Kiesenberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Thanstein im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf in Bayern.
Geographische Lage Der Weiler Kiesenberg liegt ungefähr sechs Kilometer nördlich von Thanstein und etwa vier Kilometer westlich der Bundesstraße 22.
Geschichte Anfänge bis 18. Jahrhundert Kiesenberg (auch: Chursinperch, Khürschenberg, Kürschenberg, Kirschenberg) wurde 1140 schriftlich erwähnt in einer Urkunde, in der Lukardis de Mura sein Gut in Kiesenberg dem Kloster Reichenbach überließ.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 38 1522 und 1572 gehörte Kiesenberg zum Amt Neunburg vorm Wald und hatte 6 Mannschaften.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 111 Im Visitationsprotokoll von 1582 wurde Kiesenberg als Bestandteil der Pfarrei Dieterskirchen aufgeführt.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 93 1661 gehörte Kiesenberg mit drei Höfen, einem Gut, 27 Rindern, 8 Schweinen, zwei Schafen und einer Ziege zum inneren Amt Neunburg.
1762 gab es in Kiesenberg 4 Anwesen, ein Nebenhäusel, ein Hüthaus, 8 Herdstätten, 4 Eigentümer und 4 Inwohner (darunter ein Tagwerker, ein Hüter) das sind 8 Untertanen.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 138 Ende des 18. Jahrhunderts hatte Kiesenberg 5 Anwesen, darunter ein Gemeinde-Hüthaus.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 275
19. Jahrhundert Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde staatlicherseits versucht die Verwaltungsstruktur zu vereinfachen und – gegen den zähen Widerstand der Besitzer – die Gerichtsbarkeit auf den Staat zu übertragen. Dieser Prozess verlief in mehreren Schritten. Durch Säkularisation und Mediatisierung wurden die zersplitterten territorialstaatlichen Gebilde und die differenzierte Struktur der gerichts- und grundherrlichen Zuordnungen beseitigt und versucht, die gutsherrlichen Rechte nach und nach zu reduzieren.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 376–383 Es wurden Landgerichte älterer Ordnung gebildet.
Entsprechend einer Verordnung von 1808 wurde das Landgericht Neunburg vorm Wald in 55 Steuerdistrikte unterteilt. Dabei bildete Weislitz mit den Ortschaften Kiesenberg (5 Anwesen), Neudeck (6 Anwesen), Weislitz (5 Anwesen) und Zengeröd (9 Anwesen) einen Steuerdistrikt.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 338, 371, 372
1809 hatte Kiesenberg 43 Einwohner.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 443
1820 wurden Ruralgemeinden gebildet. Dabei entstand die Ruralgemeinde Weislitz, die aus den Ortschaften Weislitz mit 6 Familien, Kiesenberg mit 5 Familien, Zengeröd mit 9 Familien und der Einöde Holzhof mit einer Familie bestand.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 421
20. Jahrhundert bis Gegenwart Zum Stichtag 23. März 1913 (Osterfest) wurde Kiesenberg als Teil der Expositur Kulz der Pfarrei Dieterskirchen mit 8 Häusern und 58 Einwohnern aufgeführt.Antonius von Henle (Hrsg.): Matrikel der Diözese Regensburg. Verlag der Kanzlei des Bischöflichen Ordinariates Regensburg, 1916, S. 366 Bei der Auflösung der Gemeinde Weislitz 1946 kamen Kiesenberg und Neudeck zur Gemeinde Kulz. 1964 war Kulz eine eigenständige Gemeinde mit den Orten Kulz, Kiesenberg, Krähhof, Neudeck und Ziegelhütte. 1978 wurde Kiesenberg als Ortsteil der Gemeinde Kulz in die Gemeinde Thanstein eingegliedert.Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9, S. 430 Am 31. Dezember 1990 hatte Kiesenberg 35 Einwohner und gehörte zur Expositur Kulz der Pfarrei Dieterskirchen.Manfred Müller (Hrsg.): Matrikel des Bistums Regensburg. Verlag des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, 1997, S. 815
Literatur Wilhelm Nutzinger, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 52, Neunburg vorm Wald, München 1982, ISBN 3-7696-9928-9
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Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Thanstein) Kategorie:Ort im Landkreis Schwandorf Kategorie:Ersterwähnung 1140