mini|Mascha und der Bär auf einer russischen Rubelmünze von 2021
Mascha und der Bär ( Mascha i Medwed) ist eine russische Computeranimationsserie.
Sie handelt von den Abenteuern des kleinen, süßen, gutherzigen wie auch etwas tollpatschigen und teilweise nervenden Mädchens Mascha und des harmonieliebenden, aber durchaus reizbaren Bären, der früher ein Zirkusbär war. Die Serie wurde von Andrei Dobrunow, Oleg Kusowkow und Dmitri Loweiko geschaffen. Die Idee basiert auf einem bekannten russischen Volksmärchen und ist inspiriert durch eine Erfahrung von Oleg Kusowkow, als er im Urlaub 1996 die junge Tochter von Freunden beobachtete.
Die Serie wurde zuerst auf Rossija 1 ausgestrahlt. Die deutsche Erstausstrahlung erfolgte in synchronisierter Fassung am 18. November 2013 auf KiKA. In der Schweiz wurde die Sendung als Mascha und dä Bär erstmals im September 2013 in einer schweizerdeutschen Synchronfassung gezeigt.
Am 2. September 2015 wurde die 52. Folge auf YouTube veröffentlicht und damit die 2. Staffel abgeschlossen. Nachdem in einigen Medien bereits über ein Ende der Serie aufgrund fehlender Geldmittel berichtet wurde – in der letzten Folge der Staffel verlässt Mascha den Wald und geht in die Stadt – teilten die Produzenten mit, dass bereits an der 3. Staffel mit 26 neuen Folgen gearbeitet wird. Die Kosten von ca. 250.000 US-Dollar je Episode werden durch die Produktionsfirma selbst finanziert und die Produktion werde bis Mitte 2017 andauern. Die erste Folge der 3. Staffel wurde dann bereits am 28. November 2015 auf YouTube veröffentlicht.
Seit 2015 gibt es im Egmont Ehapa Verlag ein deutsches Kindermagazin „Mascha und der Bär“.
2015 wurde die Serie mit dem Kidscreen Awards 2015 als Beste Animation ausgezeichnet.
Im August 2026 verhängte die Regierung der Ukraine ein zunächst zehn Jahre lang geltendes Verbot, die Animationsserie in der Ukraine zu zeigen, und belegte die Filmemacher (das Studio Animaccord, dessen Gründer und Geschäftsführer, den Drehbuchautor, Regisseur und Produzenten, einen Mitgestalter der Serie und den Rechteinhaber)Ukraine sanctions Russians linked to Masha and the Bear cartoon. In: Ukrajinska Prawda. 20. August 2026. mit Sanktionen. Die Serie sei russische Propaganda und eine Gefahr für die nationale Sicherheit. Denn laut einer journalistischen Studie von 2025 erzielen die Macher über den YouTube-Kanal Werbeeinnahmen, auf die in Russland Steuern gezahlt würden. Das Steuergeld komme der russischen Armee im Krieg gegen die Ukraine zugute. Laut der Studie war der ukrainischsprachige YouTube-Kanal der Serie 2025 mit Abstand der populärste im Land. Laut der ukrainischen Kulturministerin Tetjana Bereschna hatte er damals über 800 Millionen Aufrufe. Kritik am Inhalt der Serie gab es auch in GroßbritannienMPs seek to end UK broadcast of Russian ‘soft power’ cartoon Masha and the Bear. In: The Guardian. 2. Juli 2026. und Estland,Estonia's foreign minister says 'Masha and the Bear' is spreading Kremlin soft power. Eesti Rahvusringhääling. 27. Juni 2026. da Mascha in mehreren Episoden mit militärischen Kleidungsstücken und sowjetischer Symbolik auftaucht.Ukraine verbietet "Mascha und der Bär". In: tagesschau.de. 21. August 2026.Україна застосувала санкції проти підприємств російського ВПК і кольорової металургії, колаборантів, російських високопосадовців, авторів і дистриб'юторів пропагандистського контенту для дітей [Die Ukraine hat Sanktionen gegen Unternehmen des russischen Rüstungskomplexes und der Nichteisenmetallindustrie, gegen Kollaborateure, hochrangige russische Amtsträger sowie gegen Autoren und Verbreiter von Propaganda-Inhalten für Kinder verhängt]. Mitteilung des Präsidialbüros über die Anordnung, mit Anhängen zu den Details, 20. August 2026 (ukrainisch).
Figuren Mascha Protagonistin der Serie ist Mascha, ein kleines Mädchen. Sie trägt fuchsiafarbene, traditionelle russische Kleidung, hat blonde Haare und große grüne Augen. Sie ist verspielt, ein Leckermäulchen und immer darauf aus, Spaß zu haben. In der Serie ist sie (von wenigen Gastrollen abgesehen) die einzige Figur, die spricht, und der einzige Mensch. Im Original wurde Mascha in den ersten beiden Staffeln von Alina Kukuschkina gesprochen, sie war zu Beginn der Serie acht Jahre alt. Seit der dritten Staffel wird Mascha von Warwara Saranzewa gesprochen.
Der Bär Zweiter Hauptdarsteller ist der Bär, von Mascha schlicht „Bär“ () genannt. Er war früher Zirkusbär und wollte eigentlich seinen Ruhestand genießen. Er kann zwar nicht sprechen, versteht die menschliche Sprache aber durchaus, kann lesen und macht sich mit Gesten verständlich. In der Serie übernimmt er die Elternrolle für die kleine Mascha. Im Original wird der Bär von Boris Kutnewitsch „gesprochen“.
