Das Ordensamt Friedland war eine Standesherrschaft in der Niederlausitz, die bereits 1533 in den Besitz der Ballei Brandenburg des Johanniterordens gekommen war; daher rührt auch der Name Ordensamt. Das Gebiet des ehemaligen Ordensamtes liegt heute um das Städtchen Friedland herum im Landkreis Oder-Spree (Brandenburg). Die vermutlich im 13. Jahrhundert errichtete Burg und das Städtchen, das sich im Schutz der Burg entwickelte, kamen früh aus der Hand des Landesherrn in Adelsbesitz und wurden zum Sitz einer größeren Adelsherrschaft mit etwa 14 Dörfern, der Herrschaft Friedland, deren Besitzer im 15. Jahrhundert häufig wechselten. Der Johanniterorden konnte seinen Besitz von 1533 bis 1811 behaupten. Danach wurde das Ordensamt Friedland in ein königlich-sächsisches Amt umgewandelt. Nach dem Übergang der Niederlausitz an Preußen 1815 entstand daraus das Rentamt Friedland, das bis 1875 Bestand hatte. mini|Schlosshof auf der Burg Friedland
Geschichte Das Gebiet zwischen der Spree im Westen, der Oder im Osten, und im Süden bis zu einer Linie Niewisch, Karras, Groß Muckrow, Neuzelle und bis zur Oder (vgl. Grenzbeschreibung in Breitenbach) gehörte ursprünglich zum Land Lebus und damit kirchenrechtlich auch zum Bistum Lebus. Markgraf Heinrich III., der Erlauchte von Meißen ließ sich dieses Gebiet für seine Hilfe im Bruderzwist der Piasten (1249) in den Jahren 1252/53 abtreten und schloss es an die Mark Lausitz (die spätere Niederlausitz) an. Dieses Gebiet wurde zum Kerngebiet des 1268 gegründeten Klosters Neuzelle. Das abgetretene Gebiet wurde kirchenrechtlich zwar ebenfalls dem für die Mark Lausitz zuständigen Bistum Meißen unterstellt, doch kam es darüber mit dem Bistum Lebus zu einem langandauernden Streit. Das Bistum Lebus konnte dabei einige Orte behaupten, die bis zur Reformation kirchenrechtlich zum Bistum Lebus gehörten und den Bischofszehnten dem Bistum Lebus entrichteten.
Herrschaft Friedland Vermutlich kurz nach der Mitte des 13. Jahrhunderts, jedenfalls nach der geschilderten territorialen Veränderung, entstand am Abzweig der Nord-Süd-verlaufenden Straße Beeskow-Lieberose nach Neuzelle, am Übergang dieser Straße über die Niederung des Dammmühlenfließes eine Burg, und in deren Schutz eine Ansiedlung. Burg und Stadt Friedland wurden sehr wahrscheinlich von Markgraf Heinrich III., den Erlauchten von Meißen angelegt. mini|Wappen der Stadt Friedland (Niederlausitz)
14. Jahrhundert 1301 wurden Burg und Städtchen (castrum et oppidum) erstmals urkundlich genannt. Bereits 1307 waren Burg und Stadt nicht mehr in landesherrlichem Besitz, sondern waren in der Hand von Timo von Strele (Strehla). Das Stadtwappen von Friedland zeigt die drei Sensenklingen des Wappens der von Strele, die damals auch in Beeskow saßen. Vermutlich gehörte das Gebiet um Friedland ursprünglich zur Burg in Beeskow, wie auch die kirchliche Zugehörigkeit von Friedland zur Sedes (Erzpriesterstuhl) Beeskow während des Mittelalters andeutet. 1368/70 kam die Mark Lausitz (die spätere Niederlausitz) durch Kauf und Anschluss an das Königreich Böhmen und blieb unter böhmischer Lehenshoheit bis 1815. Als Vertreter des böhmischen Königs verwaltete ein Landvogt die Niederlausitz. Jedoch büßte die Mark Lausitz (Niederlausitz) immer wieder Gebiete ein, die an die benachbarten Mächte die Kurfürstentümer Brandenburg und Sachsen fielen. 1635 erhielt der sächsische Kurfürst Johann Georg I. den größten Teil der Niederlausitz als böhmisches Lehen.
