mini|Ruine der Pokrakener Kirche Die Kirche in Pokraken (der Ort hieß zwischen 1938 und 1946 „Weidenau (Ostpr.)“) war ein in den 1890er Jahren errichtetes Bauwerk und bis 1945 evangelisches Gotteshaus für das Kirchspiel des einst ostpreußischen Ortes, der seit 1946 Leninskoje heißt und in der Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) in Russland liegt.
Geographische Lage Das heutige Leninskoje liegt acht Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Slawsk (Heinrichswalde) am Flüsschen Große Else (russisch: Nemoninka). Der Ort ist über Nebenstraßen von Schtscheglowka ((Groß) Brittanien) bzw. von Oktjabrskoje (Alt Weynothen, 1938 bis 1946 Weinoten) aus erreichbar. Schtscheglowka ist die nächste Bahnstation und liegt an der Bahnstrecke Kaliningrad–Sowetsk (Königsberg–Tilsit).
Kirchengebäude Die Kirche in Pokraken.Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2: Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen, 1968 Seite 114, Abb. 506–507 wurde in den Jahren 1894 bis 1896 gebaut. Bei ihr handelt es sich um ein Gebäude mit neuromanischen Formen (Rundbogenstil) mit einem spitzen, quadratischen Turm.Historisches Foto der Kirche Pokraken (Weidenau) Im Innern stand der Altar erhöht im Chorraum, rechts von ihm – noch im Gemeindebereich – war die Kanzel angebracht. Die Orgel war ein Werk des Orgelbaumeisters August Terletzki aus Elbing (heute polnisch: Elbląg).
Von der Kirche steht heute nur noch eine Ruine. Vorhanden ist der mit einem Dach versehene Turm sowie die ungeschützten Mauerreste des Kirchenschiffs.Foto der Kirchenruine im Jahre 2008 Das so erhaltene Bauwerk steht unter Denkmalschutz der russischen Behörden.Кирха Поракена Die Kirche Pokraken bei prussia39.ru (mit Fotos aus dem Jahre 2012)
Kirchengemeinde Eine Kirchengemeinde wurde in Pokraken im Jahre 1891 gegründet.Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3: Dokumente, Göttingen, 1968, Seite 488 Bis dahin gehörte das Dorf mit den umliegenden Ortschaften zum Kirchspiel der Kirche Neukirch (heute russisch: Timirjasewo). Bereits ab 1890 war hier ein eigener Geistlicher eingesetzt. Im Jahre 1925 zählte die Kirchengemeinde 1800 Gemeindeglieder, die in 19 Ortschaften und Wohnplätzen lebten. Bis 1945 gehörte das zwischen 1938 und 1945 „Kirche Weidenau (Ostpr.)“ genannte KirchspielSiegfried Dietrich, Das Kirchspiel Weidenau (Pokraken). In: Die Kirchengemeinden Neukirch und Weidenau – Kreis Elchniederung, hrsg. von der Kreisgemeinschaft Elchniederung e. V. zur Diözese Tilsit im Kirchenkreis Tilsit-Ragnit in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.
Aufgrund von Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung und der religionsablehnenden Politik der Sowjetunion kam das kirchliche Leben in Pokraken resp. Weidenau zum Erliegen.
Heute hier lebende Kirchenglieder wohnen im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in der Kreisstadt Slawsk (Heinrichswalde). Sie ist zugleich Pfarrgemeinde der gleichnamigen Kirchenregion innerhalb der Propstei Kaliningrad (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.
Kirchspielorte Neben dem Pfarrort Pokraken (Weidenau) gehörten bis 1945 zum Kirchspiel: Name Änderungsname1938 bis 1946 Russischer Name Name Änderungsname1938 bis 1946 Russischer Name Adlig Klubinnab 1923: Klubinn Anmut Karassjowo Jedwilleiten Neuschleuse Adlig Pokraken Adliggrieteinen Winogradowka Motzwethen Motzfelde Ostrownoje Alt Buttischken Altbuttenhagen Naudwarrischken,ab 1931: Naudwarischken Adelshof Tschistopolje Alt Jägerischken,ab 1930: Jägerischken Jägershof Pereprawa Neu Buttischken Neubuttenhagen An der Kurwe Neu Jägerischken Neujägershof Anmuth Altanmut Neu Weynothen Preußenhof Istok Campinischken,ab 1928: Schanzenkrug Palinkuhnen Neulinkuhnen Rschewskoje Grietischken Grieteinen Losnjaki Urbanteiten Urbanshof Poimy Jaglien-Wiesen Kanalwiesen Uszkurwe,ab 1936: Uschkurwe Kurwe Pljoss
Pfarrer Zwischen 1890 und 1945 amtierten an der Kirche Pokraken als evangelische PfarrerFriedwald Moeller, Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg, 1968, Seite 113: Benjamin Karl Redmer, 1890–1905 Konrad Oloff, 1905–1915 Johannes Tennigkeit, 1916–1920 Wilhelm Eugen Wilde, 1920–1922 Walter Kowalewski, 1922–1925 Siegfried Küchler, 1925–1927 (längere Vakanz) Max Reich, 1937–1944 Alfred Hermann, bis 1944
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Erbaut in den 1890er Jahren Kategorie:Kirchengebäude (lutherisch) Kategorie:Kirchengebäude der Kirchenprovinz Ostpreußen Kategorie:Kirchengebäude in der Oblast Kaliningrad Kategorie:Kirchenruine in Russland Kategorie:Rajon Slawsk Pokraken