Ferdinand Selgrad (* 15. April 1927 in Neunkirchen; † 30. Oktober 2022 in Spiesen) war ein deutscher Glas- und Wandmaler, Aquarell-, Öl-Maler sowie Mosaikkünstler, der auch in Bronze arbeitet. Darüber hinaus war er als Buchillustrator tätig.Artur Kern: Kommt wir lesen. Eine ganzheitliche Heimatfibel. Saarbrücken, Universitäts- und Schulbuchverlag, 1964, 112 S., mit zahlreichen farbigen Illustrationen von Ferdinand Selgrad

Leben Nach seiner Schulausbildung besuchte Selgrad von 1942 bis 1944 die Meisterschule für Handwerker in Kaiserslautern, um in Innendekoration, Malerei und Raumgestaltung ausgebildet zu werden.

Unmittelbar nach seiner Entlassung am 21. Juni 1945 aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft malte er am 17. Juli 1945 eine Ansicht von Neuleiningen als Aquarell.Aquarell auf Papier, rechts unten Signatur F. Selgrad 17. Juli 1945, ca. 38 cm x ca. 29 cm, abgerufen am 3. Februar 2014

Als Gründungsschüler der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken in der Meisterklasse des Malers Boris Kleint und Schüler von Karl Lorenz Kunz in Elementarlehre und visueller Kommunikation von 1946 bis 1949 besuchte er von 1949 bis 1950 die Klasse für Glasfenstergestaltung, Mosaik und Fresko bei Jacques Chevallier an der École des arts appliqués à l’industrie in Paris. Dagegen gibt der Architekt Rudolf Maria Birtel (1925–2009) an, Selgrad während dessen Studienaufenthalts in Paris 1952 kennengelernt zu haben."Marlen Dittmann im Gespräch mit Rudolf Maria Birtel". , S. 8, abgerufen am 24. Januar 2014

Nach dem Abschluss entwarf er zahlreiche Glasfenster, Mosaike, Reliefs und Wandmalereien für Sakral- und Profanbauten im Saarland und darüber hinaus. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit war er von 1969 bis 1992 als Kunsterzieher am Gymnasium am Steinwald in Neunkirchen tätig. Ferdinand Selgrad lebte und arbeitete in Spiesen. Nach seinem Tod wurde er auf dem dortigen Friedhof Gänsberg beigesetzt.

Arbeiten und Entwürfe Ausstattung von Profanbauten 1960: „Hl. Christophorus“, 1960 als farbiges Mosaik an der Hüttenbergstraße 37 in Neunkirchen ausgeführt und steht seit 2007 als Einzeldenkmal unter DenkmalschutzFarbfotografien und Beschreibung, abgerufen am 24. Januar 2014 1964: Drei Rundbogenfenster in der unter Denkmalschutz stehenden Bergwerksdirektion Saarbrücken als Ehrenmal für die Opfer des Grubenunglücks von LuisenthalUnseren toten Bergleuten, abgerufen am 24. Januar 2014 1967: Lagerhalle mit Bürogebäude, Garage, Kfz-Werkstatt und Tankstelle an der Lisztstraße in Neunkirchen für Fritz Ringling nach dem Entwurf von Rudolf Maria Birtel und dem ausgeführten farbigen Betonrelief von Ferdinand Selgrad, Spiesen 1970: Mehrfamilienwohnhaus mit Arztpraxis in Neunkirchen, Bürgermeister Ludwigstraße 2, für Dr. med. Heinz Weinkauf nach den Plänen des Architekten Rudolf Maria Birtel, Betonglasfenster entworfen durch Ferdinand Selgrad, Betonsanierung 1988

