Franz Joseph Schwarz (* 27. Mai 1841 in Spittelgrund, Böhmen; † 26. Oktober 1911 in DresdenStadtarchiv Dresden, Standesamt Dresden I, Sterbe-Neben-Register 1911, Nr. 1134.) war ein deutsch-böhmischer Bildhauer. mini|hochkant|Grabstein der Familie Franz Schwarz auf dem Johannisfriedhof von Dresden-Tolkewitz

Leben Franz Schwarz wurde in Spittelgrund Nr. 3 bei Grottau an der Neiße in Nordböhmen geboren. Er war der erste Sohn des Feldgärtners Wenzel Schwarz und der Anna Bernert. Er wurde im römisch-katholisch Glaubensbekenntnis in der Pfarrkirche St. Bartholomäus zu Grottau getauft. Es waren fünf Brüder der 16 Kinder, welche künstlerische Berufe innehatten. Vier waren im Bildhauer-Gewerbe tätig, wovon neben Franz Schwarz die bekanntesten Anton Schwarz und Adolf Schwarz waren. Sein Bruder Wenzel-Schwarz war Historienmaler, Portraitmaler und Glasmaler. Der Bischof von Dresden-Bautzen, ihr Onkel und Taufpate Franz Bernert, finanzierte und förderte ihre Ausbildung und sorgte für ein Studium.

Franz Schwarz war verheiratet mit Antonia Schubert (geb. 1843). Beide hatten drei Kinder sowie fünf Enkelkinder.

Er kam vermutlich 1860 nach Dresden und studierte an der dortigen Kunstakademie.Archiv der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Er wohnte erst in der Flemmingstr. 4, ab 1874 in der Elisenstr. 10 und ab 1876 in der Elisenstraße 37 und ab 1897 in Nr. 49 bis zu seinem Tode 1911. In seinen Atelier, welches auch seinen Namen trug, arbeitete nachweislich auch sein Bruder Joseph Schwarz bei ihm lange Zeit mit. Vermutlich arbeiteten auch die Brüder Anton Schwarz und Adolf Schwarz am Anfang ihrer Bildhauerkarriere im gleichen Atelier. Später gründeten sie ihr eigenes Atelier „Gebrüder Schwarz“ bzw. nach dem Tod von Anton 1905 nur noch Atelier „Adolf Schwarz“.

Die letzte Ruhestätte von Franz Schwarz befindet sich auf dem Johannisfriedhof im Dresdner Stadtteil Tolkewitz. Sie ist geschmückt mit einem seiner Werke Maria mit Kind.

Wirken Franz Schwarz war neben seinen Brüdern Adolf und Anton Schwarz einer der einflussreichen lokalen Bildhauer aus Böhmen in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seine Werke waren in Deutschland und Tschechien weit verbreitet. Einige Werke schafften es bis nach England, Lettland und Russland. Dabei thematisierten seine besten Werke häufig religiöse Motive.Buch Alte Ansichtskarten aus dem Gebiet von Grottau und Kratzau, PhDr. František Vydra, 2005, Hostivice, S. 73Karl F. Kühn: Liberec Topographie der historischen und kunstgeschichtlichen Denkmale im Bezirke Reichenberg. Brünn/Prag/Leipzig/Wien 1934, S. XXV, XXVI, 87.

Seine bildhauerische Karriere begann sicherlich mit der Figurengruppe Vier Tageszeiten für die Freitreppe der Brühlschen Terrasse nach einem Entwurf von Johannes Schilling, dessen Schüler Franz Schwarz war. Die Vier Tageszeiten wurden 1869 auf der Wiener Kunstausstellung mit dem 1. Preis ausgezeichnet. In den Autographen insbesondere sächsischer Bildhauer und Maler steht über Franz Schwarz: „Er selber modellierte nicht, seine Arbeiten in Marmor etc. sind aber ganz vorzüglich.“

Zwischen den Schwarz-Brüdern gab es einige Kooperationen. Zum Beispiel stammen einige Entwürfe für Skulpturen von Franz Schwarz vom Bruder Wenzel Schwarz, der als Historienmaler tätig war. Nicht immer ist das Wirken der Brüder dabei eineindeutig zuzuordnen, zumal viele Denkmäler, Quellen und Belege in den beiden Weltkriegen verloren gingen.

