Die amtsfreie Gemeinde Feldberger Seenlandschaft liegt im Südosten des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern (MV). Sie ist durch den Tourismus geprägt und bildet für ihre Umgebung ein Grundzentrum.Regionales Raumentwicklungsprogramm Mecklenburgische Seenplatte (2011), Regionaler Planungsverband, abgerufen am 12. Juli 2015 Historisch ist sie Teil der Kulturregion Mecklenburg-Strelitz.

Der Ortsteil Feldberg ist seit Oktober 2015 als Kneippkurort zertifiziert. Die Ortsteile Carwitz, Fürstenhagen, Koldenhof, Lichtenberg, Mechow, Schlicht, Triepkendorf, Waldsee und Wittenhagen sind staatlich anerkannte Erholungsorte.

Geografie Geografische Lage mini|links|200px|Die namengebende Seengruppe (bläulich lila) und ihre Abflusswege: Lychener Gewässer (leuchtend blau) zur Havel und Strom → untere Quillow zur Ucker Die Gemeinde ist mit über 200 km² die flächengrößte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie liegt im Südosten Mecklenburg-Vorpommerns an der Landesgrenze zu Brandenburg. Der Name bezieht sich auf den früher mit Stadtrecht belehnten Ortsteil Feldberg und den Naturpark Feldberger Seenlandschaft, dessen Gebiet zwischen der Mecklenburgischen Seenplatte und den uckermärkischen Seen liegt. Die flächenmäßig größten der Seen im Gemeindegebiet sind Carwitzer See, Breiter Luzin, Zansen, Schmaler Luzin, Feldberger Haussee, Dreetzsee, Dolgener See und Krüselinsee. Die Landesgrenze zu Brandenburg verläuft entlang des Bibelsees, des Südufers des Carwitzer Sees, des Ostufers des Dreetzsees sowie des Krüselinsees, des Küstriner Baches, des Kleinen Mechowsees und des Großen Mechowsees. Das Gebiet gehört zur Endmoräne des Pommerschen Stadiums der Weichseleiszeit. Mit der Vogelkirsche (nördlich des Breiten Luzin) wird eine Höhe von erreicht. Die Gemeinde liegt im Naturpark Feldberger Seenlandschaft. Der Ortsteil Waldsee befindet sich im östlichsten Teil des Müritz-Nationalparkes.

Umgeben wird die Gemeinde Feldberger Seenlandschaft von den Nachbargemeinden Möllenbeck im Norden, Woldegk im Nordosten, Nordwestuckermark im Osten, Boitzenburger Land im Südosten, Lychen im Süden, Wokuhl-Dabelow im Südwesten sowie Carpin und Grünow im Westen.

Gemeindegliederung Ortsteile der Gemeinde sind:§ 12 der Hauptsatzung der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft

Geschichte Von 1701 bis 1934 gehörten die heutigen Ortsteile der Feldberger Seenlandschaft zum Teil(groß)herzogtum Mecklenburg-Strelitz, das 1871 ein Land des Deutschen Kaiserreiches wurde. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland (1933) erfolgte 1934 die Wiedervereinigung der beiden, bis zum Ende der Monarchie 1918 zusammengehörigen mecklenburgischen Landesteile Mecklenburg-Strelitz und Mecklenburg-Schwerin zum Land Mecklenburg. Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939–1945) und während der DDR gehörten die Ortsteile der Feldberger Seenlandschaft zum Kreis Neustrelitz im Bezirk Neubrandenburg und nach der deutschen Wiedervereinigung (1990) zum neu gebildeten Land Mecklenburg-Vorpommern.

Am 13. Juni 1999 schlossen sich die Stadt Feldberg und die Gemeinden Conow, Dolgen, Lichtenberg und Lüttenhagen zur Gemeinde Feldberger Seenlandschaft zusammen.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999

Carwitz:

Dolgen

Bei Mäharbeiten wurden im August 2009 mehrere über fünf Meter tiefe Löcher auf Feldern bei Dolgen entdeckt. Nach geologischen Untersuchungen stellte sich heraus, dass es geologische Erkundungsbohrungen aus den 1970er Jahren waren, die in Vorbereitung der Bohrung Feldberg 1/87 durchgeführt wurden. Diese Bohrung diente der Suche nach Erdöl und/oder Erdgas und hatte eine Teufe von 4920 m.Nordmagazin, NDR Fernsehen, 11. August 2009"Der Spannungszustand im Norddeutschen Becken (pdf)""Regionalgeologisch bedeutsame Rotliegendbohrungen im Bereich der Norddeutschen Senke (pdf)"

Feldberg:

Krumbeck war seit 1313 teilweise und seit 1317 vollständig im Besitz des Klosters Himmelpfort und dadurch später brandenburgische Exklave in Mecklenburg. Seit 1797 war das Gut im Besitz der Familie von Dewitz. 1811 kam das Gut zu Mecklenburg-Strelitz. Seine Besitzer wurden 1825 in die Ritterschaft inkorporiert.

