Die Liste der Stolpersteine in Aschersleben enthält alle Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projekts von Gunter Demnig in Aschersleben verlegt wurden. Mit ihnen soll Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden, die in Aschersleben lebten und wirkten. Zwischen 2008 und 2023 wurden insgesamt 74 Steine an 17 Adressen verlegt.

Verlegungen 23. November 2008: ein Stein an einer Adresse 19. November 2009: zwei Steine an einer Adresse 29. Oktober 2010: zwei Steine an zwei Adressen 10. Juni 2011: drei Steine an einer Adresse 30. Juli 2012: zwei Steine an einer Adresse 6. Mai 2013: sieben Steine an einer Adresse 19. Dezember 2013: drei Steine an einer Adresse 9. August 2014: 14 Steine an zwei Adressen 30. Juli 2015: neun Steine an zwei AdressenThorsten Köhler: Stolpersteine in Aschersleben: Der Weg der Verfolgten In: mz-web.de, abgerufen am 3. April 2019. 29. September 2016: neun Steine an zwei Adressen 4. September 2017: acht Steine an zwei Adressen 27. September 2018: vier Steine an einer Adresse 9. November 2018: vier Steine an einer Adresse 18. Februar 2020: zwei Steine an zwei Adressen.Stadt Aschersleben - Stolpersteinverlegung In: aschersleben-tourismus.de, abgerufen am 18. Februar 2020. Zusätzlich wurde der Stolperstein für Feodor Hirsch mit einem korrigierten ausgetauscht. 30. September 2021: zwei Stolpersteine an einer Adresse 9. November 2023: zwei Stolpersteine an einer Adresse

Liste der Stolpersteine

Adresse Datum der Verlegung Person Inschrift Bild Bild des HausesAugustapromenade 44 (1887–1966) wurde am 21. April 1887 in Egeln als Kind der jüdischen Eltern Jacob und Laura Kaufmann geb. Viktor geboren. 1912 zog sie mit ihrer Mutter nach Leipzig, nachdem ihr Vater gestorben war. Dort lernte sie Udo Krelle kennen, den sie 1923 heiratete. Am 14. Februar 1945 wurde sie von Leipzig aus ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Sie überlebte das Lager und wurde am 8. Mai 1945 befreit. Im Juli 1945 zog sie mit ihrem Mann nach Aschersleben und wohnte in der Askanierstraße 10. Nach dem Tod ihres Mannes im Dezember 1961 zog sie 1962 ins Feierabendheim in der Askanierstraße, wo sie am 23. Juli 1966 starb. Sie wurde auf dem jüdischen Friedhof beigesetzt. Erst 2023 erhielt sie eine eigene Grabplatte auf dem Gemeinschaftsgrab mit der Inschrift ihrer Lebensdaten. HELENE KRELLEgeb. KaufmannJg. 1887deportiert 1945Theresienstadtbefreit 160px|Helene Krelle (1889–1961) wurde am 15. Januar 1889 in Aschersleben als Kind christlicher Eltern geboren. Er studierte Bildende Künste in München und war danach als Grafiker und Architekt in Leipzig tätig, wo er seine spätere Frau Helene Kaufmann kennenlernte, die er 1923 heiratete. Am 8. November 1944 wurde er durch die Organisation Todt als Hilfsarbeiter in das Arbeitslager für den Ausbau der Stollenanlage des unterirdischen Hydrierwerkes Dachs IV in Osterode am Harz zwangsverpflichtet. Das Lager wurde im April 1945 aufgelöst. Im Juli 1945 kehrte er mit seiner Frau nach Aschersleben zurück und wohnte dort in der Askanierstraße 10. Es bekam eine Lehrtätigkeit als Zeichen- und Kunstlehrer an der Lübenschule in der Augustapromenade 44. Udo Krelle starb am 26. Dezember 1961 in Aschersleben und wurde auf dem jüdischen Friedhof beigesetzt. Hier lehrteUDO KRELLEJg. 