Der Meteoritenfall Waldau im Jahr 1809 ist die Bezeichnung für ein Impaktereignis in Deutschland. In der Woche vor Pfingsten soll ein Meteorit auf einen kleinen Hügel in der Oberpfalz gefallen sein.
Fallgeschichte Der Münchner Mineralienhändler Jakob Frischholz bot am 11. November 1811 als Rarität einen Meteoriten „aus der Oberpfalz“ zum Verkauf an.
Im Jahr 1858 tauchte dieser Meteorit in der Mineralogischen Sammlung der Universität Zürich auf. Das Objekt ist dort bis heute erhalten, allerdings als „Meteorstein von L’Aigle in der Normandie in Frankreich“. Gustav Adolf Kenngott, Professor der Mineralogie am eidgenössischen Polytechnicum und an der Universität Zürich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, klärte den offensichtlichen Widerspruch so auf:
Zudem nahmen Gustav Adolf Kenngott und David Friedrich Wiser, ein bekannter Mineralien sammelnder Züricher Kaufmann und Privatgelehrter, am fraglichen Meteoriten eine Gesteinsbestimmung vor und kamen zum gleichen Ergebnis. Ihr Fazit: Er gleiche vollkommen den Meteorsteinen von L'Aigle. Das der Waldauer Meteorit jedoch wirklich ein L'Aigle ist, konnte nicht eindeutig bewiesen werden: Der ETH Zürich liegen keine geochemischen Analysen des Gesteins vor.
Für Nachforschungen wurde in den 1970er Jahren ein Stück abgetrennt. Der nunmehr 252 Gramm schwere Meteorit befindet sich in der Meteoritensammlung der Erdwissenschaftlichen Sammlungen der ETH Zürich.
Brief des Mineralienhändlers Jakob Frischholz Nach Ansicht von Kenngott verriet ein Brief vom 11. November 1811 die betrügerischen Absichten des Mineralienhändlers Jakob Frischholz:
Quellen
Bayerisches Landesamt für Umwelt: Nicht von dieser Welt. Bayerns Meteorite. Selbstverlag, Augsburg 2012, ISBN 978-3-936385-92-2.
Waldau Kategorie:Geschichte (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) Kategorie:Ereignis 1809