Die Division Schnelle Kräfte (DSK) mit einer Sollstärke von ca. 18.000 deutschen und 2.300 niederländischen Angehörigen ist eine Division des Heeres der Bundeswehr mit Sitz des Stabes in der Herrenwald-Kaserne in Stadtallendorf und unterstellten Truppenteilen in den Bundesländern Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Bayern und Baden-Württemberg.

Die Anfang 2014 durch Umgliederung der Division Spezielle Operationen unter Eingliederung von Teilen der Division Luftbewegliche Operationen aufgestellte Division bündelt fast alle luftlandefähigen Kräfte, Heeresflieger und Spezialkräfte des Heeres. Damit ist die Division wesentlicher Träger von Landeoperationen des Heeres sowie Operationen luftbeweglicher und luftmechanisierter Kräfte. Durch die eingegliederten Spezial- und spezialisierten Kräfte ist die Division besonders für Spezialmissionen befähigt, die nicht dem klassischen Kampf hoher Intensität gegen militärisch organisierte Kräfte entsprechen. Teile der Division waren zeitweise als Eingreifkräfte der Bundeswehr klassifiziert. Der in der Öffentlichkeit bekannteste unterstellte Großverband ist das Kommando Spezialkräfte (KSK).

Auftrag Der DSK sind vier Hauptaufgaben zugewiesen: bewaffnete Rückführung, also die Evakuierung deutscher Staatsbürger und Schutzbefohlener, gegebenenfalls von Bürgern anderer Nationen, sowie die Rettung deutscher Soldaten unter akuter Bedrohung Kampf gegen irreguläre Kräfte und Schutz von Truppen und Einrichtungen der Streitkräfte vor irregulären Kräften Durchführung schneller Anfangs- und Abschlussoperationen, die das schnelle Nehmen und Überwachen einsatzwichtiger Infrastruktur sowie die Deckung eigener Kräfte im Rahmen einer geordneten Rückführung nach Abschluss eines Einsatzes umfasst Durchführung von Operationen in der Tiefe, dabei auch Aufklärung und Feuerleitung in der Tiefe des gegnerischen Raumes sowie das Ausschalten von Zielen operativer Bedeutung

Seit Übernahme der Heeresflieger steuert und koordiniert die Division den Flugbetrieb und Flugeinsatz der Heeresflieger, einschließlich des SAR-Dienstes der Bundeswehr.

Gliederung mini|Gliederung der Division Schnelle Kräfte bis März 2021.

Die Division besteht aus folgenden Einheiten/Verbänden:

Stabs- und Unterstützungskompanie Division Schnelle Kräfte, Stadtallendorf Fernmeldekompanie Division Schnelle Kräfte, Stadtallendorf

Divisionstruppen der Division Schnelle Kräfte: 35x35px|internes Verbandsabzeichen Stabs- und Führungsunterstützungskompanie Special Operations Component Command (SOCC), Hardheim (Wurde im März 2021 aus der Struktur des KSK herausgelöst und direkt der DSK unterstellt) 25px|Fernspähkompanie 1 Fernspähkompanie 1, Schwarzenborn (Wurde am 1. Oktober 2022 zunächst mit der Kompanieführung aufgestellt. Die Fernspähzüge der Luftlandeaufklärungskompanie 260 und Luftlandeaufklärungskompanie 310 wurden zum 1. April 2023 der Fernspähkompanie 1 unterstellt.) 25px|internes Verbandsabzeichen Leitstelle des Such- und Rettungsdienstes (Land) der Bundeswehr, SAR-Leitstelle Rescue Coordination Center (RCC), Münster

Gebirgsjägerbrigade 23 mini|hochkant=0.6|Verbandsabzeichen der GebJgBrig 23

Die Gebirgsjägerbrigade 23 (GebJgBrig 23) wurde der Division Schnelle Kräfte mit Wirkung ab dem 1. April 2023 unterstellt. Sie bildet mit 4.000 Soldaten den Kern der Gebirgstruppe des Heeres und umfasst 3 Gebirgsjägerbataillone nebst Brigadetruppen.

Luftlandebrigade 1 mini|hochkant=0.6|Verbandsabzeichen der LLBrig 1

Die Luftlandebrigade 1 (LLBrig 1) gliedert sich in zwei Fallschirmjägerregimenter und mehrere selbständige Kompanien.

Kommando Spezialkräfte mini|hochkant=0.6|Verbandsabzeichen des KSK

Das Kommando Spezialkräfte (KSK) ist ein Truppenteil auf Brigadeebene und nicht in selbstständige Truppenteile gegliedert.

11. luftbewegliche Brigade mini|hochkant=0.6|Internes Verbandsabzeichen der 11 Luchtmobiele Brigade

Für Ausbildung und Übung ist der DSK die niederländische 11 Luchtmobiele Brigade (11. luftbeweglichen Brigade) aus Arnheim unterstellt und gliedert sich in mehrere Bataillone.

