Die Hörnlinge (Calocera) sind eine Pilzgattung aus der Familie der Gallerttränenverwandten. Sie umfassen Arten mit gelatinösen, überwiegend gelb bis leuchtend orange gefärbten, hornförmigen Fruchtkörpern. Sie besiedeln Totholz und erzeugen je nach Substrat unterschiedliche Fäuletypen.
Die Typusart ist der Klebrige Hörnling (Calocera viscosa).
Merkmale Makroskopische Merkmale Die zähen, gelatinösen Fruchtkörper wurzeln stark und haben oft eine klebrige Oberfläche. Sie sind durch Carotinoide überwiegend freudig gelb bis orange gefärbt.
Mikroskopische Merkmale Die Gebilde sind größtenteils von der sporenbildenden Fruchtschicht bedeckt. Das 3-schichtig aufgebaute Fleisch umfasst einen zentralen Kern aus kompakten Hyphen, der von einer lockeren Hyphenschicht umgeben und schließlich von der kompakten Fruchtschicht überlagert ist. Die Hyphen europäischer Arten besitzen keine Schnallen. Ebenso kommen keine Zystiden im Hymenium vor. Die glattwandigen Sporen weisen bei Reife 1–3 Querwände auf und zeigen bei Kontakt mit Iodlösung keine Farbreaktion (inamyloid).
Ökologie Hörnlinge leben saprobiontisch an Laub- und Nadelholz. Sie werden in der Literatur oft als Braunfäulepilze klassifiziert. Keith Seifert, der den Holzabbau durch Dacrymycetales-Arten untersuchte, gibt für Hörnlinge jedoch mehrere Fäulearten an, teilweise sogar für ein und dieselbe Art abhängig von der besiedelten Holzart.
Arten Weltweit existieren ungefähr 15 Arten. In Europa kommen 5 Spezies vor bzw. sind dort zu erwarten:
Hörnlinge (Calocera) in Europa Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat Pfriemförmiger Laubholz-Hörnling Calocera cornea Gegabelter Nadelholz-Hörnling Calocera furcata Zungenförmiger Hörnling Calocera glossoides Blasser Hörnling Calocera pallidospathulata Klebriger Hörnling Calocera viscosa
Quellen Einzelnachweise German Josef Krieglsteiner (Hrsg.), Andreas Gminder, Wulfard Winterhoff: Die Großpilze Baden-Württembergs. Band 2: Ständerpilze: Leisten-, Keulen-, Korallen- und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3531-0 (Aphyllophorales, Heterobasidiomycetes, Gastromycetes).
Weblinks
Kategorie:Gallerttränenartige Kategorie:Braunfäuleerreger Kategorie:Weißfäuleerreger