Aluminiumdodecaborid ist eine intermetallische Verbindung des Aluminiums aus der Gruppe der Boride. Aluminiumdodecaborid wird fälschlicherweise auch als Bordiamant bezeichnet, weil es zwar diamantähnliche Eigenschaften (Härte, Transparenz, Lichtbrechung)Meyers Großes Konversations-Lexikon: Stichwort ‚Bor‘. Band 3. Leipzig 1905, S. 216. aufweist, aber kein Diamant ist.
Gewinnung und Darstellung Aluminiumdodecaborid kann durch Reaktion von Bor(III)-oxid mit Schwefel und Aluminium gewonnen werden. Fügt man dem Gemisch noch Kohlenstoff hinzu, so entsteht die β-Form.Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band I, Ferdinand Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 789.
Eigenschaften
Aluminiumdodecaborid ist ein Feststoff, der in zwei Formen vorkommt. α-Aluminiumdodecaborid kristallisiert tetragonal, bzw. , Gitterparameter a = 1016 pm, c = 1427 pm), γ-AlB12 ist orthorhombisch mit der Raumgruppe und den Gitterparametern a = 1657 pm, b = 1751 pm und c = 1014 pm.I. Higashi: Crystal Chemistry of α-AlB12 and γ-AlB12. In: Journal of Solid State Chemistry, 154, 2000, S. 168–176, doi:10.1006/jssc.2000.8831. Beide Phasen haben komplizierte Strukturen, die jedoch aus den gleichen Strukturmotiven aufgebaut sind: Einem B12-Ikosaeder und einer B19-Einheit. Letztere besteht aus zwei unvollständigen Ikosaedern (es fehlt jeweils ein Atom), die über eine gemeinsame Dreiecksfläche verbunden sind. Sowohl die B12- als auch die B19-Einheit sind über B–B-Bindungen mit benachbarten Gruppen verbunden. Die Aluminiumatome sind dabei statistisch über mehrere Positionen in der Kristallstruktur verteilt. Das früher als β-Aluminiumdodecaborid beschriebene Borid kristallisiert orthorhombisch (a = 1234 pm, b = 1263 pm, c = 508 pm). Es handelt sich dabei um kein reines Borid, sondern um eine Phase mit der Zusammensetzung C2Al3B48. V.I. Matkovich, R. F. Giese, J. Economy: Phases and twinning in C2Al3B48 (β-AlB12). In: Zeitschrift für Kristallographie, 122(1–2), 1965, S. 108–115, doi:10.1524/zkri.1965.122.1-2.108. Letzteres eignet sich als Ausgangsprodukt zur Herstellung anderer Boride in gut ausgebildeten Kristallen.
Einzelnachweise
Kategorie:Aluminiumverbindung Kategorie:Borid