mini|Grabmalerei aus der Goguryeo-Zeit Goguryeo war eines der Drei Reiche von Korea, das von 37 v. Chr. bis 668 n. Chr. existierte. Während seiner größten Ausdehnung erstreckte es sich von der südlichen Mandschurei bis weit in die Koreanische Halbinsel hinein; des Weiteren wurden Goguryeo-Festungen in der heutigen östlichen Mongolei gefunden, was auf eine weitaus größere Ausdehnung Richtung Norden hinweist.

Zeugnisse der Goguryeo-Ära sind die von der UNESCO als Weltkulturerbestätten anerkannten Gräber im heutigen Nordkorea sowie die Hauptstädte und weitere Gräber in der autonomen koreanischen Region von Jilin im heutigen China.

Name Goguryeo (Koreanisch ; Hanja , RR Goguryeo; IPA: [ko̞ɡuɾjʌ̹]) wird allgemein mit einer semantischen Bedeutung ähnlich zu „Hochburg“ identifiziert. Der ursprüngliche Name lautet Guryeo (Altkoreanisch , Yale Kwulye, IPA [ɡuɾ.jʌ̹]). Guryeo stammt von *kuru oder *kolo und hat die Bedeutung von „Schloss, Burg, Festung“. Es ist möglicherweise verwandt zu einem innerasiatischen Wanderwort, unter anderem auch dem Mittelmongolischen qoto-n.

Der spätere Name Goryeo (, , Goryeo; [ko.ɾjʌ]) ist eine Verkürzung von Goguryeo und war ab dem 5. Jahrhundert der offizielle Name des Landes. Anders als sein Vorgänger lässt sich seine Bedeutung nur noch aus dem Hanja ableiten, das „hoch und schön“ bedeutet.

Etymologische Deutung Überlieferung in Koreanischen Sprachen *kolo wird auch vermutet, mit *hol [hʌ̹ɭ] und *kwol [ko̞ɭ] verwandt zu sein, die später in Verwaltungsbezirksnamen von Goguryeo vorkommen. Beispiele für ersteres wären Michuhol [mit͡ɕʰuhʌ̹ɭ], Naemihol, Maesohol und Maehol. *kwol kommt ebenfalls auf dem Gebiet von Baekje vor, dessen Herrscherfamilie mütterlicherseits mit der Goguryeos verwandt war und aus Buyeo stammte.

Die mittelkoreanischen Wörter kwǒl [ko̞ɭ] und kòwòlh [kʌ̀.òl] („Bezirk“) stammen vermutlich von *kolo.

Überlieferung in anderen Sprachen Die transkribierte Variante des Namens der alten Hauptstadt Sillas syerapel als syeraKUY setzt das altkoreanische Wort für „Ebene, Ort“, pel semantisch mit dem altjapanischen Wort für Schloss ki gleich, das wiederum als Lehnwort vom ursprünglichen Baekje *kuy ist und ultimativ vom Goguryeo Wort *kolo stammt.

In den Nachbarländern wurde Korea traditionell weiterhin mit dem Namen Goguryeo bezeichnet.

Ab dem 5. Jahrhundert wurde auch (Goryeo) als Abkürzung von (Goguryeo) verwendet. In chinesischen Quellen, wie dem Buch von Wei, Buch von Sui und Du You wird Goguryeo bereits Goryeo genannt. wurde in zusammengesetzten Wörtern für Objekte koreanischen Ursprungs verwendet, wie z. B. gāolíshēn „koreanischer Ginseng“.

Des Weiteren wurde das Wort Goguryeo ins Mitteljapanische als kōkuri [ko̞ːkɯ̟ᵝɾʲi] entliehen. Im Japanischen waren sowohl kōkuri als auch koma als Namen in Gebrauch, wobei ersteres auch für das spätere Goryeo verwendet wurde. Ersteres ist ein Lehnwort aus dem Altkoreanischen und letzteres eines aus der Baekje-Sprache. koma wird ebenfalls als zusammengesetztes Wort für koreanische Importwaren als auch für einen Verwaltungsbezirk in der Präfektur Saitama, das gegen Mitte des 7. Jahrhunderts von Einwanderern aus Korea gegründet wurde, verwendet. 640 wurde die Hauptstadt Japans für zwei Jahre nach Kōryō () und in den Kudara no Ohi Palast verlegt. Kudara war der japanische Name für das Reich Baekje.

koma kommt im japanischen Sprachgebrauch insbesondere in der ältesten japanischen Gedichtsammlung, dem Man’yōshū, vor. kōrai wurde erstmals im 11. Jahrhundert im Kopfkissenbuch erwähnt.