Ausstattung von Sakralbauten 1950–1951: Mosaikfenster (mit seiner Assistentin Marianne Aatz geborene Klein)Katholische Pfarrkirche St. Maternus Aschbach, abgerufen am 28. Januar 2014 der in diesem Zeitraum nach den Plänen des Architekturbüros Moritz Gombert und Baurat Hoferer aus Völklingen errichteten Katholische Pfarrkirche St. Maternus in Aschbach, die zwischenzeitlich unter Denkmalschutz steht 1957: Mosaikbild "Hl. Dreifaltigkeit" in der Pfarrkirche St. Mauritius in Alsweiler 1957–1959: Errichtung der katholischen Filialkirche St. Barbara, Neunkirchen-Heinitz, nach den Plänen von Peter Böhr, Mayen, mit von Ferdinand Selgrad gestaltetem Barbarafenster (Betonglasfenster), abgerufen am 24. Januar 2014 1959: Filialkirche (Kapelle) Maria Königin, Vierherrenborn, Bauherr: Katholische Pfarrgemeinde Zerf, Tabernakel, Kerzenhalter und Sandsteinrelief: Ferdinand Selgrad 1961: Maria Trost in Dillingen 1966: Betonglasfenster der katholischen Kirche St. Barbara in Emmersweiler 1966–1968: Pfarrkirche St. Menas in Koblenz-Stolzenfels 1966 bis 1968 Neubau eines Windfanges und liturgische Neugestaltung, Tabernakel, Tabernakelgitter, Lesepult (in Bronze) und Betonglasfenster im Windfang durch Ferdinand Selgrad aus Spiesen-Elversberg ausgeführt 1966: Siebenteilige Fensterbilder durch Ott Frères aus Straßburg nach Entwürfen von Selgrad ausgeführt 1967: Ev. Heilig-Geist-Kirche (20. Jahrhundert) in Dudweiler nach den Plänen der Architekten Rudolf und Klaus Krüger und mit Betonverglasungen nach Entwürfen von Selgrad durch die Pariser Glaserei J. Barillet 1967 ausgeführtZart getöntes Licht prägt die Kirchenatmosphäre, abgerufen am 25. Januar 2014 1968: Kapelle im Knappschaftskrankenhaus, Neunkirchen für die Saarknappschaft der Rheinische Landeskirche in Düsseldorf, Bischöfliches Ordinariat Trier, Neueinrichtung Antependium: versteinerter Baumstamm, ca. 2 Mill. Jahre alt, Tabernakel und Kreuz in Aluminiumguss ausgeführt 1968–1970: Bruderkirche in Düsseldorf nach den Plänen der Architekten Rudolf und Klaus Krüger mit Glasmalereien von SelgradDie Bruderkirche in Düsseldorf, abgerufen am 25. Januar 2014 1969: Zehn Seitenfenster durch F. Binsfeld aus Trier nach Entwürfen von Selgrad ausgeführtAbbildungen und Beschreibungen, abgerufen am 28. Januar 2014 für die zwischen 1954 und 1956 nach den Plänen des Architekten und Hochschullehrer Rudolf Krüger ausgeführte Protestantische Adventskirche in Jägersburg 1969: Zwei Fenster im Chorraum der evangelischen Kirche in Ottwiller (Elsaß)Ottweiler vom Institut für aktuelle Kunst auf 1965 datiert 1970: Katholische Pfarrkirche Mariä Geburt in Ottweiler, Wilhelm-Heinrichstraße 21 1997: Drei Fenster im Chorraum der evangelischen Kirche in Wiebelskirchen

Illustrationen Artur Kern: Kommt wir lesen. Eine ganzheitliche Heimatfibel. Saarbrücken, Universitäts- und Schulbuchverlag, 1964, 112 S., mit zahlreichen farbigen Illustrationen von Ferdinand Selgrad

Ausstellungen 1949: Teilnahme an der Ausstellung der Schule für Kunst- und Handwerk im Pavillon de Marsan des Kunstgewerbemuseums Paris 1967: Ausstellung der Kleint-Schüler in Saarbrücken 1979: Bonner Landesvertretung des Saarlandes zusammen mit Karlheinz Grünewald (1925–1987), , abgerufen am 3. Februar 2014 Boris Kleint, Gero Koelmann, Wilhelm A. Kurz und György Lehoczky 1993: Volksbank Spiesen-Elversberg im Rahmen des 28. kunst contact 2013: „Aktuelle Arbeiten“, Rathausgalerie Neunkirchen 2013: „Zwischen Figuration und Abstraktion“, Städtische Galerie NeunkirchenHeike Jungmann: Stets auf der Suche nach Perfektion. In: Saarbrücker Zeitung vom 29. November 2013

Literatur Marianne Albrecht-Bott: Saarbrücken – Stadtführer. 2., aktualisierte Auflage, Petersberg 2013, S. 26. ISBN 978-3-86568-146-1 Thomas Janssen: Künstlerporträt: Meister der Barbara-Fenster – der Maler Karl Ferdinand Selgrad aus Neunkirchen/Saar, in: industrie-kultur 1, 2006, S. 40 f. Günter Scharwath: "Unseren toten Bergleuten" – Die Glasmalereien von Ferdinand Selgrad. in: Zwischen Tradition und Moderne : Gebäude der RAG Saarberg AG im Wandel der Zeit 2003, S. 51 bis 58 mit acht farbigen Abbildungen

Weblinks

Ferdinand Selgrad im Künstlerlexikon Saar, abgerufen am 25. Januar 2014 Brigitte Quack: Neunkirchen zeigt Kirchenfenster und Gemälde von Ferdinand Selgrad. In: Saarbrücker Zeitung vom 27. November 2013 . In: Saarbrücker Zeitung vom 21. April 2009

Einzelnachweise

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