mini|Haupteingang des Hauptkomplexes (Kollegiengebäude) thumb|Lageplan der Universität, Stand 2019

Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU), von 1980 bis 2001 Katholische Universität Eichstätt, ist die einzige katholische Universität im deutschsprachigen RaumKU Eichstätt: Das teure Erbe von Papst Benedikt XVI., katholisch.de vom 7. Januar 2024; Zugriff am 8. Januar 2024 und eine von über 200 katholischen Universitäten weltweit. Sie liegt in kirchlicher Trägerschaft, ist zugleich staatlich anerkannt und steht Studierenden aller Religionen und Weltanschauungen offen.

Mit 4.925 Studierenden, davon 472 Fachhochschul-Studierenden (WS 2024/25) ist sie eine der größten nicht-staatlichen Universitäten in Deutschland. Die Universität bietet knapp 70 Studiengänge an. Der zentrale Campus ist in Eichstätt; die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät mit 825 Studierenden befindet sich in Ingolstadt. Vorläufer der 1980 gegründeten Stiftungsuniversität waren ein 1843 in Eichstätt gegründetes Lyzeum, das 1924 in „Philosophisch-theologische Hochschule“ umbenannt wurde, sowie die 1958 gegründete Pädagogische Hochschule Eichstätt, welche beide 1972 zur Gesamthochschule Eichstätt vereinigt wurden. Die Gesamthochschule war die erste umfassende nichtstaatliche wissenschaftliche Hochschule in der Bundesrepublik.Die Zeit, Ausgabe 72, 1972: Eichstätt in Bayern oder: Maier macht’s möglich, Die erste umfassende nichtstaatliche wissenschaftliche Hochschule in der Bundesrepublik https://www.zeit.de/1972/42/eichstaett-in-bayern-oder-maier-machts-moeglich 1990 wurde in Ingolstadt die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät eröffnet. Damit wurde Ingolstadt nach 188 Jahren wieder Universitätsstadt.

Geschichte Ursprünge der beiden Hochschulstandorte Hochschulstandort Eichstätt mini|Collegium Willibaldinum in Eichstätt, 1564 gegründeter Vorläufer der Katholischen Universität (heute Priesterseminar)

Die Hochschultradition Eichstätts begann im 16. Jahrhundert. Im Zuge der Tridentinischen Reform wurde am 26. November 1564 das Collegium Willibaldinum als Ausbildungs- und Wohnstätte für den künftigen Klerus der Diözese eröffnet; auch heute noch ist das Collegium Willibaldinum das Priesterseminar der Diözese. 1614 bis 1773 leitete der Jesuitenorden das Collegium Willibaldinum, das Scholaren weit über die Grenzen der Diözesen hinaus anzog. Infolge der Säkularisation des Hochstifts löste sich das Collegium allmählich als Priesterbildungsstätte auf. Erst 1843 wurde in Eichstätt mit dem Bischöflichen Lyzeum wieder eine akademische Lehranstalt gegründet, die 1924 in Bischöfliche Philosophisch-Theologische Hochschule umbenannt wurde. Bekannte Dozenten waren hier u. a. der Katechet Ludwig Bruggaier, der Kirchenrechtler Joseph Lechner, der Neutestamentler Joseph Kürzinger, der Dogmatiker Ludwig Ott, der Alttestamentler Martin Rehm, Rudolf Graber, 1962 zum Bischof von Regensburg ernannt, der Pastoraltheologe Alfons Fleischmann, der Physiker und Mathematiker Johannes Evangelist Stigler, die Philosophen Johannes Hirschberger und Friedrich Dörr und der Historiker Andreas Bauch.Vorlesungsverzeichnis von 1949

1972 verschmolz diese mit der 1958 gegründeten Pädagogischen Hochschule Eichstätt zur Gesamthochschule Eichstätt. Diese wurde 1980 zur Katholischen Universität Eichstätt erhoben.

Hochschulstandort Ingolstadt mini|Steyler Missionshaus; heute:Gebäude HB der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der KU in Ingolstadt

In Ingolstadt wurde bereits 1472 mit päpstlicher Genehmigung die Universität Ingolstadt, die erste bayerische Universität gegründet (Würzburg, das schon seit 1402 eine Universität besaß, gehörte damals nicht zu Bayern). Einer der bedeutendsten Rektoren der Universität war Petrus Canisius, der als Heiliger verehrt wird, in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Kurfürst Max IV. Joseph (der spätere König Maximilian I.) von Bayern verlegte 1800 die Universität nach Landshut.

