Die α-Hämolyse (oder Alpha-Hämolyse) bezeichnet eine teilweise Veränderung von Erythrozyten in einem Blutagar-Nährboden, die nach einer Besiedlung durch Streptokokken der Viridans-Gruppe zu beobachten ist, z. B. bei Streptococcus pneumoniae, Streptococcus mitis, Streptococcus oralis und Streptococcus pseudopneumoniae.L. N. Ikryannikova, K. N. Lapin, M. V. Malakhova, A. V. Filimonova, E. N. Ilina, V. A. Dubovickaya, S. V. Sidorenko, V. M. Govorun: Misidentification of alpha-hemolytic streptococci by routine tests in clinical practice. In: Infection, Genetics and Evolution. Band 11, Nummer 7, Oktober 2011, S. 1709–1715, . . PMID 21798371. Die α-Hämolyse wird daher zur Typisierung von bakteriellen Pathogenen verwendet.

Die Auflösung der Erythrozyten durch Zerstörung ihrer Zellmembran wird β-Hämolyse (Beta-Hämolyse) oder auch komplette Hämolyse genannt. Im Blutagar entsteht hierbei ein heller Hof.

Eigenschaften Bei dem auch als „Vergrünung“ bezeichneten Vorgang der α-Hämolyse wird das im Blutagar vorhandene Hämoglobin durch die Stoffwechselprodukte der Bakterien (meist Wasserstoffperoxid und Schwefelwasserstoff) zu Methämoglobin oxidiert bzw. zum grünlichen Sulfhämoglobin umgewandelt, welches den Nährboden verfärbt. Die α-Hämolyse wird zusammen mit der Morphologie der Kolonien und der Katalase-Aktivität zur phänotypischen Bestimmung verwendet.A. Raemy, M. Meylan, S. Casati, V. Gaia, B. Berchtold, R. Boss, A. Wyder, H. U. Graber: Phenotypic and genotypic identification of streptococci and related bacteria isolated from bovine intramammary infections. In: Acta veterinaria Scandinavica. Band 55, 2013, S. 53, . . PMID 23866930. . Alternativ wird zur genetischen Bestimmung unter anderem die Multiplex-PCR und die DNA-Sequenzierung verwendet.

Einzelnachweise

Kategorie:Mikrobiologisches Testverfahren Kategorie:Biochemische Nachweisreaktion