mini|Oberst Hans Traut Hans Traut (* 25. Januar 1895 in Saargemünd; † 9. Dezember 1974 in Darmstadt) war ein deutscher Offizier, zuletzt Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg.Veit Scherzer: Ritterkreuzträger 1939–1945. Die Inhaber des Eisernen Kreuzes von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündete Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchivs. 2. Auflage. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S. 749.
Leben Traut nahm am Ersten Weltkrieg teil und wurde nach Kriegsende in die Reichswehr übernommen. Hier diente er u. a. im 2. (Preußisches) Infanterie-Regiment.
Am 1. August 1938 wurde Traut zum Oberstleutnant befördert. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939 war Traut während des Überfalls auf Polen bei der 20. mot. Infanterie-Division Bataillonskommandeur im Infanterieregiment 90.
Während des Westfeldzuges ab Mai 1940 in Frankreich führte er das I. Bataillon vom Infanterie-Regiment (mot.) 90 im Verband der 20. Infanterie-Division. Am 1. September 1940 wurde er zum Oberst befördert und wurde am 17. Oktober zum Kommandeur des Infanterie-Regiments 41 ernannt, welches er auch im Juni 1941 zu Beginn des Unternehmens Barbarossa im Verband der 10. Infanterie-Division führte. Am 15. April 1942 wurde er kurzfristig mit der Führung der 10. Infanterie-Division beauftragt, zehn Tage darauf am 25. April wurde er zum Kommandeur der 263. Infanterie-Division ernannt.
Am 1. April 1942 wurde er zum Generalmajor und am 1. Januar 1943 zum Generalleutnant befördert. Am 1. April 1943 übernahm er die Führung der 78. Sturm-Division, Nachfolgerverband der 78. Infanterie-Division, an der mittleren Ostfront, welche er bis zu seiner Gefangennahme kommandierte. Seine Division nahm im Juli 1943 im Abschnitt der 9. Armee beim XXIII. Armeekorps am Unternehmen Zitadelle teil und führte anschließend bis zum Jahresende 1943 Abwehrkämpfe im Raum Smolensk, Brjansk und Jelnja. Einen Tag nach Start der Operation Bagration wurde das XXVII. Armeekorps am 23. Juni 1944 im Raum Orscha durch die Offensive der 2. Weißrussischen Front überrannt, die unterstellte 78. Sturm-Division musste sich dabei von Brjuchowskije nach Dubrowka hinter den Drut-Abschnitt zurückziehen.Rolf Hinze: Der Untergang der Heeresgruppe Mitte, Motorbuch Verlag, Stuttgart 1992, S. 101 f. Zwischen dem 3. und 11. Juli 1944 wurde die 78. Sturm-Division mit den Resten der 4. Armee im Kessel von Tscherwen östlich von Minsk während des Zusammenbruchs der Heeresgruppe Mitte eingeschlossen und vollständig vernichtet. Generalleutnant Traut geriet am 12. Juli 1944 in sowjetische Kriegsgefangenschaft, in welcher er bis 1955 blieb.
Auszeichnungen Eisernes Kreuz (1914) II. und I. KlasseRangliste des Deutschen Reichsheeres. Hrsg.: Reichswehrministerium. Mittler & Sohn Verlag. Berlin 1929. S. 156. Verwundetenabzeichen (1918) in Schwarz Spange zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub Ritterkreuz am 5. August 1940 Eichenlaub am 23. Januar 1942 (67. Verleihung) Deutsches Kreuz in Gold am 15. Dezember 1943
Literatur
Mitcham, Samuel W., Jr. (2007). German Order of Battle. Volume One: 1st – 290th Infantry Divisions in WWII. PA; United States of America: Stackpole Books. S. 133+311, ISBN 978-0-8117-3416-5.
Einzelnachweise
Kategorie:Hauptmann (Reichswehr) Kategorie:Generalleutnant (Heer der Wehrmacht) Kategorie:Kommandeur einer Infanterie-Division (Heer der Wehrmacht) Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Träger des Deutschen Kreuzes in Gold Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse Kategorie:Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub Kategorie:Deutscher Kriegsgefangener der Sowjetunion Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1895 Kategorie:Gestorben 1974 Kategorie:Mann