L’Abergement-Sainte-Colombe ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Ouroux-sur-Saône und zum Gemeindeverband Terres de Bresse. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand: ), sie werden Bargementais resp. Bargementaises genannt.

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Lage und Struktur L’Abergement-Sainte-Colombe liegt etwas über der Mitte auf der Westseite des Arrondissements Louhans. Es liegt 5,4 Kilometer nordöstlich des Kantonshauptortes Ouroux-sur-Saône und 21,5 Kilometer nordwestlich von Louhans-Châteaurenaud.

Die Gemeinde ist in West-Ost-Richtung langgezogen (7,65 km), der Bourg liegt jedoch ganz im Westen der Gemeinde, lediglich 1,5 Kilometer vom Bourg der Nachbargemeinde Saint-Christophe-en-Bresse entfernt. Im Norden grenzt L’Abergement-Sainte-Colombe von West nach Ost an die Gemeinden Montcoy, Guerfand und Saint-Martin-en-Bresse, die zwar zum Kanton Ouroux-sur-Saône gehören, jedoch im Arrondissement Chalon-sur-Saône liegen. Im Osten der Gemeinde liegt Thurey, im Südosten Lessard-en-Bresse. Ganz im Süden besteht eine gemeinsame Grenze mit Tronchy für 690 Meter, schließlich folgt Saint-Christophe-en-Bresse im Süden und Westen der Gemeinde.

Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse.

Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «Ländliche Ortschaft mit verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt etwa zur Hälfte im Bourg, die andere Hälfte in Weilern und Einzelsiedlungen.

Die Gemeinde weist 574 Hektar bewaldete Flächen auf, was 29,3 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 38 % Laubwald und 59 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Norden Bois de Villargeau, Nordwesten La Grande Taule und Süden der Gemeinde Le Vernay Morin und Le Grand Creuilly.

In der Gemeinde werden 1013,7 Hektar (entsprechend 51,8 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wobei in der Gemeinde kein Bioanbau betrieben wird. Rund 19 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 8 % wird Raps, auf 14 % wird Weichweizen und auf rund 29 % Körner- und Silomais angebaut.

Gewässer In der Gemeinde befinden sich zehn benannte stehende Gewässer, nebst weiteren Weihern und Teichen. Aufgrund der bestehenden Biefs und Flurnamen ist anzunehmen, dass einst weitere Étangs bestanden, die in neuerer Zeit aufgelassen wurden (beispielsweise Étang Fève).

Im Westen der Gemeinde zieht sich eine ganze Étang-Kette durch das Gemeindegebiet, die alle nach Süden entwässern. Im Norden beginnt die Kette mit dem Étang de la Folie, etwas südlicher, beim Weiler Les Chatelets liegt der Étang des Baies, der Étang de Colombe liegt bereits im Bourg, in der Kreuzung der D38 mit der D678. Der südlichste der Kette ist der Étang de Foichot. In der Kette befinden sich weitere Étangs, die keinen Namen tragen.

Etwas östlich des Étang de la Folie, im Bois de Villargeau liegt der Étang de Timon, teilweise auf dem Gebiet der Gemeinde Guerfand, er entwässert ebenfalls nach Süden, in denselben Bief wie der Rest der Kette.

Im Bois de Villargeau entspringen weitere Biefs, die nach Süden fließen und den Étang de la Goutte alimentieren, der bei Terre de la Forêt liegt.

Der Bief fließt weiter nach Süden und alimentiert den Étang Binbernard und letztlich noch den Étang Brûlé.

Schließlich befinden sich noch eine Handvoll Étangs entlang der Nordostgrenze der Gemeinde, bedient durch den Bief du Moulin de Serville – auch Le Tartre genannt. Der nördlichere ist der Étang de Timon, der teilweise auf dem Gebiet der Gemeinde Saint-Martin-en-Bresse liegt, südlich davon liegt der Étang du Creux hart an der D218.

Als fließendes Gewässer entspringt im Norden der Gemeinde La NoueLa Noue, Länge 17,33 km, Zufluss zu la Tenarre, Quelle bei in L’Abergement-Sainte-Colombe, Mündung bei in Baudrières, La Noue auf sandre.eaufrance.fr, bildet Grenzfluss zu Guerfand, bedient den Étang de Timon und die Étang-Kette im westlichen Gemeindegebiet. Sie wird deshalb ebenfalls Ruisseau de l'Étang de Foichot genannt.

