165px|Erstveröffentlichung von Kafkas Die Verwandlung in den Weißen Blättern (1915) Franz Kafkas ErzählungDie Verwandlungwird veröffentlicht. 175px|Porträt Virginia Woolf 1902, Fotografie von George Charles Beresford Virginia Woolf veröffentlichtihren ersten RomanThe Voyage Out.

Ereignisse

Prosa Deutschsprachige Literatur

Franz Kafkas im Jahr 1912 entstandene Erzählung Die Verwandlung wird im Oktoberheft der Zeitschrift Die Weißen Blätter unter der Redaktion von René Schickele veröffentlicht. Die Erstausgabe in Buchform erscheint im Dezember in der Reihe Der jüngste Tag, herausgegeben von Kurt Wolff.

mini|links|hochkant|Waldemar Bonsels Der deutsche Schriftsteller Waldemar Bonsels veröffentlicht das Buch Himmelsvolk als Nachfolgeband seines erfolgreichen Werks Die Biene Maja und ihre Abenteuer. Auch dieses Buch erzielt hohe Auflagen und wird in mehrere Sprachen übersetzt. Von Hermann Hesse erscheint u. a. die Erzählung Der Wolf. Von Anna von Krane erscheint die Erzählung Das Siegesfest der sechsten Legion. Von dem evangelischen Pfarrer und Schriftsteller Artur Brausewetter erscheint der Roman Don Juans Erlösung – einer von insgesamt rund 50 Romanen, die er in seinem Leben verfasst. Der deutsche Major und Schriftsteller Richard Brausewetter veröffentlicht den Roman Höhenrekord. Roman aus der Fliegerwelt von Oskar Usedom.

Englischsprachige Literatur

Im März erscheint Joseph Conrads Roman Victory. An Island Tale (Sieg) zunächst als Fortsetzungsgeschichte in Munsey’s Magazine. Im selben Jahr kommen gebundene Erstausgaben bei Doubleday, Page & Co. in New York City und im Londoner Verlag Methuen & Co. heraus. 26. März: Virginia Woolfs erster Roman The Voyage Out (Die Fahrt hinaus) erscheint. Das Werk, das stark autobiographische Züge aufweist, und dessen Publikation wegen Virginias Depressionen von ihrem Mann Leonard fast zwei Jahre hinausgezögert worden ist, wird von der Kritik freundlich aufgenommen, verkauft sich jedoch schlecht. 18. September: In der US-amerikanischen Saturday Evening Post erscheint die Kurzgeschichte Extricating Young Gussie, mit der P. G. Wodehouse erstmals seine wiederkehrenden fiktiven Figuren Bertie Wooster, dessen Kammerdiener Reginald Jeeves und Tante Agatha einführt. Mit dem Werk Pointed Roofs (Die Schatten der Giebel) beginnt die britische Schriftstellerin Dorothy Richardson ihren Romanzyklus Pilgrimage (Pilgerschaft). Darin verwendet sie erstmals die Erzählhaltung des inneren Monologs. Den von der Literaturkritikerin May Sinclair in der Einleitung des Buches eingeführten Begriff stream of consciousness (Bewusstseinsstrom) lehnt sie ab, er findet allerdings rasch Einzug in die moderne Erzähltheorie und wird bald zum probaten Stilmittel des neuen experimentellen und psychologischen Romans in der englischen Erzählliteratur der 1920er Jahre. Der utopische Roman Herland der amerikanischen Schriftstellerin Charlotte Perkins Gilman erscheint als monatliche Serie in einer Zeitschrift.

Russischsprachige Literatur

Februar: Die Kurzgeschichte Die Grammatik der Liebe von Iwan Bunin erscheint in dem Moskauer Almanach Klitsch. Oktober: Die Erzählung Der Herr aus San Francisco von Iwan Bunin erscheint im 5. Band der Anthologie Slowo in Moskau.

Literatur in anderen Sprachen

Von Akutagawa Ryūnosuke erscheint die Novelle Rashōmon.

Lyrik 22. Februar: Das Gedicht Die Schlacht bei Saarburg von Alfred Lichtenstein erscheint postum.

3./4. April: Vor seiner Abfahrt an die russische Front schreibt der deutsche Lehrer Hans Leip die ersten drei Strophen des Liedes Lili Marleen zusammen mit einer heute weitgehend in Vergessenheit geratenen Melodie.

mini|hochkant|Lieutenant Colonel John Alexander McCrae

3. Mai: Der Kanadier John McCrae, dessen Freund Alexis Helmer am Vortag gefallen ist, verfasst mit In Flanders Fields eines der bekanntesten englischsprachigen Gedichte zum Ersten Weltkrieg. Es wird am 8. Dezember im Satiremagazin Punch veröffentlicht. Von Georg Trakl erscheinen postum Sebastian im Traum und Grodek. Edward Marsh veröffentlicht den zweiten Sammelband Georgian Poetry.