Im Mittelchinesischen der Tang-Dynastie (618–907) entspricht die Aussprache von *gaulèi (/kɑu liᴇ/).Unihan Database nach Hugh M. Stimson: T’ang Poetic Vocabulary. Far Eastern Publications, Yale University, 1976. wurde im Klassischjapanischen als kaurai (heute: kōrai) gelesen. Während der mongolischen Invasionsversuche 1274 und 1281 soll es in Japan verschiedene gängige Redewendungen im Bezug auf die Mongolen und Koreaner gegeben haben, in denen Goryeo als (Kōkuri, „Goguryeo“) und nicht (Kōrai, „Goryeo“) bezeichnet wurde.Kokugo Dai Jiten (shinsō-ban) , Tōkyō: Shogakukan, 1988. Aus dem Namen Go(gu)ryeos leitet sich der Exonym Koreas ab.

Sprache Die Sprache Goguryeos ist weitgehend unbekannt aufgrund mangelnder Quellen. Die meisten Informationen stammen aus späteren koreanischen historischen Texten wie dem Samguk Sagi als auch chinesischen Aufzeichnungen. Sie wird am häufigsten mit den koreanischen Sprachen in Verbindung gebracht, was die geografische und kulturelle Nähe zum heutigen Korea widerspiegelt. Möglicherweise stellt es eine frühe Sprachstufe der koreanischen Sprache oder einen Dialekt des Altkoreanischen dar, basierend auf phonologischen Ähnlichkeiten in Ortsnamen und der attestierten Lemmata. Jedoch existieren auch Theorien zur Verwandtschaft mit anderen Sprachfamilien, wie dem Japanischen als auch dem Tungusischen.

Die Herrscher hielten den Titel *ka „Adeliger“; *kɔi „König“.

Im Vergleich hießen die aus Baekje: känkirči „König“; äraha „König“; / kirsɔ „Adeliger“; nirim „Lord“.

Aus Silla wurden die folgenden Titel überliefert: kan, kam, kɔm „Anführer“; čɔčɔüng, čɔčüng „König, Schamane“; käsäkan „König“; nisɔkɔ̈m „König, Ältester“; kirsɔ „14. Rang Titel“.

Geschichte

Gründung Es wird vermutet, dass Goguryeo im 1. Jahrhundert v. Chr. entstand und somit das älteste der drei Königreiche Koreas ist. In chinesischen Quellen wird es im Zusammenhang mit der Niederlage Go-Joseons 108 v. Chr. erwähnt. Aus dem in Auflösung befindlichen Go-Joseon formierten sich kleinere Stämme aus der Region um den Amnok-Fluss, dem heutigen Grenzfluss Nordkoreas, zu fünf Königreichen, die später zur Stammesgruppe Goguryeo zusammengefasst wurden, die dem Reich seinen Namen gab. Später sollen diese zusammen mit einer nach Süden migrierenden Gruppe aus Buyeo ein konföderiertes Königreich mit dem Namen „Goryeo“ gebildet haben.Shin, Michael D. and Injae, Lee. Korean history in maps : from prehistory to the twenty-first century / edited by Michael D. Shin ; contributors, Lee Injae [with three others] Cambridge University Press Cambridge, United Kingdom 2014.

Die Kommandanturen entfielen der Kontrolle und Aufsicht der Zentralgewalt in China und wurden mit der Zeit selbstständig und waren militärisch auf sich gestellt. Diese Situation lieferte die Grundlage für die stetige Eroberung der Han-Kommandanturen durch einheimische Stammeskönigreiche, einschließlich Goguryeo.

Im Jahr 75 v. Chr. zwangen die Einheimischen von Goguryeo eine Westwärtsbewegung der damaligen chinesischen Kommandantur Xuantu (; kor. Hyeondo), die sich zwischen 82 v. Chr. und 108 n. Chr. kontinuierlich in Richtung der Liaodong-Halbinsel bewegte. Die Lage von Xuantu war entlang den Landverbindungen zwischen den Staaten im Flussbecken des Amnok und der Liaodong-Halbinsel.

Die Chronik Samguk Sagi aus dem Jahr 1145 zufolge gründete der mythologische König Jumong das Reich im Jahr 37 v. Chr. in Jolbon Buyeo, einem Teil des Königreichs Buyeo. Goguryeo führte seinen Ursprung auf die Yemaek (ein antiker koreanischer Stamm). Die Chroniken der Drei Reiche implizieren, dass Buyeo und Yemaek ethnisch verwandt waren und eine ähnliche Sprache sprachen. Einige Forscher sehen in den Yemaek () die Vorfahren der heutigen Koreaner.

Entwicklung zum Königreich Goguryeo vergrößerte im 1. Jahrhundert n. Chr. ständig seinen Einflussbereich. Zur Regierungszeit des Königs Taejo im Jahr 53 wurden die fünf Königreiche zu Teilen des Königreichs Goguryeo erklärt und standen von da an unter einer zentralen Regierung.

Baekje soll im 1. Jhd. vor oder nach Chr. von Soseono, einer Ehefrau des damaligen Königs von Goguryeo gegründet worden sein.