Werke Werke bis 1869 1868: Vier Tageszeiten in Dresden: Die Sandsteinskulpturen standen ursprünglich an der Brühlschen Terrasse an der Haupttreppe. Sie wurden von Franz Schwarz nach einem Entwurf von Johannes Schilling ausgeführt. 1898 sind die Originale an Chemnitz verschenkt worden. Erst 1908 fand aber der Transport statt, womit dann in Dresden die neuen Bronzeabgüsse platziert worden.Daniel Jacob: Skulpturenführer Dresden: Von Aphrodite bis Zwillingsbrunnen. Freital 2010, ISBN 978-3-942098-05-2, S. 19. 1869: Cholerabrunnen in Dresden: Maßgebliche Beteiligung an Restauration und Versetzung des Cholerabrunnens in DresdenSächsische Zeitung, 25. Januar 1996Daniel Jacob: Skulpturenführer Dresden: Von Aphrodite bis Zwillingsbrunnen. Freital 2010, ISBN 978-3-942098-05-2, S. 19 1869: Grabmal Neuer Friedhof Grottau, Westwand (bereits Anfang des 20. Jahrhunderts aufgelassen): Figur des segnenden Christus. Signierung Franz Schwarz, Dresden.Karl F. Kühn: Topographie der historischen und kunstgeschichtlichen Denkmale im Bezirke Reichenberg (= Topographie der historischen und kunstgeschichtlichen Denkmale in der Tschechoslowakischen Republik. Bd. 51), Rudolf M. Rohrer Verlag, Brünn-Prag-Leipzig-Wien 1934, S. 102. Ob das Grabmal noch erhalten ist, ist sehr fraglich.

Werke ab 1870 1870: Gedenkkreuz zu Ehren Prinzessin Amalie, Herzogin von Sachsen in Dresden-Friedrichstadt: Dieses Kruzifix aus Marmor, welches an der Kapelle des alten katholischen Friedhofs an der rechten Seite steht, ist von Franz Schwarz nach einem Entwurf von Prof. Fritzsche gestaltet wurden.Auskunft Domkapitel St. Petri in Bautzen 1870: Zwei Genien als Marmorrelief für ein Grabdenkmal, ausgestellt 1870 in der Königlichen Akademie der bildenden Künste in Dresden zur alljährlichen Kunstausstellung 1870: Marmorfigur König David für das Mausoleum zu Frogmore, London: Der Entwurf stammt von Prof. Rentzsch. 1871: Marmor-Figurengruppe Verwundeten Krieger in Pflege einer barmherzigen Schwester für Schloss Ofen (heute Buda bzw. Budapest). Das Modell stammt von Wilhelm Schwenk. 1873: Skulpturen auf dem Familiengrab Schmitt Friedhof Böhmisch-Aicha: Der Bau des Familiengrabes von Schmitt (auch als Mausoleum bezeichnet) erfolgt gemeinsam mit der Dreifaltigkeitskirche Dominante des Ceskodubský-Friedhofs. Es wurde 1872–73 vom Liberecer Baumeister Gustav Sachers erbaut. Der bildhauerische Schmuck stammt von Franz Schwarz. Im unteren vertieften Teil mit der Außenseite gibt es eine Krypta mit Särgen, darüber liegt eine Kapelle auf einem quadratischen Pudor. Es gibt zwei Treppen mit skulpturaler Dekoration. Das Gesims wird von Konsolen getragen. Das Gebäude ist mit einer achteckigen Kuppel mit einer Laterne fertiggestellt, die mit einem subtilen Dach in Form gekrönt ist. Die drei Seiten des Grabes sind mit Säulen versehen, die vierte Seite gegenüber dem Eingang ragt in den Himmel. In dieser Wand ist ein Fenster mit Buntglasverzierung eingelassen. An den zwei gegenüberliegende Seiten befinden sich eine Engelsstatue und einer Frauenfigur mit Lorbeerkranz verziert. An der Treppe vor dem Eingang ist eine Statue einer sitzenden Madonna mit einem Buch in der Hand und einem Anker zu ihren Füßen.Umelecké sbírky Franze Schmitta a rodiny Blaschku v Ceském Dubu, Lenka Tvrzníková, Vedoucí diplomové práce: doc. PhDr. Marie Mžyková, CSc., 2008, S. 47 & 67, Link: https://theses.cz/id/1xjsxo/51440-133141010.pdf (Dieselbe Figur befindet sich auch am Grabe von Franz Schwarz in Dresden Tolkewitz.) 1874: Zwei Karyatiden: Die Entwürfe stammen von Prof. Echtermeyer. Die Karyatiden wurden am Portal der Neuen Gemäldegalerie in Kassel aufgestellt und sind noch sehr gut erhalten. 1875: Büste von J. W. Goethe und F. Schiller im Podješted-Museum in Böhmisch-Aicha: Aus der originalen Sammlung bildhauerischer Werke im Böhmerwald im Podješted-Museum (Podještedském muze). Seine Arbeit im Dienst der Ceskodub-Fabrik (ceskodubských továrníku) ist mit dem Namen von Franz Schwarz mit Böhmischer Eiche mit diesen Skulpturen verbunden.Umelecké sbírky Franze Schmitta a rodiny Blaschku v Ceském Dubu, Lenka Tvrzníková, Vedoucí diplomové práce: doc. PhDr. Marie Mžyková, CSc., 2008, S. 47, Link: https://theses.cz/id/1xjsxo/51440-133141010.pdf 1875: Acht Sandsteinfiguren für die Villa Hartmann in Dresden Laubegast: Die streng symmetrische Villa, deren Fassaden vollständig aus Sandstein ausgeführt wurden, ist fünfachsig aufgebaut, wobei drei Fensterachsen die Mittelrisalite bilden. Diese werden durch Dachausbauten mit Sandsteinfiguren zusätzlich betont. Die Sandsteinfiguren wurden von Prof. Rentzsch entworfen und vom Bildhauer Franz Schwarz ausgeführt. 1875: Trauernde auf dem Alten Annenfriedhof Dresden: Das Motiv nach Robert Henze wurde hier in Sandstein für das Grabmonument des Robert Bernhardt ausgeführt. 1876: Statue Griechenland: Dieser Entwurf stammt von Prof. Echtermeyer und ist Teil der Acht von ihm geschaffenen Idealfiguren der kunstübenden Länder. Sie besteht aus Carrara-Marmor. Die Statue war ursprünglich im Treppenhaus der Neuen Gemäldegalerie in Kassel aufgestellt. Eine Zeitlang verblieb sie später im Depot, wurden jedoch mit den anderen Länderstatuen 2014 restauriert und neu aufgestellt. 1876: Friedensengel, Grabmal der Familie Carl Grohmann, Friedhof von Lindava (Lindenau), OT von Cvikov (Zwickau in Böhmen): Ausgeführt in Sandstein hat Franz Schwarz hier den Entwurf von Wenzel Schwarz und Robert Henze.Lausitzer Gebirge – Lindava (abgerufen am 9. Januar 2018) 1876: Altarrelief „Jesus heilt den Gichtbrüchigen“ in der Lukaskirche Zwickau/Planitz: Die Lukaskirche selbst wurde von Ludwig Gotthilf Möckel entworfen. Der Reliefentwurf stammt von Oskar Rassau und die Ausführung in französischen Kalkstein übernahm Franz Schwarz. Es war ein Geschenk des Zehntenverbandes von Niederplanitz. 1879: Trauernde: Hier wurde die weibliche Figur nach Robert Henze in weißem Marmor (ca. 1,70 m) ausgeführt. Sie befand sich bis 2010 im Familiengrab Städel (Gruft 40) des Frankfurter Hauptfriedhofs. Bei der Beräumung der Gruft 2010 war der Kopf wahrscheinlich schon nicht mehr vorhanden. Der Torso der Figur wurde offenbar eine Gruft weiter geschoben und befindet sich heute in der Gruft von Konstanze Du Fay, geb. Lutheroth (Gruft 41). Signatur am Sockel „Gebrüder Schwarz, Dresden“. Interessanterweise gibt es mehrere Ausführungen der Figur. Eine weitere befindet sich in Löbau auf dem Familiengrab der Textilfabrikantenfamilie Rönsch.Eduard Robert Henze in Annaberg-Buchholz – Seine Denkmale in Annaberg-Buchholz mit einem vorläufigen Werkverzeichnis der Plastiken und Zeichnungen. Peter Rochhaus, Wissenschaftlicher Aufsatz, 2014, Grin-Verlag, München, S. 26 1879: Zwei Statuen vor dem Portal des Herzoglichen Museums Gotha: Dargestellt wird links die Geschichte und rechts die Architektur.

