mini|260px|Porträt Balthasar Mosers von Filseck und Weilerberg (Holzschnitt nach einem Gemälde von Anton Ramsler) mini|Balthasar Moser von Filseck Balthasar Moser von Filseck und Weilerberg (geboren als Balthasar Moser IV., * 30. April oder 6. Mai 1525 in Herrenberg oder Stuttgart; † 4. Mai 1595 in StuttgartFriedrich Bauser: Geschichte der Moser von Filseck, S. 84) war ein württembergischer Geschäftsmann, der geadelt wurde und Bürgermeister von Göppingen sowie herzoglicher Rentkammerrat war.
Leben Abstammung und Göppingen Balthasar Moser war das dritte Kind des Herrenberger Vogtes Balthasar Moser III. (1487–1552) und seiner Frau Apollonia geborene Winzelheuser.Friedrich Bauser: Geschichte der Moser von Filseck, S. 26 Die Kindheit verbrachte er an verschiedenen Orten, u. a. in Kirchheim unter Teck, weil sein Vater seit 1525 wechselnde Stellen hatte.Friedrich Bauser: Geschichte der Moser von Filseck, S. 24 Über seine Jugend ist nichts Zuverlässiges bekannt, doch scheint er studiert zu haben, da er in späteren Quellen als Doktor bezeichnet wird. Bereits 1545 heiratete er Barbara König, eine Tochter des Zahlmeisters von Göppingen.Friedrich Bauser: Geschichte der Moser von Filseck, S. 86 bzw. 87 1547 wurde er Untervogt in Schorndorf. 1551 zog er nach Göppingen und übernahm das Amt des Pflegers des Klosters Adelberg.
Parallel zu seiner amtlichen Karriere fängt 1557 seine überlieferte Karriere als Geschäftsmann an. Am 13. Dezember dieses Jahres kaufte er zusammen mit Herzog Christoph, Martin Eisengrein und Michael Daur von Jörg Besserer die „Eisenhandel- und Gewerksgerechtigkeiten und Lehenschaft“ im Amt Kochenburg, Heidenheim und Mergelstetten für 10000 fl.Friedrich Bauser: Geschichte der Moser von Filseck, S. 85Beim Kauf wurde kein Geld gezahlt. Es wurde vereinbart, dass die Zahlung in vier Raten erfolgt, die in den Jahren 1559–62 in der Gesamthöhe von 12406 fl (d. h. inklusive Zinsen) bezahlt wurden. – Friedrich Bauser: Geschichte der Moser von Filseck, S. 201–203 Kurz danach, am 20. Januar 1558, bekamen die drei Kompagnons von Kardinal Otto von Waldburg, Propst zu Ellwangen, das Recht, am Bolrain im Amt Kochenburg ein Berg- und Hüttenwerk mit Schmelzofen gegen eine jährliche Abgabe von 10 fl zu errichten.Friedrich Bauser: Geschichte der Moser von Filseck, S. 200 Dort wurde das St. Anna-Eisenbergwerk errichtet. Balthasar Moser besaß außerdem Bergwerke in Michelstadt im Odenwald.Friedrich Bauser: Geschichte der Moser von Filseck, S. 86 Am 13. Juli 1564 kauften die Kompagnons von Peter von Bragenhofen, genannt Fetzer, sein Schmelz-, Schmied- und Hüttenwerk in Oberkochen.Friedrich Bauser: Geschichte der Moser von Filseck, S. 204
In den Jahren 1558–1571 war er Bürgermeister von Göppingen. Am 10. Januar 1568 kaufte er von den drei Brüdern Reuß von Reußenstein die Schlösser Filseck und Weilerberg für 14210 fl. Zu diesen Gütern gehörten insgesamt 173 Leibeigene: 29 und 33 verheiratete Männer und Frauen, sowie 57 und 54 unverheiratete bzw. in elterlicher Gewalt stehende Personen. Am 7. März des gleichen Jahres kaufte er von Agathe Reuß und ihren Söhnen den Weiler Bünzwangen samt Burgstall für 8000 fl.Friedrich Bauser: Geschichte der Moser von Filseck, S. 86 bzw. 205
Stuttgart Nach dem Tod seiner ersten Frau zog Moser 1572 nach Stuttgart um, wo er Christiana Keller heiratete. Einige Jahre war er damals ohne offizielles Amt, betätigte sich aber verstärkt als Immobilienhändler. Am 4. März 1573 wurde er (zusammen mit seinem Bruder Valentin) von Kaiser Maximilian II. geadelt und erhielt das Recht, sich „von Filseck und Weilerberg“ zu nennen. Im gleichen Jahr, am 21. Dezember, verkaufte er Filseck für 17000 fl an Dietrich von Gemmingen. Er kaufte Häuser in Stuttgart an und verkaufte sie nach recht kurzer Zeit gewinnbringend. Er besaß auf einmal bis zu acht große Häuser. Er machte außerdem Geldgeschäfte.