Laeven wurde 1393 erstmals als Louene erwähnt. Willich deutet dies als slawische Bezeichnung im Sinne von „Ort, an dem Beute gemacht wird“ (von slaw. lov „Fand, Jagd, Beute“).Cornelia Willich: Ortsnamen in Mecklenburg-Strelitz. In: Mecklenburg-Strelitz. Beiträge zur Geschichte einer Region, Bd. 2 (2002), S. 6–23, hier S. 11.

Schlicht war Domäne. Gutspächter war u. a. August Weißenborn, der um 1880 das Gutshaus bauen ließ. Unweit des Gutshauses befinden sich die Reste der Turmhügelburg „Maledei“.

Tornowhof wurde 1730 als Meierei von Wittenhagen aus angelegt. Im Jahre 1870 wurde diese zu einem selbstständigen Gut und das zweigeschossige Gutshaus erbaut, verbunden mit einem eingeschossigen Verwalterhaus.

Waldsee wurde 1900 in Fachwerkbauweise als Jagdhaus für Erbgroßherzog Adolf Friedrich V. gebaut. Seit 1933 wurde das Jagdhaus von Reichsstatthalter und Gauleiter Friedrich Hildebrandt genutzt. Seit 1952 war es Lehrlingswohnheim des Forstwirtschaftsbetriebes Neustrelitz. Heute ist es ein Jagdhotel.

Weitendorf war nach 1648 ein fürstlicher Meierhof. Das Gutshaus stammt von 1908 und war nach 1947 u. a. Schule mit Lehrerwohnung und Kindergarten.

Wendorf war ein Gutsdorf mit vielen verschiedenen Besitzern. Das Gutshaus stammt von 1857 und war nach 1958 Sitz der LPG und des Konsums.

Wittenhagen: Gutsbesitzer war u. a. von 1506 bis 1796 die Familie von Tornow, es folgte bis 1838 die Familie von Rhade. 1758 wurde eine Kirche gebaut. Das klassizistische Gutshaus stammt von um 1800.

Das ehemalige, auf dem heutigen Gemeindegebiet befindliche Dorf Krüselin liegt seit 1945 wüst.

Bevölkerung Jahr Einwohner 1999 5178 2000 5198 2005 5006 2010 4651 2015 4452 Jahr Einwohner 2020 4444 2021 4452 2022 4377 2023 4349 2024 4315

Stand: 31. Dezember des jeweiligen JahresStatistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern: Statistischer Bericht. Bevölkerungsstand. Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung besteht aus 15 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 68,2 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 36,8 % 5 28,3 % 4 AfD – – 22,0 % 3 SPD 20,8 % 3 13,5 % 2 Die Linke 13,0 % 2 8,4 % 1 Bündnis Feldberger Seenlandschaft – – 7,8 % 1 Wählergemeinschaft Dolgen 8,2 % 1 4,7 % 1 Bündnis 90/Die Grünen 4,4 % 1 4,1 % 1 Einzelbewerberin Benita Kunde 5,1 % 1 3,5 % 1 Einzelbewerber Jörg Godenschweger – – 2,3 % 1 Freie Wähler 10,5 % 2 1,3 % – 6 weitere Einzelbewerber – – 4,1 % – Einzelbewerber Tino Dec 1,2 % – – – Insgesamt 100 % 15 100 % 15

Bürgermeister seit 2009: Constance Lindheimer (SPD) In: Ostsee-Zeitung, 18. Februar 2017., seit ihrer Heirat 2019 Constance von BuchwaldtFeldberger Bürgermeisterin hat geheiratet. In: Nordkurier, 15. Mai 2019.

Lindheimer wurde bei der Bürgermeisterwahl am 24. September 2017 mit 54,6 Prozent der gültigen Stimmen in ihrem Amt bestätigt.In Feldberg regiert die SPD. In: Nordkurier, 24. September 2017. Ihre Amtszeit beträgt acht Jahre.

Wappen

Dienstsiegel Das Dienstsiegel zeigt das Wappenbild des Gemeindewappens mit der Umschrift „GEMEINDE FELDBERGER SEENLANDSCHAFT“.Hauptsatzung § 1 (PDF).