Goguryeo startete häufige Angriffe auf die chinesischen Kommandanturen und eroberte die Kleinstaaten Okjeo und Dongye. Der Name der königlichen Familie wechselte sich mehrfach zwischen Hae und Go ab, was entweder auf einen ständigen Machtwechsel oder eine nicht lineare Erbschaftsform hindeuten könnte. Möglicherweise nahm die königliche Familie aber auch schlicht einen neuen, chinesische Wurzeln suggerierenden Namen an oder Hae und Go waren schlichtweg Herrschertitel, da sowohl die Sprachen von Goguryeo, Baekje und Silla einheimisch keine Familiennamen besitzen.

Im frühen 3. Jahrhundert führte Goguryeo Kriege mit den Han und Wei und erlitt eine schwere Niederlage als Wei-Truppen die Hauptstadt von Goguryeo zerstörten.

Weitere Expansion und Konflikt mit Baekje und Silla Im Jahr 313 reichte Goguryeo schon in die chinesische Halbinsel Liaodong hinein und König Micheon zerstörte die letzte chinesische Kommandantur Lelang auf heutigem Gebiet Koreas, die etwa auf der heutigen Grenze der beiden heutigen Koreas lag und bis dahin als Pufferstaat fungiert hatte. Damit entstand eine Frontstellung zu Baekje und Silla.

Die Ausdehnung des Reiches erlitt kleinere Rückschläge durch Angriffe des Stamms der Xianbei (342) sowie Baekjes (371) auf Goguryeos Hauptstadt, bei dem König Gogukwon getötet wurde.

König Sosurim gelang es, das Reich wieder zu stabilisieren. In seine Regierungszeit fällt die Erklärung des Buddhismus zur Staatsreligion(372) und die Einrichtung der Taehak, die der Erziehung und Ausbildung dienten. Um das Jahr 391 war Goguryeo zum unangefochtenen Herrscher über die Mandschurei östlich des Liao-Flusses sowie des nördlichen Teils der Koreanischen Halbinsel.

Auf dem Höhepunkt seiner Macht links|mini|295x295px|Goguryeo, 476 n. Chr.

Seine größte Ausdehnung erreichte Goguryeo während der Regentschaften von König Gwanggaeto (391–413) und seines Sohnes Jangsu. Gwanggaeto nahm 65 Städte und 1400 Dörfer ein, zerstörte den Späteren Yan-Staat und eroberte die Buyeo und Mohe. Er zwang Baekje im Süden zum Rückzug und führte Kriege gegen das Japan der Yamato-Zeit (Wa). Silla kam unter Goguryeos Schutzherrschaft. Seine Errungenschaften werden auf der Gwanggaeto-Stele, die 414 in der südlichen Mandschurei errichtet wurde, aufgelistet. Die lose Einigung der koreanischen Halbinsel hielt jedoch nicht lange.

Sein Sohn König Jangsu, der 413 an die Macht kam, verstärkte die Beziehungen zu den chinesischen Königreichen der Früheren Song-Dynastie und der Nördlichen Wei-Dynastie. Er verlegte 427 die Hauptstadt ins Gebiet des heutigen Pjöngjangs, um näher an die rivalisierenden Königreiche Baekje und Silla im Süden Goguryeos heranzurücken. Während dieser Zeit umfasste das Königreich Goguryeo drei Viertel der Koreanischen Halbinsel und einen Großteil der Mandschurei. Im späten 5. Jahrhundert annektierte es Bukbuyeo und die verbliebenen Stämme der Mohe und Kitan.

Goguryeos Blatt begann sich im Laufe des 6. Jahrhunderts zu wenden. König Anjang fiel einem Attentat zum Opfer. Sein Sohn, König Anwon, folgte seinem Vater auf den Thron, aber der Adel war in zwei verfeindete Parteien gespalten, die beide den Thron für sich beanspruchten. Schließlich wurde mit dem achtjährigen Yangwon ein Kind zum König gekrönt. Die Spaltung des Adels konnte nie überwunden werden und führte dazu, dass adelige Feudalherren (Daedaero) mit eigenen Armeen faktisch die Macht im Staat aufteilten.

Die Sui-Kriege 598 griff die chinesische Sui-Dynastie, die sich durch fortwährende Angriffe auf der Halbinsel Liaodong bedroht sah, Goguryeo an. In einer der Schlachten lockte der noch heute in Korea verehrte General Eulji Mundeok die chinesischen Truppen in einen Hinterhalt und fügte ihnen schwere Verluste zu. Chinesische Quellen berichten, dass von über 300.000 Soldaten nur 2700 zurückkehrten. Nach weiteren erfolglosen Kriegen von 612 bis 614 mussten sich die Sui geschlagen geben und besiegelten damit ihren Untergang als Kaiserdynastie.

Goguryeo-Tang Kriege mini|Verlauf des ersten Goguryeo-Tang Krieges