Mikania ist eine Pflanzengattung in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die 430 bis 450 Arten besitzen eine überwiegend neotropische Verbreitung, nur neun Arten sind in der Paläotropis beheimatet.

Beschreibung mini|links|Einfaches, pfeilförmiges Laubblatt von Mikania natalensis, Blattoberseite, mit fünf Hauptnerven, die an der herzförmigen Spreitenbasis entspringen. mini|Einfaches, verkehrt-eiförmiges Laubblatt von Mikania obovata, Blattunterseite, mit drei Hauptnerven, die an der Spreitenbasis entspringen. mini|links|Ausschnitt eines Blütenstandes von Mikania natalensis mit Blütenkörbchen im Detail mini|Blütenstand von Mikania obovata mit Blütenkörbchen im Detail, gut zu erkennen sind die vier Hüllblätter, die Blütenkronen und die zwei weit herausragenden Griffeläste. mini|Fruchtstände von Mikania micrantha mit Achänen und Pappus Erscheinungsbild und Laubblätter Die Mikania-Arten sind verholzende oder ausdauernde krautige Pflanzen. Sie wachsen meist als Lianen, kletternde Sträucher oder Halbsträucher und erreichen Wuchshöhen von 3 bis über 15 Meter. Es gibt aber auch einige selbstständig aufrecht wachsende Halbsträucher oder ausdauernde krautige Pflanzen. Die selbstständig aufrechten, windenden oder klimmenden Sprossachsen sind stielrund, gerillt, vier- bis sechskantig oder manchmal geflügelt und moderat verzweigt. Nie werden grundständige Blattrosetten gebildet.

Die meist gegenständig oder manchmal wirtelig an der Sprossachse angeordneten Laubblätter sind sitzend oder meist (kurz bis lang) gestielt. Die einfache, häutige bis ledrige Blattspreite ist linealisch, dreieckig, mehr oder weniger eiförmig bis deltaförmig-eiförmig mit schmaler bis herzförmiger Spreitenbasis. Der Blattrand ist glatt, gewellt bis gezähnt oder gelappt. Es liegt Fiedernervatur vor, auf den Blattflächen sind drei bis selten sieben Hauptnerven erkennbar. Die Blattspreiten sind kahl oder flaumig bis wollig behaart sowie oft drüsig punktiert.

Blütenstände, Blüten und Früchte Endständig auf den Sprossachsen oder auf den Seitenzweigen befinden sich in zymösen, schirmtraubigen oder schirmrispigen Gesamtblütenständen die sitzenden oder gestielten körbchenförmigen Teilblütenstände. Meist befinden sich die Blütenkörbchen jeweils über einem Tragblatt. Sie ist die einzige Gattung der Tribus Eupatorieae mit so einheitlichem Aufbau der Blütenkörbchen. Die Blütenkörbchen sind scheibenförmig und der Körbchenboden (Rezeptaculum) ist flach. Es sind keine Spreublätter vorhanden. In einem bei einem Durchmesser von meist 2 bis 3 (1 bis 4) Millimeter mehr oder weniger zylindrischen Involucrum stehen in zwei Reihen nur vier fast gleichgeformte, haltbare Hüllblätter (Involucralblätter), wobei das äußere Paar das innere dachziegelartig überdeckt. Die Hüllblätter sind lanzettlich, linealisch oder länglich oft mit einer verdickten Basis. Es sind keine Zungenblüten (Strahlenblüten) vorhanden.

Jedes Blütenkörbchen enthält nur vier Röhrenblüten (= Scheibenblüten), die alle fertil und meist zwittrig sind. Nur die acht Arten des Mikania swartziana-Komplexes (Mikania alba, Mikania hioramii, Mikania lepidophora, Mikania papillosa, Mikania polycephala, Mikania swartziana, Mikania tenella, Mikania venosa) sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch); alle Arten dieser Verwandtschaftsgruppe sind Endemiten auf den Inseln der Großen Antillen. Die fünf meist weißen, manchmal rosa- bis purpurfarbenen Kronblätter sind zu einer trichterförmigen Kronröhre verwachsen, die sich oben mehr oder weniger breit glockenförmig weitet und mit kaum bis deutlich erkennbaren fünf lang linealischen bis kurz dreieckigen Kronzähnen endet. Die Kronblätter sind außen kahl bis fein oder drüsig behaart und innen können sie papillös sein. Die Staubblattröhren überragen die Kronröhre. Die Staubbeutel besitzen an ihrem oberen Ende Anhängsel, die mindestens so lang wie breit sind. Der kahle oder manchmal papillöse Griffel ist mindestens an seiner Basis verdickt. Die, die Kronröhre überragenden, zwei Griffeläste sind mehr oder weniger fadenförmig bis am oberen Ende kaum keulenförmig und kaum bis stark papillös.

