Der Elsässische Hilfsdienst (EHD) war eine politische Organisation zur Unterstützung der deutschen Besatzungsmacht im französischen Elsass, die 1940 gegründet und 1941 aufgelöst wurde. Der EHD war eine Vorläuferorganisation der NSDAP.
Leitung Gründer und Leiter des EHD war Robert Ernst, Luftwaffenmajor und Bundesleiter des Bundes der Elsaß-Lothringer im Reich. Bezirksstellenleiter im Département Haut-Rhin (Bezirksstelle Colmar) war Paul Maas, Ernsts Stellvertreter im Bund der Elsaß-Lothringer. Bezirksstellenleiter im Département Bas-Rhin (Bezirksstelle Strasbourg) war der Hauptmann der Wehrmacht Walter Würtz.
Geschichte Der Elsässische Hilfsdienst wurde am 20. Juni 1940 durch Robert Ernst in Colmar gegründet.Kettenacker, S. 92. An der Gründungsversammlung nahmen 20 Personen teil.Ernst, S. 235. Am 27. Juni nahm die Bezirksstelle Strasbourg in den Räumen des Journal d'Alsace et de Lorraine in der 19 rue Thomann (Thomannsgasse 19) ihre Tätigkeit auf und zog später zum Place Kléber (Karl-Roos-Platz) um.Schall, S. 291.
Am 15. Juli 1940 fand die erste Großkundgebung in Straßburg statt, auf der sich der EHD als politische Organisation zur Zusammenarbeit mit der deutschen Besatzungsmacht präsentierte. Am 18. Juli 1940 forderte ein gemeinsames Manifest des EHD mit den „Nanzigern“, einer Gruppe von elsässischen und lothringischen Lokalpolitikern, den Anschluss des Elsass an Deutschland (Manifest von Drei-Ähren). In diesem Manifest behauptete der EHD, im Land bereits über zehntausende Vertrauensmänner zu verfügen.
Am 13. August 1940 formulierte Bezirksstellenleiter Maas Aufgaben und Ziele des EHD folgendermaßen:
Der EHD half bei der Rückführung der nach Südfrankreich evakuierten elsässischen Zivilbevölkerung, stellte sich der deutschen Polizei und dem deutschen Geheimdienst zur politischen Überprüfung der Bevölkerung zur Verfügung und betrieb zudem antifranzösische Propaganda. EHD-Vertrauensleute saßen als Beisitzer in den deutschen Kommissionen, die zur Ausweisung politisch unerwünschter Elsässer gebildet worden waren.Hermann Bickler: Ein besonderes Land. Lindhorst 1978, S. 359. Bereits Ende August 1940 löste der deutsche Chef der Zivilverwaltung für das Elsass Robert Wagner die Bezirksstellenleitungen des EHD auf und versetzte die Abteilungsleiter zum neugegründeten Opferring Elsass der NSDAP, auf Gemeindeebene arbeitete der EHD zunächst weiter.Kettenacker, S. 124. Mitte Oktober 1940 wurden auch sämtliche Vertrauensleute dem Opferring Elsass zugeteilt,Kettenacker, S. 127. womit der EHD als eigenständige Organisation praktisch ausgeschaltet war.Ernst, S. 269.
In einem offenen Brief an Robert Ernst erklärte Wagner den EHD mit Wirkung vom 22. März 1941 als aufgelöst:
Literatur Paul Schall: Vom Elsässischen Hilfsdienst zur NSDAP. In: Straßburger Monatshefte (Heft 5, 5. Jahrgang), Strasbourg Mai 1941, S. 290–294. Robert Ernst: Rechenschaftsbericht eines Elsässers. Berlin 1954. Lothar Kettenacker: Nationalsozialistische Volkstumspolitik im Elsaß. Stuttgart 1973.
Einzelnachweise
Kategorie:Französische Kollaboration Kategorie:Nebenorganisation der NSDAP Kategorie:Völkische Organisation Kategorie:Geschichte (Elsass) Kategorie:Organisation (Straßburg) Kategorie:Gründung einer politischen Organisation 1940 Kategorie:Aufgelöst 1941