Adolf Liebermann (* 5. September 1891 in Steinbach, Herzogtum Sachsen-Meiningen; † 15. Februar 1945 in Dresden) war ein deutscher Bildhauer.

Leben In der Zeit von 1913 bis 1914 und von 1918 bis 1923 studierte Liebermann an der Dresdner Kunstakademie bei Selmar Werner und war dessen Meisterschüler.Archiv der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Adolf Liebermann war Mitglied im Deutschen Künstlerbund. (abgerufen am 29. Oktober 2015) Er nahm am Ersten Weltkrieg teil und war 1916 in der Galerie Ernst Arnold auf der „Zweiten Ausstellung Dresdner Künstler die im Heeresdienst stehen“ vertreten. Ab 1932 war Liebermann, der als rechtsgesinnt galt, Vorsitzender der Dresdner Kunstgenossenschaft.Maria Petrasch: Otto Altenkirch. Leben und Werk. Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen, Schloss Nossen/Klosterpark Altzella, 2005, S. 75.

Einige frühere Arbeiten Liebermanns entsprachen jedoch nicht dem Kunstkanon der Nazis, und 1937 wurden in der Nazi-Aktion „Entartete Kunst“ aus der Dresdner Skulpturensammlung seine beiden Plastiken Der Einfältige und Bacchanale beschlagnahmt und zerstört.Datenbank zum Beschlagnahmeinventar der Aktion „Entartete Kunst“, Forschungsstelle „Entartete Kunst“, FU Berlin

Im Jahr 1940 wurde Liebermann zum Vorsitzenden des Dresdner Künstlerbundes gewählt. 1941 war er Leiter der Großen Dresdner Kunstausstellung des Künstlerbunds.Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 57.1941-1942, Seite g und nahm er an der Großen Deutschen Kunstausstellung in München teil. Im März und April 1943 war er Leiter der Ausstellung Soldat und Künstler, die unter der Schirmherrschaft von Martin Mutschmann im Galeriegebäude der Brühlschen Terrasse stattfand.Mortimer G. Davidson: Kunst in Deutschland 1933–1945. Grabert 1992, S. 478.

Bei den Bombenangriffen auf Dresden wurde er am 15. Februar 1945 getötet. Sein Atelier in der Zirkusstraße 43 wurde zerstört und die von ihm geschaffenen Werke wurden vernichtet.

Liebermann schuf Klein- und Großplastiken, Porträtbüsten und plastischen Fassadenschmuck an der Johann-Georgen-Allee in Dresden.

Werke (Auswahl) 1922: Granitfigur Schwertträger vorm König-Friedrich-August-Seminar an der Teplitzer Straße, später Pädagogisches Institut Dresden, nach 1945 entfernt, Verbleib unbekanntArbeitskreis Sächsische Militärgeschichte e. V. Dresden: Verschwundene Denkmale. Band 7, 2. Auflage. Beyer Verlag Sachsen für Kultur und Geschichte, Dresden 2005, ISBN 3-9809520-2-9, S. 54. 1936: Bronzefigur Deutsche Wacht, Haus der Deutschen Kunst Berlin, HDK 464 1940: Bronzefigur Kampfruf, Stadtmuseum Dresden, Lost Art-ID: 421903.Stadtarchiv Dresden 2.5. 15.64 Beleg Nr. 12; Große Dresdner Kunstausstellung 1941. Gemälde – Plastik. Dresden 5. Juli – 5. Oktober 1941, s. 19 Nr. 123; Aufstellung der ausgelagerten Bestände des Stadtmuseum Dresden im 2. Weltkrieg, Blatt 7; Stadtmuseum Alter Bestand, Blatt 57

Bildnis R. J. (Porträtbüste; 1941 auf der Großen Deutschen Kunstausstellung)

Ringspiel (weibliche Aktstatue; 1941 auf der Großen Deutschen Kunstausstellung)

Literatur Katalog Große Dresdner Kunstausstellung 1943, Gemälde Plastik Grafik vom 16. Oktober – 31. Dezember, im Sächsischen Kunstverein Brühlsche Terrasse (mit Text von Adolf Liebermann).

Einzelnachweise

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