Vilhelm Bryde (* 28. April 1888 in Stockholm, Schweden; † 26. April 1974 ebenda) war ein schwedischer Filmarchitekt und Filmfirmenmanager mit gelegentlichen Ausflügen zur Schauspielerei und Filmproduktion.

Leben und Wirken Der Kaufmannssohn Bryde besuchte die Technische Hochschule seiner Heimatstadt und schloss sein Studium 1909 mit dem Examen ab. Anschließend ließ er sich an der Schauspielschule des Dramaten zum Schauspieler ausbilden und arbeitete als Szenen- und Kostümbildner an Stockholmer Bühnen. 1911 gab Bryde seinen Einstand als Profischauspieler. Zwischen 1913 und 1919 war er Ensemblemitglied des Svenska Teatern.

1919 wechselte Vilhelm Bryde zum Film. Anfänglich entwarf er vor allem die Filmbauten für Produktionen, in denen der damals führende Theaterstar Gösta Ekman die Hauptrolle verkörperte. Erst mit dem frühen Tode Axel Esbensens am Neujahrstag 1923 begann Brydes Karriere als Filmarchitekt an Fahrt zu gewinnen. In den verbleibenden Jahren dieses Jahrzehnts, das eine Blütezeit des schwedischen Kinos bedeuten sollte, entwarf Vilhelm Bryde die Bauten zu einer Fülle von künstlerisch wie zum Teil auch kommerziell höchst erfolgreichen Produktionen.

Seine bedeutendsten filmtechnischen Bauten gestaltete er für Inszenierungen Gustaf Molanders, Mauritz Stillers und Victor Sjöströms. Er war sich aber auch nicht zu schade für reine Unterhaltung: so entwarf Bryde beispielsweise die Dekorationen zu einigen Lustspielen mit Pat und Patachon. Mit Glücksmelodie zeichnete er 1929 auch szenenbildnerisch für den ersten abendfüllenden schwedischen Tonfilm verantwortlich. Bald darauf, 1931, zog sich Bryde nahezu komplett aus dem aktiven Filmgeschäft zurück. 1933 wurde er ins Kino-Management der Svensk Filmindustri berufen.

Bryde hat in seiner vorübergehenden Funktion (1926–1931) als Produktionschef der Stockholmer Firma Film AB Minerva einige seiner späten Werke auch persönlich – oftmals in Zusammenarbeit mit deutschen und britischen Partnern – produziert und trat überdies sporadisch als Darsteller vor die Kamera.

Seit 1915 war er mit der Schauspielerin Lisa Holm (1888–1976) verheiratet. Beider Sohn Lars Bryde (1918–2002) arbeitete als Architekt.

Filmografie als Filmarchitekt, wenn nicht anders angegeben 1919: Åh, i morron kväll 1919: Thora van Deken 1919: Gyurkovicsarna 1920: Familjens traditioner 1920: Bomben (Schauspieler) 1920: Erotikon (Schauspieler) 1921: El lyckoriddare (auch Schauspieler) 1921: Zweite Heimat (En vildfågel) 1923: Johan Ulfstjerna 1923: 33.333 (auch Schauspieler) 1923: Gösta Berling 1924: Trolle bokungen 1924: Karl XII 1924: Pat und Patachon als Polizisten (Polis Paulus påskasmäll) (auch Schauspieler) 1925: Die Kameliendame (Damen med kameliorna) 1925: Ihre kleine Majestät (Hennes lilla majestät) 1925: Giftas 1925: Die Erde ruft – Jerusalem, 1. Teil (Ingmarsarvet) 1926: Die Wallfahrt eines Herzens – Jerusalem, 2. Teil (Till Österland) 1926: Bankhaus Pat und Patachon (Ebberöds bank) 1926: Die gestohlene Sensation (Hon, han och Andersson) 1926: Sie, die Einzige (Hon, den enda) 1926: Charleys Tante 1926: Die Lady ohne Schleier (Hans engelska fru) (auch Schauspieler) 1927: Die sieben Töchter der Frau Gyurkovics 1927: Versiegelte Lippen (Förseglade läppar) 1927: Der Spukbaron (Spökbaronen) 1927: Um seine Ehre (En perfekt Gentleman) (auch Co-Regie und Produktion) 1927: Majestät schneidet Bubiköpfe (Hans kunglig höghet shinglar) 1928: Janssons frestelse 1928: Svarte Rudolf 1928: Rausch (Synd) (auch Produktion) 1929: Rågens rike 1929: Die Verführerin (Hjärtats triumf) (auch Produktion) 1929: Den starkaste 1929: Glücksmelodie (Säg det i toner) (auch Produktion) 1930: Ulla min Ulla 1930: Markurells i Wadköping 1930: Väter und Söhne 1930: Charlotte Löwensköld 1930: För hennes skull 1930: Mach’ mir die Welt zum Paradies 1930: Dantes mysterier 1931: Röda dagen 1931: Mon cœur et ses millions 1931: Brokiga blad (nur Produktion und Auftritt) 1939: Landstormens lilla Lotta (nur Produktion)

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 1: A – C. Erik Aaes – Jack Carson. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 591.

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