mini|hochkant=0.8|Kirche in Bochow Groß Kreutz (Havel) ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Sie entstand 2003 durch gesetzlich verordneten Zusammenschluss von acht kleineren Gemeinden zunächst unter dem Namen Groß Kreutz/Emster. Zum 1. Juli 2004 wurde die Gemeinde in Groß Kreutz (Havel) umbenannt.

Geografische Lage Die Gemeinde Groß Kreutz (Havel) liegt vorwiegend südlich der Havel zwischen Brandenburg an der Havel und Werder (Havel) im Westen des Landes Brandenburg. Sie grenzt im Norden an die Stadt Brandenburg an der Havel, die Gemeinde Beetzsee und die Stadt Werder (Havel), im Osten an das Gebiet der Stadt Werder (Havel), im Süden an die Gemeinde Kloster Lehnin und im Westen wieder an das Gebiet der Stadt Brandenburg an der Havel.

Gemeindegliederung Ortsteile nach der Hauptsatzung der GemeindeHauptsatzung für die amtsfreie Gemeinde Groß Kreutz (Havel) vom September 2024. § 8: Ortsteile (§ 45 BbgKVerf) (PDF; 238 kB). sind: Bochow mit den Gemeindeteilen Bochow Bruch und Neu Bochow Deetz Götz mit dem Gemeindeteil Götzer Berge Groß Kreutz mit dem Gemeindeteil Groß Kreutz Ausbau Jeserig Krielow Schenkenberg Schmergow

Hinzu kommen die bewohnten Gemeindeteile Bochow Bruch, Götzer Berge, Groß Kreutz Ausbau, Ketziner Siedlung, Neu Bochow, Phöbener Chaussee und Phöbener Siedlung sowie die Wohnplätze Deetzer Siedlung und Havelufer.Kommunalverwaltung: Groß Kreutz (Havel). Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg, abgerufen am 19. August 2025.

Geschichte Zur mittelalterlichen Geschichte blieben die Quellen unklar. Vor allem waren Verwechslungen mit Klein-Kreutz möglich, manchmal auch Wendisch-Kreutz genannt. Der slawische Name wurde volksetymologisch zu Kreuz umgedeutet. Die angebliche urkundliche Ersterwähnung ist 1275, als der Markgraf crucewiz dem Kloster Lehnin verkaufte; diese Urkunde bezog sich aber auf Wendisch-Kreutz (slauicam Crucewitz; 1300: Minor Crucewiz). 1300 wird Groß-Kreutz als Kirchdorf erwähnt: ecclesie ville nostre que maior crucewiz appellatur – die Kirche unseres Dorfs, das Groß-Kreutz genannt wird.