15. Jahrhundert Die Herrschaft Friedland wird Anfang des 15. Jahrhunderts urkundlich fassbar und bestand damals aus etwa 14 Dörfern, von denen aber einige Dörfer an Afterlehensleute verlehnt waren (z. B. Mixdorf) oder bei denen das Lehnschulzenamt an Adlige verlehnt war. Schon vor 1415 waren Burg und Stadt in den Besitz des Otto von Kittlitz gekommen, der auch die Herrschaft Spremberg innehatte. Otto von Kittlitz war von 1389 bis 1394 Landvogt der Niederlausitz und von 1406 bis 1410 Landvogt der Oberlausitz. 1425/27 gehörte die Herrschaft Friedland Matthias von Uchtenhagen, der die Herrschaft jedoch nur wenige Jahre behaupten konnte.
Nachweislich von 1431 bis 1453 waren dann die von Lossow die Besitzer von Burg und Städtchen Friedland. 1431 saß Hans von Lossow auf der Burg Friedland, der in diesem Jahr Peter, Hans, Friedrich und Paul Rakow mit einer Hälfte von Mixdorf belehnte. Hans von Lossow hatte 1438 die Große Heide und das Dorf Briesen an das Kartäuser-Kloster in Frankfurt (Oder) verkauft. Der Verkauf wurde vom brandenburgischen Markgrafen Friedrich II. bestätigt. Noch im Jahr 1438 ist Hans von Lossow gestorben, eine erste Rate der Kaufsumme in Höhe von 58 Schock Groschen für die Große Heide quittierte im Dezember 1438 bereits der Vormund seiner noch minderjährigen Söhne Johann und Caspar, Kersten von Krummensee. Den zweiten, größeren Teil der Kaufsumme in Höhe von 310 Schock Groschen erhielten die Brüder von Lossow 1439. 1443 stifteten sie zusammen mit ihrem Vormund Otto von Schlieben zu Baruth einen Altar in der Stadtkirche von Friedland. 1449 begannen langjährige Streitigkeiten zwischen den Brüdern von Lossow auf Friedland und der Stadt Beeskow wegen der Dienste der Bauern zu Grunow und der Nutzung des Beeskower Bürgerwaldes durch die Grunower Bauern. 1452 musste Markgraf Friedrich II. von Sachsen einen Streit zwischen Hans und Caspar von Lossow und ihrer Mutter auf der einen Seite und der Stadt Beeskow auf der anderen Seite schlichten.
1468 war die Herrschaft Friedland in den Besitz des Henning Quast übergegangen. Auf ihn folgte noch Caspar von Kracht, der sein Lehen nach 1472 aufgab. Dann belehnte Landvogt Jaroslaw von Sternberg 1472 Nikolaus und Caspar von Bennewitz mit der Herrschaft Friedland. In dieser Urkunde wird auch Merz als Dorf der Herrschaft Friedland aufgeführt. Ob Merz tatsächlich kurze Zeit zur Herrschaft Friedland gehörte, oder ob es sich einfach um einen Irrtum handelt, ließ sich nicht klären.Merz gehörte vorher und später zur Herrschaft Beeskow, und der Landvogt der Niederlausitz konnte sicherlich nicht einfach ein Dorf der Herrschaft Beeskow verlehnen. 1477 saß Nickel Bennewitz auf der Burg Friedland. 1485 war Balthasar von Schlieben im Besitz der Herrschaft Friedland, die er in diesem Jahr an Niclas von Köckritz verkaufte.
Der Erwerb der Herrschaft Friedland erfolgte vermutlich bald nach dem Verkauf seines bisherigen Stammbesitzes, der Herrschaft Wehlen (heute Stadt Wehlen). Niclas von Köckritz erwarb außerdem die Herrschaft Schenkendorf bei Guben, und 1485 auch noch die Herrschaft Lieberose. Er wurde 1490 Landvogt der Niederlausitz, ein Amt, das er bis 1494 innehatte. 1496 kaufte er zusätzlich noch die Herrschaft Lübbenau. Die vier Herrschaften umfassten wohl über 40 Ortschaften; Niclas von Köckritz war damals der reichste Grundbesitzer in der Niederlausitz.
