mini|hochkant|Die Friedenskirche Die evangelische Friedenskirche Bienstädt steht in der Gemeinde Bienstädt im Landkreis Gotha in Thüringen.
Geschichte Reformation in Bienstädt Ältester Zeuge der Reformation im Ort ist die Visitationsakte von 1533, in der die alten Rechte und Besitztümer von Kirche und Schule erfasst worden und größtenteils wieder bestätigt worden sind.Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar, Ernestinisches Gesamtarchiv Reg. Ii 4 Bd. I Bl. 312b ()
Vorgängerbau Der Vorgängerbau der heutigen Kirche war dem Johannes geweiht, wobei die korrekte Zuordnung zum Apostel oder Johannes dem Täufer nicht nachweisbar ist. Die Johanneskirche wird um 1758 wie folgt beschrieben:
Umbau Die alte Kirche war Anfang des 19. Jahrhunderts baufällig. Zerstörungen durch Truppen Napoleons sind nicht aktenkundig. Die baufällig gewordene vorreformatorische Johanneskirche wurde in der Zeit von 1811 (Grundsteinlegung) bis 1814 (Einweihung) umgebaut. Sie erhielt beim Wiederaufbau den verheißungsvollen Namen Friedenskirche. Die Kirchgemeinde erneuerte das Kirchenschiff mit Natursteinen im Stil des Bauernbarock, nur der Turm blieb von der spätgotischen Vorgängerkirche erhalten. Aus den Überlieferungen zur Grundsteinlegung am 20. Juni 1811 erfährt man, dass die Gemeinde zwischenzeitlich in der Schenke einen Betsaal eingerichtet hatte. In der Predigt sagte Pfarrer Sieffarth: „Herr! Segne und behüte die Stätte … und erhalte ihr und uns allen den Frieden.“Magazin für Prediger, Dr. J. F. Chr. Löffler, VI. Band, 2. Stück, Jena 1812, Seite 270 ff. () Bis 1814 wurden die Einwohner von Bienstädt mehrfach durch Heerzüge, Einquartierungen und Plünderungen schwer getroffen. Angesichts dieser Erfahrungen wurde die Kirche nach dreijähriger Bauzeit 1814 auf den Namen Friedenskirche geweiht. Der Turm der Johanneskirche wurde stehengelassen und in den Neubau einbezogen. Mehrfache Plünderungen und Kriegslasten in den Wirren der napoleonischen Kriege verzögerten den Baufortschritt erheblich. Von 1802 bis 1917 läuteten drei Glocken, von denen die größte die Aufschrift trug „Gott segne und erhalte Bienstädt“. Zusammen mit den zwei großen Glocken mussten 1917 103 Orgelpfeifen und der 75 kg schwere kupferne Blitzableiter für Kriegszwecke abgeliefert werden. Weil die Orgelpfeifen bislang noch nicht wieder ersetzt sind, ist die Orgel nicht bespielbar. Für die musikalische Unterstützung der Gläubigen dient eine kleine elektronische Orgel. Im September 1978 stürzte die Uhrenglocke ab und zersprang am Boden in 18 Stücke. Nur die kleinste Glocke blieb erhalten. Sie dient heute dem Geläute und dem Stundenschlag. Das Innere der Kirche wurde 1991 erneuert, 2008 renovierte man das Kirchendach, 2009 den Mittelrisalit auf der Friedhofsseite und 2015 der Turmeingang und die Tür.
mini|Innenansicht
Aktueller Zustand Die Kirche ist mit Natursteinen und im Bauernbarock errichtet worden. In der Fassade sind noch Einschläge aus dem Zweiten Weltkrieg zu sehen. Der Innenraum des Gotteshauses wurde 1991 restauriert. Das Kirchendach wurde 2008 neu gedeckt. In die Gauben kamen neue Fenster. 2009 wurde der Mittelrisalit auf der Friedhofsseite restauriert. Abgerufen am 23. Januar 2014
Das bis 1715 zurückreichende Pfarrarchiv wurde 2014 aufgearbeitet und wird zukünftig für historische Recherchen zugänglich gemacht.