1889Zwangsarbeit 1944Organisation TodtOsterodeEntlassen April 1945 160px|Udo KrelleBreite Straße 12 Susanne Thon: Projekt gegen das Vergessen, Mitteldeutsche Zeitung, 19. November 2009. Abgerufen am 28. Januar 2014. (1866–1943) Adolf Conitzer stammte aus Jeschewo. Gemeinsam mit Arthur Grünbaum betrieb er in Aschersleben ein Kaufhaus. 1942 wurde er ins Ghetto Theresienstadt deportiert und starb dort am 1. Februar 1943.– yadvashem.org – Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer – Adolf Conitzer. Abgerufen am 28. Januar 2014. Hier wohnteADOLF CONITZERJg. 1866deportiert 1942Theresienstadttot 1.2.1943 160px|Adolf Conitzer 150px|Breite Straße 12 (1872–1938) Arthur Grünbaum betrieb gemeinsam mit Adolf Conitzer in Aschersleben ein Kaufhaus. Er kam 1938 in Berlin ums Leben. Hier wohnteund arbeiteteARTHUR GRÜNBAUMJg. 1872Schicksal unbekannttot 16.11.1938 160px|Grünbaum, ArthurBreite Straße 15 Stadt Aschersleben: Erinnerungen und Stolpersteine In: aschersleben-tourismus.de, abgerufen am 3. April 2019. (1886–1940) Hier wohnteBETTY WOLFFgeb. PolajewerJg. 1886Flucht 1939Hollandtot 25.9.1940Amsterdam 160px|Wolff, Betty 150px|Breite Straße 15 (1875–1943) Hier wohnteMAX WOLFFJg. 1875Flucht 1939 Hollandinterniert Westerborkdeportiert 1943Sobiborermordet 26.3.1943 160px|Wolff, Max (1915–?) Hier wohnteSELLY WOLFFverh. LandsbergerJg. 1915Flucht 1938Holland1942 Belgienversteckt überlebt 160px|Wolff, Selly (1913–?) Hier wohnteWALTER WOLFFJg. 1913’Schutzhaft’ 1938BuchenwaldFlucht 1938Holland1940 Chile 160px|Wolff, WalterBreite Straße 39 Susanne Thon: Stumm schreiende Zeugen unvorstellbaren Geschehens, Mitteldeutsche Zeitung, 30. Juli 2012. Abgerufen am 30. Juni 2021. (1859–1942) Bertha geb. Sternberg war mit Max Badt verheiratet und hatte mit ihm vier Kinder. Eine Tochter starb bereits sehr jung. Ein Sohn zog nach Berlin, ein weiterer Sohn und eine Tochter wanderten Anfang der 1930er Jahre nach Palästina aus. Nachdem für die Eheleute ein Leben in ihrer Heimatstadt nicht mehr möglich war, zogen sie zu ihrem Sohn nach Berlin. 1942 wurden sie zunächst ins Ghetto Theresienstadt und später in ein Todeslager deportiert. Bertha Badt wurde am 8. Dezember 1942 ermordet.– yadvashem.org – Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer – Bertha Badt. Abgerufen am 28. Januar 2014.Am 21. Juli 2012 wurden bereits in Berlin-Friedrichshain zwei Stolpersteine für die Eheleute verlegt. Hier wohnteBERTHA BADTgeb. SternbergJg. 1859deportiert 1942Theresienstadtermordet 1942 160px|Badt, Bertha 150px|Breite Straße 39 (1856–1942) Max Badt betrieb in Aschersleben eine Lederwarenhandlung. Nachdem für ihn und seine Frau Bertha ein Leben in ihrer Heimatstadt nicht mehr möglich war, zogen beide zu ihrem Sohn nach Berlin. 