16. Jahrhundert 1499 starb Niclas von Köckritz, und im gleichen Jahr wurden seine sieben Söhne Hans, Nickel, Heinrich, Dietrich, Caspar, Lippold und Poppo mit dem umfangreichen Besitz ihres Vaters belehnt. Die Lebensgeschichten von fünf der sieben Brüder sind nicht im Einzelnen bekannt. Hans wurde Kanzler des polnischen Königs und Großherzogs von Litauen Sigismund. Er war bereits zur Prinzenzeit des Sigismund, als dieser von 1504 bis 1506 Landvogt der Niederlausitz war, dessen Vertreter in der Niederlausitz. Die Brüder konnten den umfangreichen Besitz nicht zusammen halten; vermutlich starben auch zwei der Brüder recht früh. 1497 mussten Johann, Heinrich, Caspar, Lippold und Poppo von Köckritz zu Friedland beim Domkapitel zu Fürstenwalde ein Darlehen von 500 Gulden aufnehmen, für das sie 40 Gulden jährlichen Zins bezahlen mussten. Sie mussten dem Domkapitel die zu ihrer Herrschaft Friedland gehörigen Dörfer Zeust, Leißnitz und Reudnitz verpfänden. 1503 verkauften sie die Herrschaft Lübbenau für 9000 Gulden an Werner von der Schulenburg. Das reichte aber nicht, um ihre Geldschwierigkeiten zu beenden. 1508 mussten sie beim Domkapitel zu Fürstenwalde erneut ein Darlehen in Höhe von 500 Gulden aufnehmen und dafür 35 Gulden jährlichen Zins bezahlen. Die schon zuvor verpfändeten Dörfer Zeust, Leißnitz und Reudnitz reichten für die Erhöhung der Pfandsumme nicht aus und so musste auch Oelsen verpfändet werden. 1512 musste die Herrschaft Schenkendorf um 12.000 Gulden auf Wiederkauf an den Johanniterorden verkauft werden.
1517 starb Caspar von Köckritz, der offensichtlich die Herrschaft Friedland geerbt hatte, und hinterließ vier Söhne, nur der älteste Sohn Georg war schon mündig. Da die Herrschaft stark verschuldet war, verkaufte der Niederlausitzer Landvogt Heinrich Tunkel von Bernitzko als Vertreter des Lehensherrn und Vormund der drei noch unmündigen Kinder Hans, Andreas und Peter von Köckritz die Herrschaft Friedland für 16.750 Rheinische Gulden an den Johanniterorden bzw. den Johanniterordensmeister Georg von Schlabrendorf. 1519 wurde auch die Herrschaft Lieberose, ein Sternbergsches Lehen, für 16.000 Gulden an Jacob und Richard von der Schulenburg verkauft. Der schnelle Verkauf und der vergleichsweise niedrige Kaufpreis der Herrschaft Friedland lassen vermuten, dass hier ein abgekartetes Spiel dahinter stand, vor allem wenn man den weiteren Verlauf der Geschichte verfolgt. Als die Brüder mündig geworden waren, fochten sie den Verkauf an. Zwar hatte König Ludwig II. 1523 zunächst seine Zustimmung zum Verkauf gegeben, zog diese aber später wieder zurück. Der Landvogt der Niederlausitz Heinrich Tunkel von Bernitzko ignorierte den königlichen Befehl, worauf der Hauptmann von Cottbus, Hans von Pannwitz, angewiesen wurde, die Brüder Köckritz wieder in Friedland einzusetzen. 1527 belehnte der neue böhmische König, der Habsburger Ferdinand I. die Brüder Georg, Hans und Andreas förmlich mit der Herrschaft Friedland. Sie mussten aber ihren Besitz erneut an den Ordensmeister der Johanniter, jetzt Veit von Thümen, verpfänden. 1533 mussten sie die Herrschaft für den immerhin etwas besseren Preis von 21.500 Talern letztendlich doch an den Johanniterorden verkaufen. Zur Herrschaft gehörten damals: Schloss und Städtchen Friedland Klein-Briesen Chossewitz Dammendorf Grunow Günthersdorf Karras Leißnitz Lindow Mixdorf Groß Muckrow Klein Muckrow Oelsen Reudnitz Zeust
Das Ordensamt Friedland