Andere Figuren der Serie Die Bärin ist Ziel von romantischen Avancen des Bären. Sie ist an ihm nicht uninteressiert, lässt ihn aber immer wieder abblitzen. Die Bärin ist ein wenig arrogant und distanziert und kommt mit der bodenständigen Art des Bären nur wenig zurecht. Der Kragenbär mit schwarzem Fell und V-förmiger Zeichnung ist der Nebenbuhler des Bären bei der Bärin. Er ist ein Muskelprotz und Macho. Obwohl das genaue Gegenteil des Bären, kann auch er nicht dauerhaft bei der Bärin landen. Weder Mascha noch die anderen Waldtiere können ihn leiden, wobei Mascha dies deutlich zeigt und sich mit ihm anlegt, während die Tiere ihm aus dem Weg gehen oder, besonders die Wölfe, vor ihm kuschen. Die beiden Wölfe leben in einem nicht fahrbereiten Rettungsfahrzeug vom Typ UAZ-452 auf einem Hügel. Sie sind ständig hungrig und ernähren sich hauptsächlich von Insekten. Hin und wieder versuchen sie, andere Waldtiere oder Mascha zu fressen und auch den stets vollen Kühlschrank des Bären zu entwenden. Sie leiden am stärksten unter Maschas Eskapaden, meist weil in Folge ihr Rettungswagen den Hügel hinunterrollt; ein Running Gag der Serie. Der Hase ist ein guter Freund des Bären, oft spielt er mit ihm Eishockey oder andere Spiele. Manchmal arbeitet er beim Bären im Garten, meist jedoch stibitzt er nur die Karotten. Er macht sich auch gerne über die Vergangenheit des Bären als Zirkusartist lustig. Die Eichhörnchen werfen immer mit Zapfen auf Mascha, wenn sie geärgert werden. Die Igel sind großteils immun gegen Maschas Eskapaden. Sie sammeln Gegenstände, indem sie sie auf ihren Stacheln aufspießen. Maschas Hoftiere (Hühner, Ziege, Hund und Schwein) flüchten, sobald sie Mascha sehen. Nur das Schwein ist oft zu langsam und muss für Maschas Eskapaden büßen und sich wie ein Baby im Kinderwagen herumschieben lassen. Ziege, Hund und Schwein sind talentierte Musiker, das Schwein auch ein guter Tänzer. Die Bienen, die der Bär in seinem Garten in Bienenstöcken hält, sind extrem aggressiv und lassen Mascha keine Eskapaden durchgehen. Dascha, Maschas Cousine, sieht Mascha zum Verwechseln ähnlich, hat allerdings blaue Augen, silberblonde Haare und trägt eine Brille. Zudem ist sie von der Auftretensweise ruhiger und distinguierter als Mascha und wohnt in einer Großstadt. Panda, ein entfernter Cousin des Bären, lebt in China und kommt manchmal auf Kurzbesuch, da das Haus des Bären praktischerweise direkt neben der Bahnlinie Moskau-Peking liegt. Tiger, ein ehemaliger Arbeitskollege des Bären aus dem Zirkus, kommt manchmal auf Kurzbesuch. Dann schwelgen der Bär und er in Erinnerungen an alte Zeiten oder spielen Schach. Pinguin ist ein Findelkind, das der Bär als Ei ausgebrütet und danach wie ein eigenes Kind großgezogen hat. Er lebt nun in der Antarktis und kommt manchmal im Winter auf Besuch. Der russische Weihnachtsmann Väterchen Frost ist ein alter Mann kaum größer als Mascha und verteilt zu Neujahr die Geschenke an die Waldbewohner. Meist ist er dafür mit einer Draisine auf den Bahnlinien der Umgebung unterwegs.
Bedeutung für die Gesellschaft Die Serie wurde in Russland emotional diskutiert; meist kritisierten konservative Kreise„Die Sprache des Strafgesetzbuchs“: Die Russen öffneten ihre Augen für „Mascha und der Bär“, Kinoafischa.info, 31. Juli 2022. die Serie als eine weitere (westliche) „Droge“, zu vergleichen mit Teletubbies oder mit Pokémon, welche den russischen Kindern schlechte Vorbilder seien. Die Produzenten und auch Fans der Serie konnten in Mascha andererseits eine Figur sehen, welche zwar den als ruhesuchenden Bären kaschierten Erwachsenen „beherrsche“, andererseits eigenständig aus Fehlern lernt und nicht durch Bestrafung. Zusätzlich sind in den Geschichten (manchmal ironische und gegenteilige) Bezugnahmen auf russische Märchen zu finden, zu welchen die Kinder ohne die Serie vielleicht überhaupt keinen Zugang mehr fänden.Машествие, Kommersant, 19. September 2016 (russisch).
Folgen Bisher wurden nicht alle Folgen im deutschen Fernsehen ausgestrahlt, daher sind auch nicht für alle Folgen offizielle deutsche Titel bekannt; eine Übersetzung des russischen Titels steht dort in Klammern. Die deutsche Sendereihenfolge weicht etwas von der hier dargestellten Originalreihenfolge ab.