Werke ab 1880 1880: Büste der Herrn Otto Victor I. von Schönburg-Waldenburg: Nach Hermann Hultzsch. Ursprünglich im Park aufgestellt, steht die Büste heute im Museum. 1880 bis 1882: Reformatoren-Skulpturen für den Dom zu Halberstadt: Martin Luther und Philipp Melanchthon befinden sich unter der Südempore und wurden von Franz Schwarz aus französischem Sandstein gefertigt. 1881: Genius des Ruhms in Tübingen: Der Entwurf stammt von Emmerich Andresen (1843–1902), wofür dieser an der Akademie eine Auszeichnung für die beste Arbeit erhielt. Die Statue wurde zu Hölderlins Gedenken am 30. Juni 1881 im botanischen Garten der Universität Tübingen enthüllt.Artikel Hölderlin-Denkmal in TÜpedia, dem Stadtwiki Tübingen 1881: Trauernde (zweite Ausführung): Diese zweite Ausführung nach dem Entwurf vom Bildhauer Robert Henze schmückt das Familiengrab der Textilfabrikantenfamilie Rönsch auf dem Friedhof in Löbau. Die erste Ausführung ist von 1879 und stand auf dem Frankfurter Hauptfriedhof.Eduard Robert Henze in Annaberg-Buchholz – Seine Denkmale in Annaberg-Buchholz mit einem vorläufigen Werkverzeichnis der Plastiken und Zeichnungen. Peter Rochhaus, Wissenschaftlicher Aufsatz, 2014, Grin-Verlag, München, S. 26 1884: Marmorstatue des Generalstabsarztes Dr. Stromeyer, Hannover: Nach einem Modell von Oskar Rassau wurde diese 3 m Statue aus einem Block gefertigt. 1885: Christus mit Kreuz, Grabmal der Familie August Grohmann, Friedhof von Lindava (Lindenau), OT von Cvikov (Zwickau in Böhmen): Ausgeführt hat Franz Schwarz in Marmor. Entwurf von Heinrich Bäumer.Lausitzer Gebirge – Lindava (abgerufen am 9. Januar 2018)