Nur etwa 200 Meter von der Quelle der Noue entfernt, entspringt der Bief du Moulin de ServilleBief du Moulin de Serville, Länge 9,6 km, Zufluss zu La Noue, Quelle bei in L’Abergement-Sainte-Colombe, Mündung bei , in Saint-Christophe-en-Bresse, Bief du Moulin de Serville auf sandre.eaufrance.fr, bedient den Étang de Timon im Osten und den Étang du Creux, fließt dann südsüdwestlich ist streckenweise Grenzfluss zu Lessard-en-Bresse und zu Tronchy und verlässt die Gemeinde nach Saint-Christophe-en-Bresse. Dieser Bief trägt auch den Namen Le Tartre.

Im äußersten Nordosten berührt La TenarreLa Tenarre, Länge 25,99 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Saint-Martin-en-Bresse auf ca. 209 m, Mündung bei in Ormes auf ca. 174 m, La Tenarre auf sandre.eaufrance.fr die Gemeinde. Nur für etwa 120 Meter ist sie Grenzfluss zu Saint-Martin-en-Bresse und trägt auch den Namen Bief du Moulin de la Grognette.

Ebenfalls ganz im Osten der Gemeinde entspringt ein Bief, der zwei unbenannte Étangs bedient und nach Südosten fließt, als Bief du Moulin du VergerBief du Moulin du Verger, Länge 1,93 km, Zufluss zu La Tenarre, Quelle bei in L’Abergement-Sainte-Colombe, Mündung bei , in Lessard-en-Bresse, Bief du Moulin du Verger auf sandre.eaufrance.fr.

Verkehrswege Von Westen kommt beim Weiler Les Leys die Départementsstraße D678 von Saint-Christophe-en-Bresse, zieht schnurgerade durch die ganze Gemeinde, um sie bei Le Curtil Bourgneuf nach Lessard-en-Bresse zu verlassen. Die gesamte Distanz in der Gemeinde beträgt 4,72 Kilometer.

Im Westen der Gemeinde kreuzt die Départementsstraße D38 die D678 in der Nähe des Bourg. Sie kommt von Norden, von Guerfand, verläuft südwärts durch den Bourg, durchquert den Weiler Foichot und verlässt die Gemeinde nach Saint-Christophe-en-Bresse. Die gesamte Distanz in der Gemeinde beträgt 4,32 Kilometer.

Südlich von Foichot kreuzt sie die D123, die Saint-Christophe-en-Bresse mit Saint-Germain-du-Plain verbindet und für einen Kilometer das Gemeindegebiet von l'Abergement-Sainte-Colombe durchzieht.

Östlich des Bourg, bei Les Plates zweigt die Départementsstraße D197 aus der D678 nach Südsüdwesten ab, um Saint-Germain-du-Plain zu erreichen. Nördlich von Serville vereinigt sie sich mit der D123, innerhalb der Gemeinde beträgt die Strecke 1.553 Kilometer.

Als letzte Départementsstraße verläuft im Osten der Gemeinde die D218. Sie kommt aus Saint-Martin-en-Bresse und erreicht die Gemeinde am Südrand des Étang du Creux, verläuft südwestlich und erreicht die D678 beim Weiler Villargeau nach 1,66 Kilometer.

Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Le Battoir, Binbernard (Étang), Boullerand, Le Chagniot, Les Champs, Champ-Saint-Martin, Le Charmois, Les Cours, Les Croix-Jean, La Croix-Roland, Curtil-Bourgneuf, Faussigny, Foichot, Les Frontenans, Le Gouiller, Les Grubes, Les Leys, Le Naldon, La Noue (Gewässer), La Planche-du-Gué, Les Plattes, La Rochelle, Le Tartre (Gewässer), La Thire, Tirchat, La Varenne, Le Verger, Les Vernes, La Veyle, Villargeault.

