stiehlt es Gustave in Lutz und versteckt es später im Safe des Grandhotels. Der Tod von Madame D. ist zudem Anlass für die Polizei zu ermitteln. Gustave wird durch Dmitris Intrigen unter Mordverdacht verhaftet und in den Zellenblock des gefürchteten Internierungslagers Check-Point 19 gebracht.

Teil 3 – Check-Point 19 Criminal Internment Camp (Kontrollpunkt 19 Internierungslager) Zéro besucht Gustave im Gefängnis und berichtet ihm, was Rechtsanwalt Kovacs herausgefunden hat. Madame D. soll an einer Strychnin-Vergiftung gestorben sein, und der Kronzeuge für Gustaves Täterschaft sei Madame D.s Butler Serge X.

Zwischenzeitlich macht sich J. G. Jopling, ein von Dmitri engagierter Auftragsmörder mit totenkopfverzierten Schlagringen, auf die Suche nach Serge X. Von dessen Schwester erpresst er das Versteck von Serge X. und bringt sie daraufhin um. Von Zéros Verlobter Agatha in kunstvolle Kuchen eingebackene Steinmetzwerkzeuge ermöglichen Gustave die Flucht aus dem Gefängnis. Unter Anleitung des Mitgefangenen Ludwig graben sich mehrere Häftlinge einen Zugang zur Kanalisation. In den unterirdischen Gängen überwältigen sie die Wachen, wobei Günther getötet wird. Am Schacht des „Drainage Tunnel B“ kommen sie ans Tageslicht. Dort trennen sich die Wege der Gefangenen, und Gustave versucht nun zusammen mit Zéro, seine Unschuld zu beweisen.

Teil 4 – The Society of the Crossed Keys (Die Gesellschaft der gekreuzten Schlüssel) Schutzlos stehen Gustave und Zéro auf einem Feld, wo sich nur eine Telefonzelle befindet. Die außergewöhnliche Situation rechtfertigt es, dass Gustave die Hilfe der geheimen „Gesellschaft der gekreuzten Schlüssel“ in Anspruch nehmen darf. Er führt ein R-Gespräch mit M. Ivan im Hotel „Excelsior Palace“. M. Ivan ruft M. Georges im „Chateau Luxe“ an, dieser M. Dino im „Palazzo Principessa“, der danach mit M. Robin im „Hôtel Côte du Cap“ telefoniert, und M. Robin spricht schließlich mit M. Martin im „Ritz Imperial“. Die „Gesellschaft der gekreuzten Schlüssel“ bringt den Aufenthaltsort von Serge X. in Erfahrung und sorgt dafür, dass Gustave und Zéro von M. Ivan mit dem Auto zum Zug gebracht werden. So kommen beide im Oktober 1932 im schneebedeckten „Randgebirge nahe Gabelmeisters Kuppe“ an.

Vom Observatorium auf dem Gipfel werden sie zur Seilbahn verwiesen, deren Kabine dann auf freier Strecke hält. Nach dem Umsteigen in der Luft in die Kabine einer kreuzenden Seilbahn steigen sie im Kloster „Unser Heiliger Vater“ aus. Im Beichtstuhl kommt es zu einem Gespräch mit dem verschwundenen Serge X., der als Einziger Gustaves Alibi für die Mordnacht bestätigen kann. Serge X. war zudem Zeuge beim Abfassen eines zweiten, nur im Falle eines gewaltsamen Ablebens der Madame D. gültigen Testaments. Dieses habe ihre Familie vernichtet, Serge X. habe jedoch eine Zweitschrift davon anfertigen können. Noch im Beichtstuhl wird Serge X. von J. G. Jopling erdrosselt, der zuvor auch Rechtsanwalt Kovacs ermordet hat.

Mit einem Schlitten verfolgen Zéro und Gustave den mit Skiern aus dem Kloster fliehenden Jopling, kommen aber letztlich zu Fall. An einer Klippe aus Eis hängt Gustave nur mehr an seinen Händen, während Jopling versucht, diese Klippe mit Gustave zum Absturz zu bringen. Zéro gelingt es, den Mörder in die Tiefe zu stoßen und seinen Mentor Gustave zu retten. Als Inspector Henckels auftaucht, flüchten Gustave und Zéro mit Joplings Motorrad und machen sich auf die Suche nach der Zweitschrift.

Teil 5 – The Second Copy of the Second Will (Die Zweitschrift des Zweittestaments) Zurück im Grand Budapest Hotel müssen die beiden feststellen, dass faschistisches Militär der Zig-Zag-Division das Etablissement angesichts des bevorstehenden Kriegsausbruchs für seinen Führungsstab requiriert und mit militärischen Prunkinsignien dekoriert hat. Der entsetzte Gustave schwört, die Schwelle des als „Kaserne“ missbrauchten Hotels nie wieder zu überschreiten. Agatha holt das Bild aus dem Hotelsafe, wird jedoch von Dmitri entdeckt.

