Arnold Czempin, auch Arnold Chempin bzw. Arnold Cohn Chempin (geboren 8. Mai 1887 in Berlin als Arnold CohnGeburtsregister Standesamt Berlin 9, Nr. 985/1887; gestorben 12. November 1974 in New York, USA), war ein deutscher Schauspieler der Stummfilmzeit und Doktor der Philosophie.

Leben Geboren als Sohn des Buchhalters David Cohn (1855–1910) und dessen Ehefrau Clara Helene Cohn geb. Czempin, begann er seine Studien 1906 in München und wechselte nach Berlin. Ab 1908 studierte er dann in Wien Kunstgeschichte und Klassische Archäologie. Dort promovierte er 1911. Sein Dissertationsthema war „Quirin Mark und sein Werk“ (Wiener Kupferstecher, 1753–1811). Czempin war zudem Vorsitzender des Bezirksverbands Berlin der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger.

Mit Marie Borchardt gründete er den Schutzverband der Bühnenangehörigen.Personalakte Marie Borchardt – Seite 6 bei bundesarchiv.de

Seit seinem Debüt in einer Wiener Produktion von 1912 wirkte er bis 1923 in über zwanzig Stummfilmen als Schauspieler mit. Während dieser Zeit war er mit dem kommunistischen Autor und Regisseur Gustav von Wangenheim befreundet und Mitglied dessen Schauspieltruppe. Ab etwa 1930 war er Mitarbeiter des kommunistischen „Roten Block“ Berlin.

Aus politischen Gründen wanderte er später nach Tel Aviv aus, dort wurde er Mitinhaber des großen Lampengeschäftes „Goldschmidt und Schwabe“. Er gehörte in Tel Aviv zu einem Kreis deutschsprachiger Emigranten mit Luis Fürnberg, Ernst Loewy, Joachim Chaim Schwarz, Wolfgang Yourgrau und Arnold Zweig. Czempin finanzierte teilweise die Zeitschrift „Orient“. In Tel Aviv war er als „glänzender Rezitator“ bekannt, der auch Bertolt Brechts Gedichte „mit Feuer und Begeisterung“ vortrug.

Nach 1945 emigrierte er erneut, diesmal in die USA.

Filmografie 1912: Der Unbekannte 1916: Ramara 1916: Das unheimliche Haus 1916: Freitag, der 13. Das unheimliche Haus, 2. Teil 1917: Das Lied der Liebe 1917: Der Fall Routt…! 1917: Unsichtbare Hände. Der Fall Melvil 1918: Ferdinand Lassalle – Des Volkstribunen Glück und Ende 1918: Die Frauen des Josias Graffenreuth 1919: Lilli 1919: Lillis Ehe 1919: Das Geheimnis der Irren 1919: Die Morphinistin 1919: Totentanz 1919: Heddas Rache 1919: Margot de Plaisance 1919: Du meine Himmelskönigin 1919: Er selbst sein Gott 1919: Die siebente Großmacht 1919: Die Erbin 1919: Die Rache des Bastards 1919: Das Recht der freien Liebe 1920: Der Unerkannte 1920: Seine drei Frauen 1920: Gräfin Walewska 1921: Die Abenteuer der schönen Dorette 1921: Der tote Gast 1923: Der große Sensationsprozeß

Literatur Czempin, Arnold. In: Ernst Fischer: Verleger, Buchhändler & Antiquare aus Deutschland und Österreich in der Emigration nach 1933: Ein biographisches Handbuch. Elbingen: Verband Deutscher Antiquare, 2011, S. 49f.

Weblinks

Arnold Czempin bei der Universität Wien

Einzelnachweise

Kategorie:Darstellender Künstler (Berlin) Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Deutscher Emigrant in Palästina zur Mandatszeit Kategorie:Deutscher Kategorie:Deutscher Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:Geboren 1887 Kategorie:Gestorben 1974 Kategorie:Mann