Höhenprofil mini|400pxDas Höhenprofil beginnt im Westen, nur 500 Meter entfernt vom Bourg der Gemeinde Saint-Christophe-en-Bresse auf 194 Metern Höhe. Es folgt eine erste Senke zum Bief de l'Étang de Foichot – oder La Noue – der den westlichen Bourg südwärts durchfließt. Das Gelände steigt an und kreuzt die Départementsstraße D38, die den mittleren Bourg durchzieht. Schließlich kommt der östliche, höchste Teil des Bourg. Der Bourg liegt von West nach Ost zwischen 189 und 205 Metern. Nach einer erneuten Anhöhe quert ein Bief die Profillinie, anschließend steigt das Gelände auf die durchschnittliche Höhe der Bresse-Ebene von 200 bis 210 Metern. Die Profillinie liegt auf der Abzweigung der Départementsstraße D197 aus der D678 bei Les Plates. Erneut folgt eine Senke, in der der Bief des Étang Binbernard nach Süden fließt. Erneut auf der Normalhöhe liegt der Weiler Villargeau, gefolgt von einer Senke, in der ein unbenannter Étang liegt. Nach einer Anhöhe folgt der Bief, der den Étang du Creux entwässert und das Wasser als Le Tartre nach Süden führt. Anschließend steigt das Gelände auf Normalhöhe, bis es die Grenze zu Thurey erreicht.

Klima Das Klima in L’Abergement-Sainte-Colombe ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,0 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,2 °C, der kälteste der Januar mit 3,3 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1055 mm, dabei ist der November mit 113 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 75 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2700 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Der Ort wird erstmals 1234 in den Akten der Zisterzienserinnenabtei Molaise als Hebergemento Sancte Columbe erwähnt. 1362 erfolgte die Nennung der Kirche als Ecclesia de Albergamento. 1793, kurze Zeit nach der Französischen Revolution, erscheint der säkularisierte Name L'Abergement des Bois, bis im Jahr X des Revolutionskalenders (1801/1802) die Bezeichnung auftaucht, die noch heute gültig ist.

Verwunderlich bleibt der Begriff Abergement. Naheliegend wäre die Verbindung mit der Auberge, wobei gerade im Zusammenhang mit der althochdeutschen Ableitung von heri berga und dem damit verbundenen Zweck der Unterbringung eines Heeres unser Abergement ziemlich ungeeignet sein dürfte.

Hingegen darf es als wahrscheinlich gelten, dass der Begriff des Abergement (der übrigens vorwiegend in den Departementen Jura und Saône-et-Loire vorkommt) im Zusammenhang steht mit Rodungsverträgen. Ab dem 13. Jahrhundert bekamen die Rodungen einen neuen Stellenwert, für die wachsende Bevölkerung war es notwendig, neue Kulturflächen zu gewinnen, die bestehenden Flächen genügten nicht mehr für die Ernährung. Mit dem Abergement entstand im Mittelalter eine neue Vertragsform, eine Vereinbarung zwischen Feudalherren, die nicht denselben Rang aber dieselbe Absicht hatten. So stellte beispielsweise ein Herr ein Gebiet seiner Herrschaft einem geistlichen Herrn zur Verfügung, dieser stellte das Rodungspersonal (in der Regel Mönche). Der weltliche Herr verpflichtete sich zur Zahlung von einmaligen oder wiederkehrenden Beträgen und sehr oft zum Bau einer Kirche. War die Rodung abgeschlossen, konnte der Herr das neu gewonnene Gebiet gezielt besiedeln, urbar machen und die Kirche bauen lassen. Die Vorteile dieser Zusammenarbeit lagen auf der Hand: für den geistlichen Herrn Stärkung seiner Stellung durch die Zunahme der Gläubigen Stärkung seiner Stellung durch mehr Kirchenbauten finanzieller Ertrag für seine Diözese und den Unterhalt der Klöster und ihrer Bewohner für den weltlichen Herrn gezielte Ausweitung des Siedlungsraums Stärkung seines Ansehens durch eine wachsende Bevölkerung und neue Siedlungen Stärkung der Wohlfahrt seiner Leute durch zunehmende Ackerflächen Stärkung des Seelenheils als Folge der Stiftung einer Kirche auf der neuen Fläche

Aufgrund der konkreten Lage ist es durchaus denkbar, dass die Äbtissin der Zisterzienserinnenabtei Molaise mit Hugo IV. eine derartige Vereinbarung traf.

Geschichte Das erste, bereits im 9. Jahrhundert besiedelte Gebiet der Gemeinde dürfte der Weiler Les Leys sein. Der Name deutet auf frisch gerodetes Gelände hin.