miniatur|Blick über den Burgfriedhof (2011) Der Burgfriedhof ist ein kommunaler Friedhof in Bad Godesberg, einem Stadtbezirk von Bonn. Er steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz. Teil des Friedhofs ist der Jüdische Friedhof Bad Godesberg.

Lage Der Burgfriedhof liegt am Westhang des Burgbergs der Godesburg () und erstreckt sich entlang der Straßen Am Burgfriedhof und Auf dem Godesberg.

Geschichte Der Burgfriedhof wurde 1804/05 auf dem Gelände der ehemaligen Vorburg der GodesburgTag des offenen Denkmals, 8. September 2013. Veranstaltungsprogramm Nordrhein-Westfalen, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, S. 10. unterhalb der Michaelskapelle in Nachbarschaft zu einem bereits seit dem frühen 18. Jahrhundert bestehenden jüdischen Friedhof angelegt.Mathias Nofze: , General-Anzeiger, 2. August 2010 1895 erwarb die Gemeinde Godesberg den Burgberg. Der Friedhof wurde hangabwärts mehrmals terrassenförmig erweitert, letztmals im Jahre 1910. Zu seiner Entlastung entstand 1924 im Ortsteil Plittersdorf der neue Zentralfriedhof der Stadt.

Beschreibung Auf dem Friedhof finden sich viele reich gestaltete Grabstätten des Großbürgertums aus dem 19. und dem frühen 20. Jahrhundert. Mit fünf Mausoleen weist er die höchste Anzahl unter allen Bonner Friedhöfen auf. Zu den bedeutendsten Grabmälern zählt jenes des Pfarrers Karl Evertsbusch aus dem Jahr 1909. Es zeigt ein vom Bildhauer Benno Elkan geschaffenes Relief der Bergpredigt. Als Friedhofskapelle dient heute das Mausoleum des in Philadelphia geborenen Arztes George Guier (1824–1903).Mousoleum Guier, www.godesberger-markt.de (entnommen aus Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg (Hrsg.); Martin Ammermüller: Spaziergang über den Burgfriedhof, Godesberger Heimatblätter 2010). Der Bau in orientalisierenden Formen wurde von 1904 bis 1905 nach einem Entwurf des Kölner Architekten August Senz durch den Bonner Bauunternehmer Wilhelm Weinreis errichtet. Im Jahr 1952 erwarb die Stadt Bad Godesberg das Gebäude.Werner Keyl: Über das Mausoleum Guier auf dem Godesberger Burgfriedhof und seinen Architekten. In: Godesberger Heimatblätter, Jahresheft des Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e. V. (), Heft 31 (1993), S. 104–116.Martin Gussone, Martina Müller-Wiener: Das Mausoleum Dr. George Guier in Bad Godesberg und der Orientalismus. In: Godesberger Heimatblätter, Jahresheft des Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e. V. (), Heft 48 (2010 ), S. 78–95.

Der Friedhof umfasst auch eine Kriegsgräberstätte für 72 Gefallene aus dem Ersten Weltkrieg.Kriegsgräbergedächtnisstätte Bad Godesberg Burgfriedhof, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Beigesetzte Persönlichkeiten miniatur|rechts|Grab Herbert Wehners, Burgfriedhof, Bonn-Bad Godesberg Gerhard Siebel (1784–1831), Kaufmann, Lokalpolitiker, Diplomat und Publizist aus Elberfeld Carl August von Groote (1831–1897), Bürgermeister von Godesberg – Ehrengrab der Stadt Bonn Carl Maria Finkelnburg (1832–1896), Mediziner und Hygieniker Julius Axenfeld (1834–1896), Missionar und Pfarrer in Godesberg – Ehrengrab der Stadt Bonn Reinhold Fellenberg (1848–1912), Militärmusiker, Stabstrompeter, Komponist und Karnevalist Anton Dengler (1852–1914), Bürgermeister von Godesberg – Ehrengrab der Stadt Bonn Alfred Wiedemann (1856–1936), Ägyptologe Ännchen Schumacher (1860–1935), ortsbekannte Wirtin – Ehrengrab der Stadt Bonn Theodor Wilhelm Düren (1866–1928), ortsansässiger Bauunternehmer Toni Wolter (1875–1929), Landschafts- und Industriemaler der Düsseldorfer Schule Josef Zander (1878–1951), Bürgermeister von Bad Godesberg – Ehrengrab der Stadt Bonn Karl Schwarz (1886–1959), ortsansässiger Architekt Paul Kemp (1896–1953), Schauspieler und Charakterkomiker Heinrich Hopmann (1897–1968), Bürgermeister von Bad Godesberg Wolfgang Finkelnburg (1905–1967), Experimentalphysiker Hubertus Prinz zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg (1906–1984), Journalist, Schriftsteller und Politiker (FDP, DP, CDU) Walter Henkels (1906–1987), Journalist und Buchautor Herbert Wehner (1906–1990), Politiker (KPD, SPD) – seit 2010 Ehrengrab der Stadt Bonn Paul Magar (1909–2000), Maler Siegfried Zoglmann (1913–2007), Politiker (FDP, CSU) Erich Mende (1916–1998), Jurist und Politiker (FDP, CDU) Ernst-Dieter Lueg (1930–2000), Journalist Günter Zehm (1933–2019), Philosoph und Publizist Ludolf Herrmann (1936–1986), Journalist und Chefredakteur Jürgen Oestreich (1936–2026), Diplomat Rudolf Schieffer (1947–2018), Historiker

Weblinks

Burgfriedhof, www.godesberger-markt.de (teilweise entnommen aus Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg (Hrsg.); Martin Ammermüller: Spaziergang über den Burgfriedhof, Godesberger Heimatblätter 2010)

Einzelnachweise Hans-Peter Schwanke: Mausoleumsarchitektur auf dem Godesberger Burgfriedhof. In: Godesberger Heimatblätter: Jahresheft des Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg, , Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e. V., Heft 22/1984, S. 148–157. Verein für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg e. V. (Hrsg.): Godesberger Heimatblätter: Jahresheft des Vereins für Heimatpflege und Heimatgeschichte Bad Godesberg, , Heft 22/1984, Bad Godesberg 1985, S. 171.

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