Sehenswürdigkeiten und Kultur Bauwerke

Carwitz Hans-Fallada-Haus, Wohnsitz von Hans Fallada von 1933 bis 1945 Dorfkirche von 1706, turmloser Fachwerkbau mit Kanzelaltar von 1714

Cantnitz Dorfkirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, gotischer Backsteinbau

Feldberg Burgwall Feldberg, Wallreste einer slawischen Höhenburg aus dem 9. Jahrhundert Ehemaliges Amtshaus/Drostenhaus; 1781 als zweistöckiger Fachwerkbau [im 20. Jahrhundert stark überformt] über den Resten einer Burganlage aus dem 13./14. Jahrhundert errichtet, von der noch ein Turmstumpf erhalten ist Spritzenhaus/Heimatstube aus dem 19. Jahrhundert nach Entwürfen von Friedrich Wilhelm Dunckelberg Stadtkirche von 1872/75, neugotische Backsteinbasilika

Krumbeck Lennépark (zum Herrenhaus gehörig), ab 1832 nach Plänen von Peter Joseph Lenné angelegtSabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. Band 1. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3). Thomas Helms Verlag Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, S. 494–504. Seitenflügel des Herrenhauses von nach 1858, eingeschossig mit Mansarddach und zweigeschossigem Turm sowie Betriebsgebäuden, von 1797 bis 1945 und seit um 1996 im Besitz der Familie von Dewitz Dorfkirche aus dem 14. Jahrhundert, Feldsteinbau mit West-Turm von 1785, oberer Teil nach Blitzeinschlag 1928 massiv erneuertSabine Bock: Die Dorfkirchen von Cölpin, Holzendorf und Krumbeck. Thomas Helms Verlag Schwerin 2013, ISBN 978-3-944033-04-4, S. 38–45.

Lichtenberg Dorfkirche aus dem 14. Jahrhundert, verputzter Feldsteinbau Ehemaliges Herrenhaus im Renaissance-Stil aus dem 19. JahrhundertSabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. Band 2. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3). Thomas Helms Verlag Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, S. 539–544.

Laeven Herrenhaus der selbstständigen Meierei der Domäne von 1724, zweigeschossig mit sechs Zwerchgiebeln von 1924/25

Lüttenhagen Forst- und Holzmuseum Eiche auf dem Friedhof mit einem Brusthöhenumfang von 7,67 m (2016)

Mechow Dorfkirche, Feldsteinbau aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts

Schlicht Reste der niederadeligen Befestigung (Turmhügel „Maledei“)

Triepkendorf Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert, Feldsteinbau mit Fachwerkturm von 1769

Waldsee Jagdschloss Waldsee, erbaut 1901 für den Mecklenburg-Strelitzschen Großherzog Friedrich Wilhelm II.

Wendorf Herrenhaus mit Gutshofanlage, erbaut 1856 von F. Menke (nach Bauplänen des Hofbaumeisters Friedrich Wilhelm Buttel) als selbstständiges Vorwerk zum Mutterhaus im Ortsteil Lichtenberg

Wittenhagen Dorfkirche von 1758, achteckiger Zentralbau mit Zeltdach Herrenhaus, klassizistische Anlage mit MansarddachSabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. Band 2. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3). Thomas Helms Verlag Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, S. 999–1004. Luzin-Theater, Privattheater mit 45 Plätzen

Wrechen Dorfkirche, turmloser Fachwerkbau aus dem 19. Jahrhundert Herrenhaus in klassizistischer Form von Friedrich Wilhelm Buttel von 1840Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. Band 2. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3). Thomas Helms Verlag Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, S. 1005–1023.

Veranstaltungen Im Jahr 1965 wurde der Feldberger Karneval Klub (FKK) gegründet, erster Präsident war Johannes Hübner („Hannes der Himmelhund“). Der Karneval fand zunächst in Carwitz und im Hotel Hullerbusch statt, bevor die Veranstaltung sich in Feldberg etablierte. Dort entstand der Schlachtruf „Schlaewitzberg Huneu“, der für die Ortsteile steht (Schlicht, Laeven, Carwitz, Feldberg, Hullerbusch, Neuhof). Es gibt über 100 Mitglieder und eine Kindertanzgruppe mit rund 30 Kindern, das Waldhotel Stieglitzenkrug ist seit den 2000ern das Stammhaus. In Feldberg gibt es zudem einen eigenen Rosenmontagsumzug, was eine Besonderheit für Mecklenburg-Vorpommern ist.Feldberger Karneval Klub (FKK): Vereinsgeschichte, abgerufen am 19. Februar 2018

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