Der Griechische Fuchsschwanz (Amaranthus graecizans), auch Wilder Fuchsschwanz genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Amarant (Amaranthus) innerhalb der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae).
Beschreibung von Amaranthus graecizans subsp. silvestris mini|Stängel und gestielte Laubblätter Vegetative Merkmale Der Griechische Fuchsschwanz ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 80 Zentimeter erreicht. Der aufrechte bis aufsteigende, verzweigte Stängel ist grün und kahl.
Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreiten sind bis zu 4 Zentimeter lang, schmutzig grün oder rötlich kurz, begrannt, am Rande etwas wellig, spitz und ohne Ausrandung.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Die Blüten stehen alle in blattachselständigen in Knäueln. Die Blüten sind dreizählig. Die Blütenhüllblätter sind so lang wie die weichen, kurz stachelspitzigen Vorblätter und kürzer als die Frucht. Die Frucht ist 1,5 bis 2 Millimeter lang. Die Fruchthülle reißt quer auf.
Die Chromosomenzahl beträgt meist 2n = 32.
Vorkommen Das natürliche Verbreitungsgebiet des Griechischen Fuchsschwanzes erstreckt sich vom Mittelmeerraum bis Zentralasien und bis ins tropische Afrika. In Australien ist er ein Neophyt. In Europa kommt er von Natur aus oder eingeschleppt in fast allen Ländern vor und fehlt nur in Irland, Island, den Niederlanden, in Norwegen, Litauen, Lettland oder Belarus. Am Rande seines Areales in Europa kommt er in Deutschland nur im Oberrheingebiet vor und gilt dort als eingebürgerter Neophyt.
Der Griechische Fuchsschwanz gedeiht in Mitteleuropa am besten auf lockeren Sand- oder Lehmböden, die reich an Nährstoffen, besonders an Nitraten sein sollten und die zumindest in der Tiefe nicht allzu trocken, sondern eher feucht sind. Auch in Gegenden mit sommerwarmem Klima tritt er sehr selten und unbeständig auf. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+ (trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).
Der Griechische Fuchsschwanz besiedelt keine Rohböden, sondern er wächst vorzugsweise in Unkrautgesellschaften, auf Hackfruchtkulturen, in Gärten und in Weinbergen, seltener kommt er auf Äckern vor. Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart der Klasse Chenopodietea und kommt besonders in Pflanzengesellschaften der Verbände Sisymbrion oder Fumario-Euphorbion vor.
Systematik Die Erstveröffentlichung von Amaranthus graecizans erfolgte 1753 durch Carl von Linné. Ein Homonym ist Amaranthus graecizans .
Es gibt die Unterarten: Amaranthus graecizans subsp. aschersonianus (Syn.: Amaranthus angustifolius subsp. aschersonianus ). Das Epitheton ehrt den deutschen Botaniker Paul Ascherson. Amaranthus graecizans subsp. graecizans (Syn.: Amaranthus angustifolius , Amaranthus angustifolius , Amaranthus blitum var. graecizans ): Sie kommt in Afrika, in West- und Zentralasien, auf der Arabischen Halbinsel, im Kaukasusraum und in Europa vor. Amaranthus graecizans subsp. silvestris (Syn.: Amaranthus silvestris , Amaranthus angustifolius , Amaranthus graecizans var. silvestris ): Sie ist ursprünglich in Europa, Nordafrika, in Westasien im Kaukasusraum, Zentralasien, Indien und Pakistan weitverbreitet. Sie ist in Madagaskar ein Neophyt. Nur diese Unterart kommt in Deutschland vor. Amaranthus graecizans subsp. thellungianus (Syn.: Amaranthus angustifolius var. polygonoides , Amaranthus blitum var. polygonoides , Amaranthus polygonoides , Amaranthus roxburghianus , Amaranthus thellungianus , Amaranthus thunbergii var. grandifolius ): Sie kommt im Iran, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan, in Afghanistan, Pakistan, Indien und Sri Lanka vor. Sie ist in Afrika ein Neophyt. Das Epitheton ehrt den Schweizer Botaniker Albert Thellung.
Literatur
Einzelnachweise
Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 990,
D. Iamonico (2015): Amaranthaceae. Datenblatt Amaranthus graecizans In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
Weblinks
Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben). Datenblatt mit Fotos bei MaltaWildPlants. Fotos.
Kategorie:Fuchsschwanzgewächse