1826 holte König Ludwig I. die Universität nach München (heute die Ludwig-Maximilians-Universität München).

1990 wurde in Ingolstadt die die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät eröffnet. Der heutige Name Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt entstand 2001.

Gründung und frühe Jahre der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt mini|links|220x220px|alt=Collegium Willibaldinum|Die Wurzeln der KU reichen zurück bis zur Gründung des Collegium Willibaldinum im Jahr 1564. mini|alt=Gabriele Gien.|Gabriele Gien, Präsidentin der KU seit dem 1. Oktober 2016

1972 erfolgte der Zusammenschluss der Pädagogischen Hochschule und der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Eichstätt zu einer Gesamthochschule. Die Katholische Universität Eichstätt wurde zum 1. April 1980 errichtet und durch den Heiligen Stuhl anerkannt. Maßgeblich hieran beteiligt waren der frühere Erzbischof von München-Freising Joseph Kardinal Ratzinger (der spätere Papst Benedikt XVI.), welcher hierfür mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet wurde, der Eichstätter Bischof Alois Brems, der sich als örtlich zuständiger Bischof nachhaltig um Ausbau und Förderung bemüht hatte, und Rudolf Mosis, Präsident der Universität von 1978 bis 1983.

1986 besuchte Jorge Mario Bergoglio, der spätere Papst Franziskus, in seiner Funktion als Rektor der Theologischen Fakultät in San Miguel die Katholische Universität Eichstätt und führte Kooperationsgespräche mit dem damaligen Präsidenten Nikolaus Lobkowicz. Bistum Eichstätt

mini|100px|Altes, bis 2015 verwendetes und inzwischen nicht mehr gültiges Logo der KU

Seit dem Wintersemester 2007/2008 besteht die Möglichkeit, im Rahmen eines Lehramtsstudiums, das zum Ersten Staatsexamen hinführt, zugleich einen Bachelor und Master in der gewählten Unterrichtsfachkombination zu erwerben („Lehramt Plus“).

Seit 2008 hat die Universität über den Lehrstuhl für Politische Theorie und Philosophie (Manfred Brocker, Politikwissenschaft) Teil am Bayerischen Zentrum für Politische Theorie (BayPol). Die KU Eichstätt ist Mitglied im MedienCampus Bayern, dem Dachverband für die Medienaus- und -weiterbildung in Bayern.

Der am 30. Januar 2008 vom Hochschulrat der Katholischen Universität gewählte Ulrich Hemel konnte sein Amt als neuer Präsident nicht antreten. Laut Medienberichten blockierte der Heilige Stuhl die Ernennung des neuen Präsidenten. Großkanzler Bischof Hanke beauftragte Rudolf Fisch und den Ordenshistoriker Gert Melville mit der kommissarischen Leitung der Universität.

Führungskrise Nach einem erfolgreich durchgeführten Wahlverfahren wurde am 6. Mai 2009 der an der Duke University (USA) lehrende Theologe Reinhard Hütter zum neuen Präsidenten gewählt. Hütter nahm die Wahl an, teilte jedoch später mit, dass er das Amt nicht antreten werde. Als Gründe führte die Bayerische Bischofskonferenz eine nicht erfolgreiche Einigung beim Zustandekommen des Vertrages an.M. Maier-Albang und C. Burtscheidt: „Führungsdebakel in Eichstätt“, Süddeutsche Zeitung, 25. Mai 2009, abgerufen am 25. April 2011 Am 4. Juni 2009 wurde Andreas Lob-Hüdepohl als Interims-Präsident ernannt.Der neue Uni-Präsident geht ins Kloster (Eichstätter Kurier vom 30. September 2009.)

Richard Schenk wurde am 26. Mai 2011 durch den Hochschulrat der Universität zum Präsidenten der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt gewählt. Am 24. Februar 2014 kündigte er seinen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt an. Der Träger setzte für die Dauer von zwei Jahren ein Interimspräsidium ein, um genügend Zeit für die Vorbereitung eines neuen Wahlverfahrens zu gewinnen. Das Interimspräsidium mit der Eichstätter Germanistik-Professorin Gabriele Gien an der Spitze war ab dem 1. Oktober 2014 für zwei Jahre im Amt. Am 15. Juni 2016 wurde sie von der Wahlkommission der KU für fünf Jahre zur ordentlichen Präsidentin gewählt.Prof. Dr. Gabriele Gien als Präsidentin der Katholischen Universität im Amt bestätigt, Pressemitteilung der KU Eichstätt-Ingolstadt vom 15. Juni 2016; abgerufen am 7. November 2020 Sie setzte sich gegen den Astrophysiker Wolfgang Duschl von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel durch. Ihre Amtszeit begann offiziell am 1. Oktober 2016. Am 27. Mai 2021 wurde Gien für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt.