Die prismatischen Achänen sind vier- bis zehnrippig mit kahler oder flaumig behaarter, manchmal drüsig punktierter Oberfläche. Der haltbare Pappus besteht aus in ein oder zwei Reihen stehenden selten 20 bis meist 30 bis 60 freier oder an ihrer Basis verwachsenen Pappusborsten. Die weißen, leder-, rosa- bis purpurfarbenen Pappusborsten sind mehr oder weniger fein bärtig mit stumpfem bis spitzem oberen Ende.

Chromosomensätze Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 16 bis 20.

mini|Mikania micrantha als invasive Pflanze

Verbreitung und Gefährdung Die Gattung Mikania besitzt eine überwiegend neotropische Verbreitung. Nur neun Arten sind in der Paläotropis beheimatet. Das Zentrum der Artenvielfalt ist mit etwa 200 Arten Brasilien. Nur wenige Arten kommen in gemäßigten Gebieten Nord- und Südamerikas vor. Etwas mehr als 40 Arten kommen auf karibischen Inseln vor. In Mexiko kommen etwa 16 Arten vor. Drei Arten werden kultiviert und sind in vielen Gebieten der Welt Neophyten. Viele Arten besitzen ein kleines Areal. Besonders Mikania micrantha ist in vielen tropischen Gebieten der Welt eine invasive Pflanze, sehr anschaulich nennt man diese Art beispielsweise in Australien sowie Florida „mile-a-minute“. Auch Mikania cordata und Mikania scandens sind in vielen tropischen Gebieten Neophyten.

In der Roten Liste der gefährdeten Arten der IUCN sind zwölf Arten gelistet, sechs davon werden sechs mit „Critically Endangered“ = „vom Aussterben bedroht“ bewertet.

mini|Einfache Laubblätter und Blütenstand von Mikania argyreiae mini|Laubblätter und Blütenstände von Mikania chenopodiifolia mini|Mikania cordifolia mini|Blütenstände von Mikania cynanchifolia mini|Mikania glomerata als Zierpflanze mini|Mikania involucrata mini|Blütenstand von Mikania micrantha mit Blütenkörbchen und dem Schmetterling Junonia almana als Blütenbesucher mini|Habitus, gegenständige, einfache Laubblätter und Blütenstand mit Blütenkörbchen von Mikania obovata mini|Mikania pinnatiloba mini|Mikania salzmanniifolia mini|Habitus, einfache Laubblätter und Blütenstände von Mikania scandens als invasive Pflanze mini|Blütenstand von Mikania sessilifolia

Systematik

Die Gattung Mikania wurde 1803 durch Carl Ludwig Willdenow aufgestellt. Als Typusart wurde Mikania scandens konserviert. Der Gattungsname Mikania ehrt den böhmischen Botaniker Joseph Gottfried Mikan (1743–1814), Professor in Prag, nicht Johann Christian Mikan.

Die Gattung Mikania gehört zur Subtribus Mikaniinae aus der Tribus Eupatorieae in der Unterfamilie Asteroideae innerhalb der Familie Asteraceae.