Drama

6. April: Uraufführung des Dramas Der Weibsteufel von Karl Schönherr in Wien. Unter dem Titel Komödie der Worte erscheinen drei Einakter von Arthur Schnitzler in Buchform und kommen am 12. Oktober zeitgleich in drei Theatern in Wien, Darmstadt und Frankfurt am Main zur Uraufführung. Von Hermann Sudermann erscheint die Dramentrilogie Die entgötterte Welt; die Tragikomödie Die gutgeschnittene Ecke wird 1915 in Berlin und München auch uraufgeführt.

Periodika

Mit außerordentlicher Resonanz in Portugal erscheinen zwei Ausgaben der portugiesisch-brasilianischen Literaturzeitschrift Orpheu, die danach bereits wieder eingestellt werden muss. 10. September: In Frankreich erscheint die erste Ausgabe des von Maurice Maréchal, Jeanne Maréchal und Henri-Paul Deyvaux-Gassier gegründeten Satiremagazins Le Canard enchaîné. Die österreichische Tageszeitung Der Abend wird gegründet.

Auszeichnungen

mini|hochkant|Romain Rolland 1915 Der französische Schriftsteller und Pazifist Romain Rolland erhält „als eine Huldigung für den erhabenen Idealismus seiner Verfasserschaft sowie für das Mitgefühl und die Wahrheit, mit der er verschiedenste Menschentypen zeichnet“, den Nobelpreis für Literatur.

Der französische Literaturpreis Grand Prix du Roman wird von der Académie française erstmals vergeben. Erster Preisträger ist Paul Acker für sein Gesamtwerk.

Ida Falbe-Hansen erhält die schwedische königliche Medaille Litteris et Artibus.

Geboren Januar bis April

7. Januar: Erwin Wickert, deutscher Diplomat und Schriftsteller († 2008) 17. Januar: Heinz Klemm, deutscher Journalist, Lektor und Schriftsteller († 1970) 20. Januar: C. W. Ceram, deutscher Journalist und Wissenschaftsautor († 1972) 25. Jänner: Viktor Reimann, österreichischer Journalist und Politiker († 1996) 25. Januar: Ewan MacColl, schottischer Autor, Dichter, Schauspieler, Folksänger und Schallplattenproduzent († 1989) 28. Januar: Elisabeth Frenzel, deutsche Literaturwissenschaftlerin († 2014) 29. Januar: Bill Peet, US-amerikanischer Zeichner und Geschichtenschreiber († 2002) 29. Januar: Halfdan Rasmussen, dänischer Lyriker († 2002)

2. Februar: Khushwant Singh, indischer Autor und Journalist († 2014) 5. Februar: Margaret Millar, kanadische Krimi-Schriftstellerin († 1994) 11. Februar: Patrick Leigh Fermor, britischer Schriftsteller († 2011) 14. Februar: Johannes Duft, Stiftsbibliothekar in der Stiftsbibliothek St. Gallen († 2003) 16. Februar: Elisabeth Eybers, südafrikanisch-niederländische Dichterin († 2007) 23. Februar: Noma Hiroshi, japanischer Schriftsteller († 1991) 23. Februar: Heinrich Schirmbeck, deutscher Schriftsteller († 2005)

10. März: Jón Dan Jónsson, isländischer Schriftsteller († 2000) 11. März: Karl Krolow, deutscher Schriftsteller († 1999) 12. März: Jiří Mucha, tschechischer Kosmopolit, Schriftsteller, Publizist und Drehbuchautor († 1991) 13. März: Melih Cevdet, türkischer Schriftsteller († 2002) 13. März: Arthur Henkel, deutscher Germanist und Literaturhistoriker († 2005) 16. März: Haldun Taner, türkischer Schriftsteller († 1986) 29. März: Denton Welch, britischer Maler und Schriftsteller († 1948) 30. März: Pietro Ingrao, italienischer Journalist und Politiker († 2015)

4. April: Lars Ahlin, schwedischer Schriftsteller († 1997) 4. April: Jan Drda, tschechischer Prosaist und Dramatiker († 1970) 7. April: Henry Kuttner, US-amerikanischer Schriftsteller († 1958) 9. April: Leonard Wibberley, irischer Schriftsteller († 1983) 10. April: Leo Vroman, niederländisch-US-amerikanischer Schriftsteller († 2014) 12. April: Friedrich Bolger, russlanddeutscher Lyriker, Dramatiker und Übersetzer († 1988) 13. April: Stephan Hermlin, deutscher Schriftsteller († 1997) 15. April: Tista Murk, Schweizer rätoroman. Schriftsteller und Dramatiker († 1992) 16. April: Alfred Otto Schwede, deutscher Schriftsteller († 1987) 23. April: Christine Busta, österreichische Lyrikerin († 1987) 25. April: Thomas Savage, US-amerikanischer Schriftsteller († 2003) 27. April: Hovhannes Schiraz, armenischer Dichter († 1984) 28. April: Paul Blau, österreichischer Publizist († 2005)