Nach Verfolgungsjagd und Schusswechsel springt Agatha aus dem Fenster. Das Bild bleibt an der Fassade hängen, und der von Serge im Bilderrahmen versteckte letzte Wille von Madame D. „Nur öffnen im Fall meiner Ermordung“ kommt zum Vorschein. Sie war die geheimnisvolle Besitzerin des Hotels und hat ihr Vermögen, Schloss Lutz, Fabriken für Waffen, Medikamente und Textilien, einen bedeutenden Zeitungsverlag sowie das Grand Budapest Hotel an Gustave vererbt, was diesen wohlhabend macht.

Am 21. Tag der Besatzung reisen Zéro, Agatha und Gustave mit dem Zug nach Lutz. Sie kommen wie schon bei der Fahrt zur Testamentseröffnung an einem Gerstenfeld zum Halt und müssen sich einer Personenkontrolle unterziehen. Doch nun gelten die alten Regeln des Anstands nicht mehr. Henckels Höflichkeit ist der Grobheit der rücksichtslosen Besatzungssoldaten gewichen, und Gustave wird am 17. November beim Streit über Zéros immer noch provisorisches Reisedokument erschossen. Zwei Jahre später erliegen Agatha und der gemeinsame Sohn der „Preußischen Grippe“. Zéro, nun seinerseits Alleinerbe von Gustave, bemüht sich, das Erbe des Grand Budapest Hotels fortzuführen, jedoch fordert die politische Situation ihren Tribut und eine Zeit des Niedergangs für das Hotel beginnt.

Epilog Wieder im Jahr 1968 werden dem Autor und Moustafa im Speisesaal die Nachspeisen serviert. Der Hotelbesitzer Zéro Moustafa gesteht dem Autor, dass er es nicht über sich bringt, das Hotel zu schließen, denn es sei die letzte Verbindung zu seiner verstorbenen Frau und den glücklichsten Jahren seines Lebens. Der Autor geht später nach Südamerika und kommt nicht mehr in das Hotel zurück, sodass ihm das weitere Schicksal von Hotel und Moustafa unbekannt bleibt. Zurück im Jahr 1985 beendet der alte Autor seinen Bericht. In der Gegenwart sitzt die junge Frau auf dem Friedhof auf einer Bank und liest das Buch des Autors.

Produktion Grand Budapest Hotel ist eine Koproduktion der Grand Budapest Limited (UK) und der Babelsberg Film GmbH (Deutschland). Ursprünglich war für die Hauptrolle Johnny Depp vorgesehen, der jedoch wieder ausstieg. Madame D. sollte ursprünglich von Angela Lansbury gespielt werden. Wegen Terminüberschneidungen mit der Theatertournee Driving Miss Daisy wurde sie jedoch durch Tilda Swinton ersetzt.

Der Film wurde 2013 in Deutschland gedreht. In Görlitz fanden die Dreharbeiten von Januar bis März 2013 statt. Als Kulissen für das Hotel dienten dort der Jugendstilbau des Görlitzer Warenhauses (Innenaufnahmen) und die Stadthalle Görlitz (Außenaufnahmen, Hoteleingang, Speisesaal), das historische Freisebad wurde zur Hotelbadeanstalt. Auch der historische Schönhof am Untermarkt, das älteste Renaissancebauwerk von Görlitz, wird im Hintergrund gezeigt. Der Braune Hirsch diente als Klosterkulisse. Ferner ist die Berliner Straße mit dem Görlitzer Bahnhof im Hintergrund kurz zu sehen. Schloss Lutz wurde durch die Schlösser Hainewalde (Äußeres) und Waldenburg (Innenräume) verkörpert. Die Szene mit der Flucht aus dem Gefängnis wurde in einem historischen Gefängnis in Zittau gedreht. Die Szenen im Gefängnis Check-Point 19 wurden an der Burg Kriebstein (Außenaufnahmen) und im Schloss Osterstein in Zwickau gedreht. Andere sächsische Drehorte waren die Landeshauptstadt Dresden, wo u. a. im Zwinger, der Sempergalerie, am Fürstenzug sowie in Pfunds Molkerei (Innenraum der Bäckerei Mendl) gedreht wurde, ferner die Sächsische Schweiz, wo Dreharbeiten u. a. am Personenaufzug Bad Schandau und auf der Basteibrücke stattfanden. Die Zugfahrt führt auf der Brücke Bormannsgrund der Weißeritztalbahn über einen Seitenarm der Talsperre Malter.

mini|Wählt-Thälmann-Schriftzug in Görlitz Die Anfangs- und Schlussszenen auf dem Lutzer Friedhof wurden auf einem Grundstück an der Görlitzer Bergstraße aufgenommen. Den Schriftzug „WÄHLT THÄLMANN!“, der 1986 für Dreharbeiten zu dem zweiteiligen DDR-Fernsehfilm Ernst Thälmann angefertigt wurde, änderte man in „OLD LUTZ CEMETERY“ und danach wieder zurück. Ein ehemaliger Kindergarten-Spielplatz hinter der Mauer wurde zum Friedhof umgestaltet.