mini|US-Präsident Ford und sowjetische Staatschef Breschnew während der Zugfahrt zu Gesprächen über Rüstungsbegrenzung (SALT) in Wladiwostok, am 23. November 1974. Anwesend sind die Außenminister Kissinger und Gromyko, die Botschafter Anatoli Dobrynin und Victor Sukhrodeve, Sonnenfeld (rechts neben Ford) und der Botschafter Walter Stoessel. Helmut Sonnenfeldt (* 13. September 1926 in Berlin; † 18. November 2012 in Chevy Chase) war ein US-amerikanischer Regierungsbeamter. Nach ihm ist die Sonnenfeldt-Doktrin benannt, die im Kalten Krieg für eine friedliche Koexistenz mit der UdSSR eintrat.

Leben mini|Stolperstein für Helmut Sonnenfeldt in Gardelegen Der Sohn eines Gardelegener Arztes emigrierte 1938 mit seinen jüdischen Eltern zunächst nach Großbritannien, wo er mit seinem Bruder Richard W. Sonnenfeldt die von Anna Essinger gegründete Bunce Court School besuchte.Anna's children bei theguardian.com, abgerufen am 9. Juni 2016

1945 diente Sonnenfeldt bei den Besatzungstruppen der Alliierten in der amerikanischen Besatzungszone. Dort lernte er Henry Kissinger, der damals für den US-Militärgeheimdienst tätig war, kennen und freundete sich mit ihm an.

Nach seiner Rückkehr in die USA studierte Sonnenfeldt internationale Beziehungen an der Johns Hopkins University und schloss diese 1951 mit einem Master ab. Im folgenden Jahr trat er als Spezialist für sowjetische und osteuropäische Angelegenheiten in das Außenministerium ein. Er behielt die ganze Zeit Kontakt zu Kissinger. Er wurde 1969 zu seinen Assistenten im Weißen Haus ernannt, nachdem Kissinger vom neu gewählten Präsidenten Richard Nixon zum nationalen Sicherheitsberater ernannt wurde.

Im Jahr 1976 sprach er sich in der nach ihm benannten Sonnenfeldt-Doktrin für eine friedliche Koexistenz mit der Sowjetunion und die Akzeptanz des Einflusses der UdSSR in Osteuropa aus. Sonnenfeldt und Kissinger reagierten auf Willy Brandt. Brandt, ab September 1969 westdeutscher Bundeskanzler, hatte mit seiner Ostpolitik eine Entspannungspolitik im Kalten Krieg begonnen, indem er engere Beziehungen zwischen den Deutschen (BRD–DDR) und eine Aussöhnung mit den ehemaligen Kriegsgegnern Polen (Kniefall von Warschau) und der Sowjetunion forderte.

Wegen seiner engen Zusammenarbeit mit Henry Kissinger und seines Einflusses auf dessen Politik als Kissingers Berater wurde Sonnenfeldt „Kissingers Kissinger“ genannt und galt als eine der wichtigsten Persönlichkeiten der US-amerikanischen Außenpolitik in dieser Zeit.

Literatur

Weblinks

Nachruf aus Die Zeit Nr. 49/2012 (29. November 2012, abgerufen am 9. Dezember 2014).

Einzelnachweise

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