In der Gattung Mikania gibt es etwa 430 bis 450 Arten: Mikania acuminata Mikania acutissima Mikania acutissima Mikania additicia Mikania alba Mikania alexandreae Mikania allartii Mikania alvimii Mikania ambigens Mikania amblyolepis Mikania amorimii Mikania andrei Mikania anethifolia Mikania angularis Mikania angularis Mikania anisodora Mikania aquaria Mikania araguensis Mikania arborea Mikania archeri Mikania areolata Mikania argyreiae Mikania argyropappa Mikania aristei Mikania aromatica Mikania arrojadoi Mikania arthroclada Mikania aschersonii Mikania baccharoidea Mikania bakeri Mikania banisteriae : Sie kommt in Costa Rica, Panama, Französisch-Guyana, Guyana, Suriname, Venezuela, Brasilien (in den Bundesstaaten Acre, Amazonas, Federal District, Goias, Minas Gerais, Para), Bolivien, Kolumbien, Ecuador und Peru vor. Mikania barahonensis Mikania barrosoana Mikania batatifolia : Sie kommt in Florida, auf den Bahamas und auf Kuba vor. Mikania belemii Mikania biformis Mikania bishopii Mikania bogotensis Mikania boomii Mikania brachycarpa Mikania brachyphylla Mikania bradei Mikania brevifaucia Mikania broadwayi Mikania brunnescens Mikania buchii Mikania buchtienii Mikania buddleiaefolia Mikania bulbisetifera Mikania bullata Mikania burchellii Mikania cabrerae Mikania cacerensis Mikania calcarulata Mikania caldasana Mikania callineura Mikania callineura Mikania campanulata Mikania campii Mikania camporum Mikania campos-portoana Mikania candolleana Mikania capensis Mikania capixaba Mikania capricorni Mikania cardiophylla Mikania carnosa Mikania carteri Mikania casarettoi Mikania castroi Mikania cercifolia Mikania chaetoloba Mikania chenopodifolia Mikania chenopodiodes Mikania chevalieri Mikania chimborazensis Mikania chlorolepis Mikania chocensis Mikania cipoensis Mikania citriodora Mikania clematidea Mikania clematidiflora Mikania clematidifolia Mikania coarctata Mikania cochabambana Mikania comarapensis Mikania concinna Mikania conferta Mikania confertissima Mikania congesta Mikania conglomerata Mikania cordata : Sie kommt in den chinesischen Provinzen Hainan sowie südöstliches Yunnan, in Taiwan, Laos, Myanmar, Thailand, Vietnam, Indonesien, Malaysia, Papua-Neuguinea, auf den Philippinen, im westlichen Samoa und auf den Salomonen vor. Mikania cordifolia : Sie kommt in den US-Bundesstaaten Alabama, Florida, Georgia, Louisiana, Mississippi sowie Texas und in Mexiko, Puerto Rico, Belize, El Salvador, Guatemala, Honduras, Panama, Venezuela, Bolivien, Ecuador, Peru sowie Argentinien vor. Mikania cordigera Mikania corei Mikania corymbiifolia Mikania corymbulosa Mikania crassifolia Mikania crispiflora Mikania cristata Mikania cuatrecasasii Mikania cuencana Mikania cutervensis Mikania cyanosma Mikania cynanchifolia Mikania daspitii Mikania decora Mikania decumbens Mikania dentata Mikania desmocephala Mikania dictyophylla Mikania dictyota Mikania dioscoreoides Mikania discifera Mikania dissecta Mikania diversifolia Mikania dodsonii Mikania duckei Mikania dudleyi Mikania duidensis Mikania dusenii Mikania ecuadorensis Mikania elliptica Mikania erioclada Mikania eriophora Mikania eriostrepta Mikania eucosma Mikania euryanthela Mikania farsiliflora Mikania fastuosa Mikania featherstonei Mikania fendleri Mikania fiebrigii Mikania filgueirasii Mikania filicifolia Mikania flabellata Mikania flaccida Mikania florida Mikania fosbergii Mikania fragilis Mikania fragrans Mikania fulva Mikania glabra Mikania glandulifera Mikania glandulosissima Mikania glauca Mikania glaziovii Mikania gleasonii Mikania globifera Mikania globifera Mikania globosa Mikania glomerata : Sie kommt in Brasilien, Argentinien und Paraguay vor. Mikania gonzalezii Mikania goyazensis Mikania gracilipes Mikania grazielae Mikania guaco : Sie kommt in Mexiko, Belize, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama, Kolumbien, Ecuador, Venezuela, Trinidad und Tobago, Französisch-Guayana, Guyana, Suriname, Bolivien, Peru, Brasilien und Paraguay vor. Mikania guaranitica Mikania guilleminii Mikania gunnarii Mikania haenkeana Mikania hagei Mikania harlingii Mikania hartbergii Mikania hassleriana Mikania hastata Mikania hastato-cordata Mikania hastifolia Mikania hatschbachii Mikania hemisphaerica Mikania hensoldiana Mikania hesperia Mikania hexagonocaulis Mikania hieronymi Mikania hioramii Mikania hitchcockii Mikania hoehnei Mikania hoffmanniana Mikania holmesiana Mikania holwayana Mikania hookeriana : Sie kommt im südlichen Mexiko, auf Inseln in der Karibik, in Mittelamerika und im nördlichen und westlichen Südamerika vor. Mikania hotteana Mikania houstonioides Mikania huanucoensis Mikania iltisii Mikania incasina Mikania infesta Mikania inornata Mikania involucrata Mikania iquitosensis Mikania iserniana Mikania itambana Mikania jamaicensis Mikania jamesonii Mikania javitensis Mikania jeffreyi Mikania jelskii Mikania joergensenii Mikania johnstonii Mikania jujuyensis Mikania juninensis Mikania killipii