Seit 2012 gehört die Gemeinde zum Pfarramt Friemar im Kirchengemeindeverband „Fahner Land“ im Kirchenkreis Gotha der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Pfarrer seit der Reformation Heinrich Roth, 1582–1606, weiter Hospitalpf. ErfurtFriedrich Meinhof: Thüringer Pfarrerbuch Band 8: ThPfb 1, 550; KPS 7, 143; Bauer, Theologen; Johann Hundorph: Encomium Erffurtinum (…), Erfurt 1651; Mitt. Dr. Wiemann, ErfurtStadtarchiv Erfurt 0-1/ 8-407 Ein Lehnbrief des Grafen Philipp Ernst von Gleichen vom 30. November 1604 nennt als in Bienstädt zinspflichtig u. a. einen Pfarrer Heinrich Roth Melchior Mengewein, seit 1602 Schuldiener in Döllstädt, 1606 – März 1618 Pf. in Bienstädt, weiter Pf. in Wechmar.Grabplatte mit Bildnis: Mag. Georg Knüpfel, bish. Conrector zu Ohrdruff – 1641. † Lorenz Seuberlich, bish. zu Pferdingsleben – 1673. † Joh. Paul Vogler, Adjunkt seit 1671, Pf.: 1673–1691. weiter Pfarrer in Illeben. Joh. Justinus Hofmann – 1693. w. Pf. in Burgtonna. Joh. Heinrich Frömmichen – 1696. resigniert. Joh. Michael Salzmann, bish. Pf. zu Trügleben – 1714. † Peter Wolf, bish. Pf. zu Laucha – 1720. † Joh. Heinrich Lange – 1734. w. Pf. in Cobstädt. M. Christian Aug. Ludwig, bish. Nachmittagspred. in Genf – 1741. w. Pf. und Adjunct. in Goldbach. Georg Melchior Göring, aus Gotha, bish. Collaborat. des Superint. Büchners zu Waltershausen – 1764. † Joh. Friedrich Hochgesang, bish. Hof-Collaborator – 1778. w. Pf. und Superintendent in Tonna. Joh. Friedr. Georg Ostückenberg, bish. Nachmittagsprediger bey der Evangel. Luth. Gemeinde zu Genf, w. Pf. in Bienstädt 1778–1796 Friedr. Heinr. Gebhard, bish. Hofcollaborator, v. 1796–1803 Johann Christian Seyfarth 1806–1842 Georg Christian Töpffer 1842–1865 Constantin Wilhelm Weingart 1866–1869 Friedrich Johannes Perthes 1870–1890 Rudolf Oehring 1890–1901 Albert Guderley 1901–1905 Friedrich Goetz 1921–1928 Pfarrer Flemming 1929 Pfarrer Möbius 1930 Hilfsprediger Boshammer 1931–1934 Hilfsprediger Benser 1934–1938 Hilfspfarrer Stier 1938 Hilfspfarrer Malezius 1938–1940 Vertretung durch Pfarramt Kleinfahner 1940–1948 Heinz Schlag 1948–1955 Edgar Mitzenheim 1957–1959, vorher in Eckolstädt Wolfgang Jäger 1960–1967 Vertretung durch Pfarramt Kleinfahner Pfr. Barth 1967–1973 Manfred Hermann 1973–1979 Richard Herklotz 1982–1989 Pastorin Ruth Dreyer 1991–2012 Pfarrer Michael Steinke (Pfarramt Friemar) seit 2012Pfarrarchiv Bienstädt Bilder
Einzelnachweise
Weblinks
Website des Kirchengemeindeverband „Fahner Land“
Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Gotha Kategorie:Kirchengebäude des Evangelischen Kirchenkreises Gotha Kirche Kategorie:Friedenskirche Kategorie:Erbaut in den 1810er Jahren