Am 20. September 1578 erwarb Balthasar Moser, der bis dahin Bürger von Göppingen war, das Bürgerrecht der benachbarten Reichsstadt Eßlingen, wo er ein Haus besaß. Zwar sollte er nach der Verleihungsurkunde den Wohnsitz in Eßlingen nehmen – was er nie getan hatte – doch diese Verpflichtung konnte er mit einer Extrasteuer von 15 fl jährlich abgelten.Friedrich Bauser: Geschichte der Moser von Filseck, S. 210 Kurz danach wurde er vom Herzog zum Rentkammerrat ernannt und hatte dieses Amt bis zu seinem Tod inne.
Anfang 1580 kaufte er in Stuttgart die Wirtschaft „Zum Stern“ und das Werlinsche Haus, beide am Markt. Unmittelbar danach beschwerte sich der Stadtrat beim Herzog Ludwig. Da Moser das Bürgerrecht von Stuttgart nicht besaß, bezahlte er keine Steuern. Der Stadtrat, dem die Steuern entgingen, warf ihm deswegen Spekulantentum vor. Am 12. März 1580 legten der Bürgermeister, das Gericht und der Rat von Stuttgart eine Verwahrung beim Herzog ein gegen die Rechtmäßigkeit des Kaufes des Werlinschen Hauses durch Moser und bestritten ihm die Befugnis, auf diesem Grundstück zu bauen. In Zusammenhang mit dem Grundstück des Werlinschen Hauses schlossen die Parteien am 18. März 1580 einen Vergleich.Friedrich Bauser: Geschichte der Moser von Filseck, S. 211–12 Da der Herzog mit Moser geschäftlich verbunden war, wurde der Vorwurf des Spekulantentums nicht verfolgt.
1585 kaufte Balthasar Moser die Mühle in Obertürkheim. 1589 wurde er endlich Bürger von Stuttgart.Friedrich Bauser: Geschichte der Moser von Filseck, S. 213 Seit 1590 war er zwar bettlägerig, doch prozessierte er 1591 gegen den Markgrafen Eduard Fortunat von Baden, der ihm ausgeliehene 6000 fl samt Zinsen schuldete. 1592 kaufte Moser den „Freihof“ in Faurndau.Friedrich Bauser: Geschichte der Moser von Filseck, S. 216–17 Er starb nach einer fünfjährigen Krankheit. Bei seiner Beerdigung hielt der Stuttgarter Propst Johannes Magirus die Leichenrede.
Balthasar Moser sammelte innerhalb seines Lebens ein beachtliches Vermögen an, das später seinen Erben zugutekam. 1598 wurden die drei Teile an Gewerksgerechtigkeiten und Eisenhandel, die Eisengrein, Daur und Moser gehörten, von ihren Erben an Herzog Friedrich für 47414 fl verkauft.
Kinder Aus der ersten Ehe mit Barbara geb. König († 5. Dezember 1571) hatte er folgende KinderFriedrich Bauser: Geschichte der Moser von Filseck, S. 86–91: Daniel I. (1546–1606), zeitweise Bürgermeister von Göppingen Maria (1547–1571) ⚭ Emanuel Johann Haug Johannes (1548–1590), herzoglicher Hofrat Margaretha (1549–1604) ⚭ 1. Matthias Feuchter 2. Adam Steinmetz Katharina (1551–1563) Barbara (1553; lebte nur 2 Monate) Anna (1554–1626) ⚭ 1. Rochus Zweifel 2. Albrecht Schopf Balthasar V. (1556–1610), langjähriger Bürgermeister (dort genannt Stättmeister) von Hall Wilhelm (1558–1607), Pfleger des Klosters Adelberg Barbara (1560–1627) ⚭ Kaspar Daur Apollonia (1562–1627) ⚭ Johann Wilhelm Egen Eva (1563–1605) ⚭ Heinrich Welling Adam (Zwillingsbruder von Eva, † unmittelbar nach der Geburt) Ursula (1566–1612) ⚭ Johann Sebastian Thumas Bernhard (1569–1619), Forstmeister in Kirchheim unter Teck Aus der zweiten Ehe mit Christiana geb. Keller († 1600) gingen keine Kinder hervor.
Anmerkungen und Einzelnachweise
Literatur Friedrich Bauser: Geschichte der Moser von Filseck, Stuttgart : Bonz 1911
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