Spätere Entwicklungen mini|Interimsbau während der Generalsanierung der Kollegiengebäude; errichtet 2023/24

Die Kollegiengebäude, das von Karljosef Schattner und Josef Elfinger zusammen mit dem Münchner Gartenarchitekt Gerhart Teutsch entworfen wurde sowie der neben Karljosef Schattner auch von Wilhelm Huber und Norbert Diezinger entworfene Mensa-Bau bilden den zentralen Teil des Eichstätter Campus. Diese Gebäude wurden im Juni 2018 unter Denkmalschutz gestellt.Rundbrief der Hochschulleitung Juli 2018Eintrag D-1-76-123-684 (PDF; 432 kB) Baudenkmäler Eichstätt, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege; abgerufen am 17. Juli 2018 Im Herbst 2023 begann nach mehreren Verzögerungen die Generalsanierung der KG-Gebäude, die bis 2028 abgeschlossen sein soll. Als Interimsbau dient ein dreistöckiger Bau aus Containerelementen mit insgesamt 1800 m², der von 2023 bis 2024 neben der Zentralbibliothek errichtet wurde.

Seit Juni 2018 ist die KU gemeinsam mit der Technischen Hochschule Ingolstadt Forschungspartner der Initiative Urban Air Mobility, in deren Rahmen im Raum Ingolstadt auch das Flugtaxi-Projekt CityAirbus erprobt werden soll. Die KU forscht dabei im Bereich gesellschaftlicher, psychologischer und ethischer Fragen von Mobilität.

Seit 2023 ist die KU Mitglied in der Deutschen Forschungsgemeinschaft.Katholische Uni Eichstätt wird Mitglied der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Eichstätter Kurier vom 28. Juni 2023; Zugriff am 28. Juni 2023 Bereits zuvor erhielten Forscher der KU Projektmittel der DFG und anderer Förderer.Forschungsdatenbank der KU

Aufgrund von Gelderkürzungen durch den kirchlichen Träger geriet die Universität 2023 in finanzielle Schwierigkeiten und muss Finanzmittel einsparen. So mussten bereits 2023 1,6 Millionen Euro eingespart werden; für 2024 sind Kürzungen um acht Prozent der Kosten nötig, um ein Defizit von 2,5 Millionen Euro zu verhindern. Kostensteigerungen fielen bei Energie, Mieten und Tarifgehältern an; die katholische Kirche sei laut Präsidentin Gien nicht dazu bereit, diese auszugleichen. Das bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst scheiterte mit seinen Vermittlungsbemühungen. Aufgrund der nötigen Einsparungen drohen auch Stellenstreichungen, wobei dies laut Gien „ohne betriebsbedingte Kündigungen umgesetzt werden“ solle. Die Studierendenschaft kritisiert die Einsparungen und befürchtet eine Verschlechterung der Qualität von Forschung und Lehre. Um den studentischen Protest an die Öffentlichkeit zu tragen, wurden u. a. eine Petition aufgesetzt und eine Demonstration organisiert.Katholische Universität Eichstätt ist in Geldnot - Blume kritisiert Kirche, SZ.de vom 10. Dezember 2023; Zugriff am 16. Dezember 2023Katholische Uni Eichstätt muss 2,5 Millionen Euro sparen, BR24 vom 11. Dezember 2023; Zugriff am 16. Dezember 2023Studenten demonstrieren gegen Sparmaßnahmen an der Uni Eichstätt, BR24 vom 12. Dezember 2023; Zugriff am 16. Dezember 2023

Struktur Träger mini|Sitz der Stiftungsverwaltung

Die KU ist eine „Katholische Universität“ im Sinn der Apostolischen Konstitution Ex Corde Ecclesiae, die vom Heiligen Stuhl durch ein Dekret der Kongregation für das Katholische Bildungswesen vom 1. April 1980 kanonisch errichtet und anerkannt wurde.