Kommando Hubschrauber Das Kommando Hubschrauber ist ein Großverband auf Brigadeebene. Es führt zwei Transporthubschrauberregimenter, ein Kampfhubschrauberregiment sowie das Internationale Hubschrauberausbildungszentrum in Bückeburg mit dem Systemzentrum Drehflügler Heer in Donauwörth.

Geschichte Die Division steht in der Tradition der 1956 aufgestellten 1. Luftlandedivision in Eßlingen am Neckar (ab 1964 Bruchsal).

Die Division wurde von Beginn der Auslandseinsätze in den ersten Kontingenten eingesetzt. Nach der Kurdenhilfe im Iran, war einer der ersten Auslandseinsätze im Mai 1993 als Sicherung für das Vorauskommando in Somalia zur Erkundung der Einsatzbedingungen für die Bundeswehr im Rahmen von UNOSOM II durch die damalige Kommandokompanie des Fallschirmjägerbataillons 261.

1994 fusionierte die 1. Luftlandedivision mit der 4. Panzergrenadierdivision, die 1956 als 4. Grenadierdivision in Regensburg (Nibelungenkaserne) aufgestellt worden war, zum Kommando Luftbewegliche Kräfte/4. Division. Ihr unterstanden anfänglich drei Luftlandebrigaden. 1995 wurde das KLK/4. Division in Kroatien im Rahmen von GECONUNPF bzw. GECONIFOR 1 eingesetzt. 1996 wurde die Luftlandebrigade 25 in das Kommando Spezialkräfte umgegliedert. 1997 wurde der Verband in Sarajevo als Teil des deutschen SFOR-Kontingents eingesetzt. Ebenfalls 1997 evakuierten Einheiten des Verbandes Deutsche aus Tirana (Operation Libelle). 1998 verlegten Teile des Verbandes nach Tetovo in Mazedonien. 1999 folgten Einsätze in Albanien (AFOR) und im Kosovo (KFOR).

Am 1. April 2001 wurde der Verband zur „Division Spezielle Operationen“ umgegliedert. 2002 war die Division Leitdivision für den ISAF-Einsatz in Afghanistan. Zum 1. Januar 2003 wurde die Luftlandefernmeldekompanie 100 neu aufgestellt.

2003 wechselte das Fernmelderegiment 4 zur Division Luftbewegliche Operationen, im Gegenzug wechselte die Luftlandefernmeldekompanie 9 aus Dillingen, umbenannt zur Luftlandefernmeldekompanie 200, zum 1. Oktober 2003 zur Division.

Die Fernspählehrkompanie 200 wurde der DSO am 1. Juli 2006 auch truppendienstlich von der Internationalen Fernspähschule überstellt. Die leichte Flugabwehrraketenbatterie 100 wurde am 1. Oktober 2006 der DSO unterstellt und in Luftlandeflugabwehrraketenbatterie 100 umbenannt. Im Dezember 2006 wurde die Batterie von Borken nach Seedorf verlegt.

Zum 1. Januar 2008 wurde das Luftlandefernmeldebataillon DSO in Stadtallendorf neu aufgestellt. Teile des Personals der Luftlandefernmeldekompanien 100 und 200 aus Regensburg bzw. Dillingen wurden zur Aufstellung des Luftlandefernmeldebataillons DSO bis Ende 2008 herangezogen. Die beiden Luftlandefernmeldekompanien wurden danach aufgelöst. Zusätzlich wurden Kräfte der aufzulösenden Panzerbrigade 14 (Neustadt) sowie des Logistikbataillons 51 (Stadtallendorf) zur Aufstellung verwendet.

Der Umzug des Divisionsstabes von Regensburg nach Stadtallendorf wurde zum 1. Oktober 2010 abgeschlossen.

Gliederung der Division Spezielle Operationen (DSO) zum 18. September 2013 mini|Gliederung DSO 20px|Verbandsabzeichen der DSO Division Spezielle Operationen

20px|internes Verbandsabzeichen Stab/Stabskompanie Division Spezielle Operationen, Stadtallendorf

Divisionstruppen Division Spezielle Operationen 20px|internes Verbandsabzeichen Heeresmusikkorps 300, Koblenz 20px|internes Verbandsabzeichen Fernspählehrkompanie 200, Pfullendorf 20px|internes Verbandsabzeichen Luftlandefernmeldebataillon Division Spezielle Operationen, Stadtallendorf (Beiname: „Hessischer Löwe“)

20px|Verbandsabzeichen Kommando Spezialkräfte Kommando Spezialkräfte

20px|internes Verbandsabzeichen Stab Kommando Spezialkräfte, Calw 20px|internes Verbandsabzeichen Stabs- und Versorgungskompanie, Calw + weitere Kompanien. Hinweis: Das Kommando Spezialkräfte ist ein Truppenteil auf Brigadeebene und nicht in selbstständige Truppenteile untergliedert.