mini|Gut Groß Kreutz um 1859/60, Sammlung Alexander Duncker mini|Gutshaus Groß KreutzHans Kania: Das Herrenhaus von Groß Kreutz. Ein märkischer Herrensitz des Rokoko, In: Heimatkalender für den Kreis Zauch-Belzig 1928, 4. Jahrgang, Hrsg. Kreisausschuss, Belzig 1928, S. 34–39. Siehe Online: Opus 4, SBK. (PDF) 1604 erwarb die Familie von Hake (auch Hacke geschrieben) das Gut, vertreten durch den kaiserlichen Feldmarschall Wolf Dietrich von Ha(c)ke. Seine Nachfolger waren der Erbschenk der Mark Brandenburg Adam von Ha(c)ke, dann dessen Sohn Botho Wilke von Hacke-Groß Kreutz. Vater und Sohn begannen ihre Laufbahn auf der Ritterakademie am Dom zu Brandenburg mit Schule und Internat.Walter von Leers: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H. 1705–1913. (Schüler- und Alumnatsverzeichnis. Band I von IV.) Hier: Zögling-RA-No. 2, 434, 452; Hrsg. Verein der ehemaligen Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H.-Selbstverlag. Buchdruckerei P. Riemann-Ludwigslust, Brandenburg a. H. /Belzig / Ludwigslust 1913, S. 1–79. Das heutige Gutshaus wurde 1765 im Stil des Friderizianischen Rokoko für Carl Gottfried von Ha(c)ke (1733–1801) errichtet, dessen Wappen sich in der Schlusssteinkartusche über dem Türbogen befindet. Er war der letzte Erbschenk der Kurmark aus der mit ihm erloschenen Roten Linie (der Hake zu Berge) seines Geschlechts und Gutsherr auf Groß Kreutz, Hackenhausen, Blinsdorf und Mittelbusch. Nach Ansicht vom Potsdamer StadthistorikerHans Kania. Potsdamer Stadthistoriker, geboren: 10.07.1878; gestorben: 16.04.1947, In: Literaturport, Hrsg. © 2026 Literarisches Colloquium Berlin. Stand 1.1. 2026. und Autoren Hans Kania (1878–1947)Hans Kania: Das Herrenhaus von Groß-Kreutz. In: Heimatkalender für den Kreis-Zauch-Belzig 1928. Belzig 1928, S. 34–38. ist das Herrenhaus eine Schöpfung des Architekten Friedrich Wilhelm Diterichs nach dem Vorbild von Schloss Sanssouci, an dessen Errichtung er als Mitarbeiter Knobelsdorffs beteiligt war. Die Parkseite weist eine Aufteilung von neun Achsen, die Hofseite dagegen mit gleichem Mittelrisalit elf Achsen auf. Die Wanddekorationen führt er auf Carl Friedrich Fechhelm und die Ausmalung des Gartensaals auf den Pesne-Schüler Bernhard Rode zurück, die beide ebenfalls für Friedrich den Großen arbeiteten. Es handele sich daher um „ein Kleinod der friderizianischen Zeit, wie wir kein zweites mehr besitzen“. Das Gut mit dem Schlösschen kam im Erbgang von 1801 bis 1875 an die Familie von Arnstedt und fiel nach 1875 fiel nach dem Tod des Albert von Arnstedt-Demker an die Familie von der Marwitz, denn seine Ehefrau Franziska war eine gebürtige von der Marwitz-Friedersdorf.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1904. Jg. 5, Justus Perthes, Gotha 1903, S. 19. Die Familie von der Marwitz auf Friedersdorf bewirtschaftete Gut Groß Kreutz, zeitweise immer wieder verpachtet. Noch vor der großen Wirtschaftskrise 1929 bestand das Rittergut Groß Kreutz mit dem Forstgut Hackenhausen aus 1602 ha Fläche.Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, GF Luwig Hogrefe: Landwirtschaftliches Adressbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. 1929. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von 20 ha aufwärts mit Angabe der Gutseigenschaft, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. (Letzte Ausgabe Brandenburg), Band VII, 4. Auflage, Selbstverlag von Niekammer’s Güter-Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 173. 1945/1946 während der Bodenreform wurden die Marwitz enteignet, letzter Eigentümer war Bodo von der Marwitz-Friedersdorf (1893–1982). Zwei seiner Enkel, Borries und Donat von Müller, konnten 1994 das Herrenhaus, die Hofstelle, den Park und etwa 70 ha Wiesengelände von der Treuhandanstalt als Nachfahren der alten Gutsbesitzerfamilie zurückkaufen.

Verwaltungsgeschichte

Groß Kreutz und seine heutigen Ortsteile gehörten seit 1817 zum Kreis Zauch-Belzig in der preußischen Provinz Brandenburg, Regierungsbezirk Potsdam. 1952 wurden Groß Kreutz, Bochow, Krielow und Schmergow in den Kreis Potsdam-Land, Deetz, Götz, Jeserig und Schenkenberg in den Kreis Brandenburg-Land im DDR-Bezirk Potsdam eingegliedert. Seit 1993 liegen alle Orte im brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Die heutige (Groß-)Gemeinde entstand am 26. Oktober 2003, damals noch als Groß Kreutz/Emster, durch den per Gesetz verordneten Zusammenschluss der Gemeinden Bochow, Deetz, Groß Kreutz, Krielow und Schmergow des Amtes Groß Kreutz und der Gemeinden Götz, Jeserig und Schenkenberg des Amtes Emster-Havel.Viertes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Havelland, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming (4.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S. 73; brandenburg.de Zum 1. Juli 2004 wurde der Name in Groß Kreutz (Havel) geändert.Änderung des Namens der Gemeinde Groß Kreutz/Emster. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 1. April 2004. In: Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 15. Jahrgang, 2004, Nummer 14, Potsdam, 14. April 2004, S. 191; brandenburg.de (PDF; 0,4 MB)