Mai bis August

6. Mai: Orson Welles, US-amerikanischer Regisseur, Schauspieler und Autor († 1985) 16. Mai: Mario Monicelli, italienischer Drehbuchautor und Filmregisseur († 2010) 21. Mai: Helen Weinzweig, kanadische Schriftstellerin († 2010) 27. Mai: Herman Wouk, US-amerikanischer Autor († 2019) 28. Mai: Joaquín Piñeros Corpas, kolumbianischer Schriftsteller und Politiker († 1982) 30. Mai: Johannes D. Peters, deutscher Hörspielautor († 1986) 31. Mai: Judith Wright, australische Dichterin und Schriftstellerin († 2000) 31. Mai: Heinz Zahrnt, deutscher evangelischer Theologe, Schriftsteller und Publizist († 2003)

7. Juni: Geno Hartlaub, deutsche Schriftstellerin († 2007) 10. Juni: Saul Bellow, US-amerikanischer Schriftsteller († 2005) 19. Juni: M. Z. Thomas, deutscher Psychotherapeut und Schriftsteller (?) 24. Juni: Fred Hoyle, britischer Wissenschaftler und Schriftsteller († 2001) 25. Juni: Salme Raatma, estnische Dichterin und Kinderbuchautorin († 2008) 26. Juni: Walter Farley, US-amerikanischer Schriftsteller († 1989)

4. Juli: Christine Lavant, österreichische Künstlerin und Schriftstellerin († 1973) 18. Juli: Karl Bednarik, österreichischer Maler und Schriftsteller († 2001) 18. Juli: Philip Graham, US-amerikanischer Verleger († 1963) 30. Juli: Herbert Jobst, deutscher Schriftsteller († 1990)

15. August: Herbert Hupka, deutscher Journalist und Politiker († 2006) 22. August: José Antonio Zorrilla, mexikanischer Komponist, Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur († 1985) 24. August: James Tiptree, Jr. (Alice Sheldon), US-amerikanische Science-Fiction-Schriftstellerin († 1987)

September bis Dezember

5. September: Astrid Hjertenæs Andersen, norwegische Schriftstellerin († 1985) 10. September: Robert Sparr, US-amerikanischer Filmregisseur, Filmeditor und Drehbuchautor († 1969) 12. September: Elvira Bauer, deutsche Nazi-Schriftstellerin (ab 1943 verschollen)

4. Oktober: Silvina Bullrich, argentinische Schriftstellerin († 1990) 15. Oktober: Carl Szokoll, österreichischer Widerstandskämpfer und Autor († 2004) 17. Oktober: Arthur Miller, US-amerikanischer Schriftsteller († 2005) 18. Oktober: František Daniel Merth, katholischer Priester und Dichter († 1995) 26. Oktober: Max Wegner, deutscher Schriftsteller († 1944) 28. Oktober: Jürgen Thorwald, deutscher Schriftsteller († 2006)

12. November: Roland Barthes, französischer Literaturkritiker, Schriftsteller, Philosoph und Semiotiker († 1980) 18. November: Carlos Alberto Débole, argentinischer Dichter († 1990) 20. November: Kon Ichikawa, japanischer Filmregisseur, Drehbuchautor († 2008) 30. November: Edith Anderson-Schröder, US-amerikanische Journalistin und Schriftstellerin († 1999) 30. November: Robert Lax, US-amerikanischer Autor, Lyriker und Publizist († 2000)

6. Dezember: Pierrette Micheloud, Schweizer Schriftstellerin und Lyrikerin († 2007) 7. Dezember: Leigh Brackett, US-amerikanische Schriftstellerin und Drehbuchautorin († 1978) 8. Dezember: Ernest Lehman, US-amerikanischer Drehbuchautor († 2005) 13. Dezember: Ross Macdonald, US-amerikanischer Krimi-Schriftsteller († 1983) 20. Dezember: Aziz Nesin, türkischer Pädagoge und Schriftsteller († 1995) 31. Dezember: Loys Masson, französischer Schriftsteller († 1969)

Gestorben Erstes Halbjahr

13. Januar: Gaston Arman de Caillavet, französischer Dramatiker und Librettist (* 1870) 24. Jänner: Sophie Pataky, österreichische Bibliografin (* 1860) 26. Januar: Akaki Zereteli, georgischer Schriftsteller und Politiker (* 1840)

8. Februar: Nagatsuka Takashi, japanischer Schriftsteller (* 1879) 22. Februar: Thor Lange, dänischer Schriftsteller und Übersetzer (* 1851)

11. März: Rolf Boldrewood, australischer Autor (* 1826)