20px|Verbandsabzeichen Luftlandebrigade 26 Luftlandebrigade 26 Hinweis: Brigade führt den Beinamen „Saarland“

20px|internes Verbandsabzeichen Stab/Stabskompanie Luftlandebrigade 26, Saarlouis 20px|internes Verbandsabzeichen Luftlandeaufklärungskompanie 260, Zweibrücken 20px|internes Verbandsabzeichen Luftlandepionierkompanie 260, Saarlouis 20px|internes Verbandsabzeichen Fallschirmjägerbataillon 261, Lebach 20px|internes Verbandsabzeichen Luftlandeunterstützungsbataillon 262, Merzig 20px|internes Verbandsabzeichen Fallschirmjägerbataillon 263, Zweibrücken

20px|Verbandsabzeichen Luftlandebrigade 31 Luftlandebrigade 31 Hinweis: Brigade führt den Beinamen „Oldenburg“

20px|internes Verbandsabzeichen Stab/Stabskompanie Luftlandebrigade 31, Oldenburg 20px|internes Verbandsabzeichen Luftlandeaufklärungskompanie 310, Seedorf 20px|internes Verbandsabzeichen Luftlandepionierkompanie 270, Seedorf 20px|internes Verbandsabzeichen Fallschirmjägerbataillon 313, Seedorf 20px|internes Verbandsabzeichen Fallschirmjägerbataillon 373, Seedorf 20px|internes Verbandsabzeichen Luftlandeunterstützungsbataillon 272, Oldenburg

Neuausrichtung Im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr und dem damit verbundenen Stationierungskonzept 2011 mit der Gliederung des Heeres (Bundeswehr, Heer 2011) wurde die Division auf zwei Fallschirmjägerregimenter und das KSK reduziert und zur Division Schnelle Kräfte (DSK) umgegliedert. Als weitere Kräfte eines Großverbandes wurden der DSK die Regimenter der Heeresflieger unterstellt. Damit werden infanteristische Kräfte des operativen und strategischen Einsatzes mit Transport- und Kampfmitteln der taktischen Einsatztiefe, die vorher mit den anderen infanteristischen Kräften verbunden waren, zusammengeführt. Die Transportfliegerkräfte der Luftwaffe, die auch die MTHs übernommen haben, stehen diesen nach Zuteilung durch die Luftwaffe zur Verfügung.

Am 18. September 2013 erfolgte der Unterstellungswechsel des Heeresmusikkorps 300 (HMusKorps 300) an das Zentrum Militärmusik der Bundeswehr. Am 17. Dezember 2013 erfolgte in Fritzlar die Außerdienststellung der Luftbeweglichen Brigade 1 durch Brigadeführer Oberst Michael Mittelberg. Gleichzeitig wurden die verbleibenden Hubschrauberverbände des Heeres, das Transporthubschrauberregiment 10, das Transporthubschrauberregiment 30 sowie das Kampfhubschrauberregiment 36 in Fritzlar, der Division Spezielle Operationen in Stadtallendorf unterstellt.

Die Division Spezielle Operationen wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2014 umbenannt und trägt seitdem den Namen Division Schnelle Kräfte. Die Stabskompanie der Division wurde zeitgleich in Stabs- und Fernmeldekompanie der Division Schnelle Kräfte umbenannt. Sie ist weiterhin in Stadtallendorf stationiert.

Der Division Schnelle Kräfte wurde Mitte 2014 die 11. luftbewegliche Brigade der Niederländischen Streitkräfte eingegliedert, so dass neben der deutsch-französischen Brigade ein zweiter dauerhaft binationaler Verband unterhalb der Korpsebene entstand. Bereits um die Jahrtausendwende war die 11. luftbewegliche Brigade in der 2002 aufgelösten Multinational Division Central für die Zusammenarbeit mit den deutschen Luftlandetruppen vorgesehen.

Das Fallschirmjägerregiment 31 wurde, nach Außerdienststellung der Luftlandebrigade 31 am 18. September 2014, mit einem großen Teil der Soldaten der Brigade neu aufgestellt.

Am 1. April 2015 wurde die Luftlandebrigade 1 durch Umgliederung der Luftlandebrigade 26 in Dienst gestellt.

Der Brigade sind das Fallschirmjägerregiment 26 und das Fallschirmjägerregiment 31 sowie selbständige Kompanien unterstellt.

Verbandsabzeichen mini|hochkant=0.6|Verbandsabzeichen der DSK mini|hochkant=0.6|Verbandsabzeichen der DSO