1942 wurden sie zunächst ins Ghetto Theresienstadt und später in ein Todeslager deportiert. Max Badt wurde am 16. November 1942 ermordet.– yadvashem.org – Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer – Max Badt. Abgerufen am 28. Januar 2014.Am 21. Juli 2012 wurden bereits in Berlin-Friedrichshain zwei Stolpersteine für die Eheleute verlegt. Hier wohnteMAX BADTJg. 1856deportiert 1942Theresienstadtermordet 1942 160px|Badt, MaxBreite Straße 41a Regine Lotzmann: Stolpersteine erinnern an jüdische Kaufmannsfamilie In: Mitteldeutsche Zeitung vom 10. Juni 2011, abgerufen am 30. Juni 2021 (1878–1944) Alice geb. Samson wurde in Bernburg geboren und betrieb mit ihrem Mann Herman Crohn in Aschersleben ein Kaufhaus. Das Ehepaar hatte vier Töchter, darunter Käthe Hirsch geb. Crohn und Lilli Silberberg geb. Crohn. Nach dem Tod ihres Mannes führte Alice Crohn das Kaufhaus gemeinsam mit dem Ehepaar Feodor und Helene Hirsch. Alice Crohn und Käthe Hirsch wurden 1942 deportiert. Alice Crohn gelangte zunächst ins Ghetto Theresienstadt. Später wurde sie ins KZ Auschwitz verlegt, wo sie am 16. Mai 1944 ermordet wurde. Auch Käthe Hirsch und Lilli Silberberg überlebten den Krieg nicht. Den beiden anderen Töchtern von Alice Crohn gelang die Flucht nach Südafrika bzw. Palästina.– yadvashem.org – Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer – Alice Crohn. Abgerufen am 28. Januar 2014. Hier wohnteALICE CROHNgeb. SamsonJg. 1878deportiert 1942Theresienstadtermordet 1944 inAuschwitz 160px|Crohn, Alice 150px|Breite Straße 41a (29. Okt. 2010Marko Litzenberg: , eineblick.de, 29. Oktober 2010. Abgerufen am 28. Januar 2014.) (1888–1970) Feodor Hirsch musste ab 1941 Zwangsarbeit in der Ascherslebener Stadtgärtnerei verrichten. Bis zur Befreiung Ascherslebens durch amerikanische Truppen hielt er sich versteckt. Nach Kriegsende kehrte er in seinen alten Beruf zurück.Susanne Thon: Leben und Leiden, Mitteldeutsche Zeitung, 22. Juli 2013. Abgerufen am 8. Juli 2021. Im Jahr 2010 wurde bereits ein Stolperstein für ihn verlegt, der am 18. Februar 2020 mit korrigierten Angaben neu verlegt wurde. Hier wohnteund arbeiteteFEODOR HIRSCHJg. 1888seit 1941 ZwangsarbeitStadtgärtnereidie letzten Wochenvor Befreiungversteckt überlebt 160px|Hirsch, Feodor (1887–?) Hier wohnteHELENE HIRSCHgeb. HeubleinJg. 1887Zwangsarbeit 1941MajoranwerkC. Biedermann & Co.1942 Stadt AscherslebenStrassenreinigungüberlebt 160px|Hirsch, Helene (1905–?) Käte Hirsch war die Tochter von Herman und Alice Crohn. Sie und ihre Mutter wurden 1942 deportiert. Käte Hirsch musste Zwangsarbeit in einem Arbeitslager in Warschau verrichten. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt. Hier wohnteKÄTE HIRSCHgeb. CrohnJg. 1905deportiert 1942Arbeitslager WarschauZwangsarbeit??? 160px|Hirsch, Käte (1909–1944) Lilli Silberberg war die Tochter von Herman und Alice Crohn. Sie wurde 1944 nach Auschwitz deportiert und ermordet. Hier wohnteLILLI SILBERBERGgeb. CrohnJg. 