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 660 1890 814 1910 958 1925 958 1933 1.033 1939 1.184 Jahr Einwohner 1946 1.690 1950 1.700 1964 1.544 1971 1.490 1981 1.580 1985 1.663 Jahr Einwohner 1990 1.750 1995 1.725 2000 1.698 2005 8.474 2010 8.197 2015 8.133 Jahr Einwohner 2020 8.738 2021 8.856 2022 8.733 2023 8.775 2024 8.838 2025 8.943

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991),Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Potsdam-Mittelmark (PDF) S. 18–21.Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden. (xlsx) Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Die Zunahme der Einwohnerzahl 2005 ist auf den Zusammenschluss mehrere Gemeinden zur neuen Gemeinde Groß Kreutz (Havel) im Jahr 2003 zurückzuführen.

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Groß Kreutz besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus 18 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 70,5 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 36,6 % 6 30,5 % 6 Interessengemeinschaft Havel 20,6 % 4 18,2 % 3 AfD – – 14,8 % 1 SPD 11,3 % 2 11,0 % 2 Wählergruppe Feuerwehr (FW) 5,9 % 1 7,0 % 1 Die Linke 8,9 % 2 4,8 % 1 Bündnis 90/Die Grünen – – 4,7 % 1 Einzelbewerber Marco Hintze 4,6 % 1 3,0 % 1 Familienfreundliches Groß Kreutz (FGK) – – 2,4 % – Götzer Wählerliste (GÖWL) 4,9 % 1 2,1 % – FDP 3,7 % 1 1,5 % – Gemeinsam.Nebenan 2,2 % – – – Einzelbewerber Uwe Tschoban 1,3 % – – – Insgesamt 100 % 18 100 % 16

Bei der Wahl 2024 entfielen auf die AfD drei Sitze, von denen zwei unbesetzt bleiben, weil die Partei nur einen Kandidaten nominiert hatte.

Bürgermeister 1998–2003: Erhard RennewerthErgebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Potsdam-Mittelmark. seit 2003: Reth Kalsow (CDU)Kommunalwahlen 26. Oktober 2003. Bürgermeisterwahlen. (PDF), Statistik-Berlin-Brandenburg.de, S. 30.

Kalsow wurde in der Bürgermeisterwahl am 1. September 2019 ohne Gegenkandidat mit 73,4 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 1. September 2019 Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74

Ortsteilwappen

Sehenswürdigkeiten und Kultur mini|Lilienthal-Denkmal mini|hochkant|Aussichtsturm auf dem Götzer Berg Alle Kulturdenkmäler stehen in der Liste der Baudenkmale in Groß Kreutz (Havel) und in der Liste der Bodendenkmale in Groß Kreutz (Havel).

Bauwerke mini|Rinderzuchtmuseum Katholische Kirche St. Josef im Ortsteil Jeserig, Kirchenbau der Moderne, in den frühen 1950er Jahren in der DDR errichtet Lilienthal-Denkmal des Bildhauers Wilfried Statt auf dem Windmühlenberg zwischen Krielow und Derwitz (Ortsteil von Werder), eingeweiht am 21. September 1991. Es erinnert an den Flugpionier, der auf dem Windmühlenberg seine ersten Gleitflüge unternahm. Die Dorfkirche Krielow ist eine verputzte Fachwerkkirche aus dem Jahr 1698, die in den Jahren 1964 und 1965 erheblich erneuert wurde. Im Innern steht unter anderem eine Kanzel aus der Bauzeit der Kirche. Aussichtsturm auf dem Götzer Berg, Neubau 2012 (Eröffnung am 13. Juni 2012); der Turm soll in seiner Gestalt an die früher hier vorhandenen trigonometrischen Signal- und Beobachtungstürme aus Holz erinnern.

Museen Heimatmuseum Deetz Rinderzuchtmuseum Groß Kreutz

Havelländischer Baumkreis Der seit 2005 bestehende, direkt an der Bundesstraße 1 im Ortsteil Jeserig gelegene havelländische Baumkreis zeigt dem Besucher anhand des keltischen Baumhoroskopes seine persönlichen Eigenschaften. Der Baumkreis umfasst die große Brauchtumsfeuerstelle Jeserigs, an der regelmäßig das Osterfeuer sowie zu Beginn des Jahres ein Tannenbaumverbrennen durch die Feuerwehr Jeserig veranstaltet wird.

Wirtschaft und Infrastruktur Straßenverkehr