1909deportiert 1944ermordet inAuschwitz 160px|Silberberg, Lilli Neun weitere Stolpersteine erinnern in Aschersleben an das Schicksal jüdischer Mitbürger. aschersleben.de. 31. Juli 2015. Abgerufen am 30. September 2016. (1934–1944) Stephan Silberberg wurde 1944 mit seiner Mutter und seinem Bruder nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Hier wohnteSTEPHANSILBERBERGJg. 1934deportiert 1944ermordet inAuschwitz 160px|Silberberg, Stephan (1938–1944) Thomas Silberberg wurde 1944 mit seiner Mutter und seinem Bruder nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Hier wohnteTHOMASSILBERBERGJg. 1938deportiert 1944ermordet inAuschwitz 160px|Silberberg, Thomas Carl-von-Ossietzky-Platz 2 (1891–1988) Hier wohnteHEDWIG BOHNEgeb. HerzheimJg. 1891versteckt überlebt 160px|Bohne, Hedwig 150px|Carl-von-Ossietzky-Platz 2Douglasstraße 2a Marko Jeschor: Arbeitskreis verlegt neue Stolpersteine, Mitteldeutsche Zeitung, 20. Dezember 2013. Abgerufen am 30. Juni 2021. (1884–1941) Dora Gerson studierte Medizin und arbeitete in Köln als Assistenzärztin und später in Dresden als Oberärztin. 1935 wurde ihr die Arbeitserlaubnis entzogen. 1941 wählte sie den Freitod. Hier wohnteDR. DORA GERSONJg. 1884unfreiwillig verzogen1936 HannoverFlucht in den Tod24.9.1941 160px|Gerson, Dr. Dora 150px|Douglasstraße 2a (1890–1938) Rudolf Gerson diente im Ersten Weltkrieg und studierte anschließend Jura. Er war verheiratet und hatte eine Tochter. Bis zu seiner Entlassung 1935 arbeitete er als Amtsgerichtsrat. 1938 wurde er verhaftet und ins KZ Buchenwald deportiert, wo er nach zehn Tagen Haft ermordet wurde. Seine Frau und seine Tochter überlebten den Krieg. Hier wohnteRUDOLF GERSONJg. 1890’Schutzhaft’ 1938Buchenwaldermordet 19.11.1938 160px|Gerson, Rudolf (1886–1975) Luise Hagedorn geb. Gerson diente im Ersten Weltkrieg als Krankenschwester. Sie war mit dem aus Staßfurt stammenden Bankbeamten Fritz Hagedorn verheiratet und zog mit ihm nach Hannover. Dort überlebte sie versteckt bis zum Ende des Krieges. Später zog sie nach Nürnberg, wo sie 1975 starb. Hier wohnteLUISE HAGEDORNgeb. GersonJg. 1886Umzug 1928Hannoverversteckt/überlebt 160px|Hagedorn, LuiseDr.-Wilhelm-Külz-Platz 8 Susanne Thon: Steine der Erinnerung, Mitteldeutsche Zeitung, 6. Mai 2013. Abgerufen am 28. Januar 2014. (1876–1942?) Sidonie Lewin wurde 1942 zusammen mit dem Großteil ihrer Familie ins Warschauer Ghetto deportiert, wo vermutlich alle kurze Zeit später umkamen.– Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945 – Lewin, Sidonie. Abgerufen am 28. Januar 2014. Hier wohnteSIDONIE LEWINgeb. GottschalkJg. 1876deportiert 1942Ghetto Warschau??? 160px|Lewin, Sidonie 150px|Dr.-Wilhelm-Külz-Platz 8 (1903–1942?) Elfriede Spanier wurde 1942 zusammen mit dem Großteil ihrer Familie ins Warschauer Ghetto deportiert, wo vermutlich alle kurze Zeit später umkamen. Hier wohnteELFRIEDE SPANIERJg. 1903deportiert 1942Ghetto Warschau??? 160px|Spanier, Elfriede (1881–1942?)